Interview mit End Of Days

 

Erst mal zur Bandgeschichte. Wie habt ihr euch gefunden und wie habt ihr euch musikalisch zu der Band entwickelt, die ihr jetzt seid?
End of Days entstand 1999. Zu der Zeit löste sich die Band Surface auf, in der unter anderem Frank und ich, Thorsten, spielten. Uns war aber früh klar, dass wir auf jeden Fall weiter Musik machen wollten, am besten mit unserem damals schon sehr guten Freund, Kevin. Es fehlten somit noch ein Gitarrist und ein Bassist, und wir entschlossen uns Boris und Sven, die ebenfalls bei Surface gespielt hatten, zu fragen. Somit war EOD komplett. Nach mehreren Line-up Wechseln, gibt es uns jetzt in der Konstellation Kevin(vocals), Frank(drums), Olli(Bass), Dennis(Gitarre) und Thorsten(Gitarre).




Die Frage nach der musikalischen Entwicklung lässt sich nicht so leicht beantworten. Wir sind in erster Linie mit Metal aufgewachsen und dann irgendwann auch mit Hardcore in Kontakt gekommen. Allerdings haben uns musikalisch schon immer die eher metallastigen Bands interessiert. Aus diesem Grund ist unsere Musik wohl ein Mix aus Metal und Hardcore, und ich denke, dass beide Stile sich sehr gut ergänzen. Allerdings passiert das nicht bewusst, sondern ist vielmehr das Ergebnis unserer Einflüsse.


Wo seht ihr euch im Mob der deutschen Metalcore-Bands und wie im internationalen Vergleich?
Um ehrlich zu sein, ich sehe uns gar nicht im Mob irgendwelcher Metalcore-Bands, weder national noch international. Ich denke, dass Metalcore mal wieder eine schlechte Erfindung von Leuten ist, die mit griffigen Begriffen Musik verkaufen wollen, wie zu Zeiten des Nu Metal beispielsweise. Dann gibt es aus diesem Genre ein paar richtig gute Bands, es ensteht ein Hype und plötzlich tauchen überall schlechte Kopien der Originale auf. Da ich uns also nicht als Metalcore Band sehe, kann ich da auch schlecht Vergleiche ziehen!

Was ist euch bei eurer Musik wichtig? Was wären absolute „Tabus“? Wie stark schätzt ihr den Einfluss anderer Bands (also, CDs die man so persönlich hört oder Konzertbesuche etc.)ein?
Uns ist es wichtig, genau die Musik machen zu können, die wir machen wollen und das ist brutale und aggressive Musik, ohne Kompromisse und ohne Anbiederung an irgendwelche Trends.Absolute Tabus sind für uns cleaner Gesang und melodische Sachen a la Killswitch Engage, das passt einfach nicht zu uns, auch wenn ich die Band mag, aber so Musik möchte bei uns in der Band niemand machen.




Der Einfluss anderer Bands ist natürlich da, angefangen von Bands wie Metallica oder Slayer, ohne die man vielleicht nie angefangen hätte ein Instrument zu spielen, bis hin zu Bands mit denen man heutzutage spielt. Ein gewisser Einfluss ist eigentlich immer vorhanden, auch wenn dieser eher unterbewusst stattfindet.


Gibt es ein konkretes Ziel, das ihr euch gesetzt habt und das ihr erreichen wollt?
Ein konkretes Ziel gibt es nicht wirklich, außer vielleicht immer bessere Musiker zu werden, das Songwriting zu verbessern, so was in der Art. Ansonsten gibt es kein konkretes Ziel, auf das wir hinarbeiten.

Mit welchen Bands würdet ihr euer ideales Konzert spielen?
Das line-up wäre: Malevolent Creation, Cannibal Corpse, Morbid Angel, Misery Index, Crowbar, Clobberin Time und wir. :)

Wo seht ihr euch in der Entwicklung von Metal/HC/Metalcore und was haltet ihr von immer neuen „Schubladen-Begriffen“?
Schubladen-Begriffe dienen halt immer dazu Leuten zu vermitteln wie eine Band klingt. Teilweise macht eine gewisse Abgrenzung natürlich Sinn, aber gerade der Begriff Metalcore verunsichert mehr, als dass er hilft. Der Begriff sagt ja nur, dass Metal mit Hardcore kombiniert wird, aber undefinierter kann ein Begriff ja schon nicht sein. Eine Band, die Florida Death Metal mit gelegentlichen Hardcore-Teilen spielt ist also genauso Metalcore wie eine Band, die Noisecore mit Schweden Death Metal und cleanem Gesang macht? Ich glaube einfach, dass Metalcore mit die überflüssigste Schublade von allen ist, die auch schnell wieder verschwinden wird. Das ist auch gut so, denn dann fangen die Leute hoffentlich wieder an Bands an ihrer Musik zu messen, denn einige Bands nennen sich Metalcore und werden in den Himmel gelobt, weil es gerade in ist und andere Bands werden stigmatisiert, obwohl sie nie etwas mit Metalcore am Hut hatte.




Wir sind seit mittlerweile 10 Jahren, teilweise länger ein Teil der Hardcoreszene, haben aber immer auch Metalshows besucht und Metalbands gehört, eine Zordnung ist deshalb echt schwierig. Musikalisch sind wir auf jeden Fall näher am Metal, was sich auch in der Zukunft deutlich zeigen wird.


Wie war der Schritt von einer „unbekannten“ Band zu einem gesignten Act bei Alveran? War es schwer einen Plattenvertrag zu bekommen und wie sehr wolltet ihr diesen (also, ich meine wie sehr habt ihr Klinken geputzt und so...)?
Am Anfang war es schon relativ schwierig, weil wir ein paar Jahre hatten, in denen wir so faul waren und innerhalb der Band einiges nicht gestimmt hat. Unter solchen Voraussetzungen ist natürlich kein Label bereit, eine Band zu signen. Seit 2003 allerdings haben wir uns zusammengerauft, „Hate Anthems“ veröffentlicht und auch wirklich viel gespielt und an uns gearbeitet. Das haben natürlich auch einige Labels mitbekommen, so dass wir Ende 2004 mehrere Angebote hatten und uns dann letztendlich für Alveran entschieden haben.

Wie denkt ihr über rücksichtsloses, kickboxendes Publikum?

Ich denke, dass es eine Form des Tanzens ist, wie andere auch, allerdings mit einer Einschränkung: So lange im Pit getanzt wird,ist es ok für mich, weil jeder selbst entscheiden kann, ob er sich das antun will oder nicht. Wenn allerdings immer wieder in die Leute, die außen rum stehen, reingetreten wird, hört der Spaß auf. Das beste vorstellbare Publikum wären moshende Metaller mit kickboxenden HC-Leuten, die aufeinander Rücksicht nehmen und sich auch nicht gegenseitig provozieren.

Vielen Dank für Eure Zeit. Das letzte Wort gehört Euch.
Vielen Dank für dein/euer Interesse an End Of Days und für das Interview. Alle, die mehr über uns erfahren möchten können das gerne unter www.end-of-days.info oder www.myspace.com/endofdayz machen oder uns auch einfach anschreiben.
Danke schön!!!