Interview mit Gods Will Be Done

 

Hi GODS WILL BE DONE! Mein Name ist Clement von Allschools.de. Mit wem habe ich das Vergnügen?

Mahlzeit! Holger ist am Start.


Stell doch bitte die restlichen Bandmembers kurz vor. Was macht ihr neben der Musik?

GWBD sind Adam und Kasper an den Gitarren, Gulle opfert seine Stimme, Weiland bedient die Kessel und ich schrote über 4 Saiten. Was wir neben der Musik machen? Tja, Kohle muß ja ran, deswegen gehen wir normalen Jobs nach, frönen der Umschulung oder sind auf Arbeitssuche.


Euer Debüt "The Book Of Blood" steht in den Startlöchern. Und ich rechne fest damit, dass ihr sehr zufrieden mit dem Resultat seid!

Da kannste mal von ausgehen, haha!


Zunächst die Frage, wie es sich anfühlt, ein Album geschaffen zu haben?

Wirklich gut! Nach dem ganzen Vorbereitungsprozess wie Songwriting, Ideen ausarbeiten, Proben, etc dann die Stücke einfach nur mal anhören zu können, ist schon was Feines! Im Prinzip ist das wie eine Prüfung, die jeder mal gemacht hat – ob Schule oder Lehre. Man erlernt, vertieft und geht gut vorbereitet zur Prüfung, um das beste Ergebnis zu erzielen. Und wenn man`s dann geschafft hat, ist man irgendwie erleichtert – natürlich nur, wenn`s gut gelaufen ist. Und das ist es!


Ihr seid keine Jungspunde mehr. Wohin soll die Reise mit GWBD noch hingehen? Ich habe gehört, dass ihr sogar die großen Magazine (Rock Hard / Metal Hammer) angesteuert habt.

Haha, „etwas“ mehr als die Volljährigkeit haben wir schon erreicht, aber Rock`n`Roll hält ja bekanntlich jung! Ist auch gut so, denn für nächstes Jahr ist der Nachfolger zu „The Book of Blood“ geplant, für den wir schon die ersten Stücke fertig haben, bzw noch ausarbeiten. Adam hat noch zig Ideen am Start, die in den nächsten Monaten rund gemacht werden. Momentan kommen erst die Rezis zur aktuellen Scheibe von Online-Mags. Print-Zines wie Rock Hard und Metal Hammer müssen natürlich auch angegangen werden. Es wäre ja nur halbe Sache, wenn man sich nur auf Online-Mags bezieht. Wenn, dann richtig!


Ihr veröffentlicht "The Book Of Blood" über das kleine Label Stargazer Records. Wer steht hinter dem Label und seid ihr mit der Promotion zufrieden?

Hinter Stargazer Records stehen Jo und Isa. Bevor wir überhaupt daran dachten, welche Label wir mit der Scheibe zwecks Release bemustern sollten, kamen die auf uns zu und fragten an, ob sie „The Book of Blood“ raushauen könnten. Wie du schon anmerktest, sind wir keine Jungspunde mehr und haben durch unsere alten Bands unsere Erfahrungen mit diversen Labels gemacht. Stargazer ist kein Label, das sich auf eine Stilrichtung festlegt. Sie machen das, worauf sie Bock haben und hängen sich entsprechend rein. Uns gefällt diese Herangehensweise und demnach haben wir zugesagt. Die bisherige Zusammenarbeit, sowie die angelaufene Promotion, sind wirklich ausgezeichnet. Wir werden stetig über alle möglichen Dinge auf dem Laufenden gehalten, was mir persönlich auch sehr wichtig ist. Eine gute Kommunikation ist die wichtigste Grundlage. Es bringt einfach nichts, wenn man beim Label anruft und irgendwem Infos aus der Nase ziehen muß, man vergeblich auf einen Rückruf wartet oder sich mit gefakter Scheiße rumärgern muß.


Zur Musik: Old School Thrash Metal! Richtig?

Gibt`s denn “New School Thrash Metal”? Ich meine, es ist schon irgendwie putzig, wie momentan Thrash-Kapellen aus dem Boden schießen. Einige dieser Bands sind wirklich noch sehr jung, die 2. Generation so zu sagen, und bringen Alben an den Start, die wie ein `85er Release klingen. Die alten Säcke hingegen bringen Platten im modernen Soundgewand raus. Schön ist auch zu sehen, daß diese ganze Trigger-Kacke rückläufig ist und mehr Wert auf was Eigenes gelegt wird – Gefühlsecht, quasi! Hahahaha!!

Ich weiß nicht nicht, ob man im Thrash Metal zwischen Old und New School unterscheiden kann oder sollte. Der einige Unterschied ist, europäische Bands klingen anders als US-Kapellen. Dieses Merkmal war früher sehr ausgeprägt. Ich denke, wir haben mit GWBD eine nette Mixtur geschaffen, die unseren Sound ausmacht. Wir haben die Anfänge des Thrash Metal miterlebt, der zwischendurch mal durch Trendscheiße überschattet wurde, aber nie von der Bildfläche verschwunden war. Aber “Old/New”? Nur, weil der Nachwuchs wieder anständig in die Saiten greift und Emo-Schrott abkackt? Belassen wir`s mal beim einfachen “Thrash Metal”. Obwohl: diese Aussage dürfte wohl generell als Old School eingestuft werden – ist halt keine trendige “New-School-Subgenre-Erfinderei”, hehe!


Auffällig ist der Weg geradeaus, der von euch eingeschlagen wurde. Aggression pur, ohne Verschnaufpause. Müsst ihr Druck ablassen?

Hahaha! Nee, wird sind von Natur aus so drauf! Ok, jetzt ernsthaft: Adam, Weiland und ich haben damals mit Greed alles andere als Glück gehabt. Die Band stand unter keinem guten Stern, sei es das Business gewesen oder Probleme mit Bandmitgliedern. Mit Greed war dann 2005 Schluß und wir haben ein paar Monate garnichts gemacht. Als wir uns dann mal wieder zum Jammen getroffen haben und die Frage aufkam, eine neue Band zu starten, war klar, daß es schnell sein muß. Adam sagte seinerzeit: „Thrash, oder ich spiele nicht mit!“ Da gab`s keine Diskussionen, wir wollten ja alle Gas geben! Seitdem wird das Pedal durchgetreten.
Wir gehen das Songwriting aber nicht mit der Brechstange an, daß jeder Song schnell sein muß – das passiert von ganz allein, hahaha! Putzig, nicht? Wir haben aber mal versucht, eine langsame Nummer zu schreiben. Und das Resultat war Scheiße! Deswegen nur noch: „Thrash! Paff – Feierabend!“ Haha!


Wer ist bei euch für die Richtung und das Songschreiben verantwortlich? Wie geht ihr dann mit Songideen um?

Um eine bestimmte Musikrichtung spielen zu können, sollten alle Bandmitglieder diese mögen. Ansonsten gibt´s früher oder später Stress. Ich sagte ja schon, daß wir alle mit Thrash aufgewachsen sind. Ok, unser Sänger Gulle kommt eher aus der Hardcore/Punk Ecke, aber das liegt dem Thrash ja nun nicht wirklich allzu fern. Und ich höre überwiegend Grindcore. Jeder hat natürlich so seine favorisierten Bands und Einflüsse und da unsere Gitarristen Adam und Kasper eigentlich nur Thrash hören, kommen von denen auch die meisten Ideen. Song- oder Riffideen spielen wir im Proberaum an und wenn`s gefällt, arrangiert Adam die Songs und produziert dann zuhause erste Demos. Wenn wir die Stücke proben, kann immer mal eine kleine Änderung erfolgen, aber das ist eher selten.


Was steht textlich hinter "The Book Of Blood"?

Wie der Titel schon vermuten lässt, handeln die Texte über die Bibel und sämtliche Religionen. Ich will jetzt nicht auf jeden Text detailliert eingehen, dafür sind sie zu gut, daß man sie selber lesen muß. Was religiöse Fanatiker anrichten, dürfte bekannt sein. Aber das ist ja nichts Neues – Anschläge, Verfolgungen, Mord, usw sind in Religionen seit jeher an der Tagesordnung. Man liest oder hört immer wieder von Schandtaten sogenannter Geistlicher, die die Kirche zu vertuschen versucht. Die römisch-katholische Kirche hat zwar offiziell Folter und Verbrennungen aus dem Programm genommen, im Islam wird solchem Schwachsinn noch heute gefrönt. Das sind einfach nur krankhafte Ideologien von Spinnern ohne Selbstbewußtsein! Ich habe neulich noch eine Dokumentation über die Exorzisten des Vatikan gesehen. Da wurde ein Mädchen zu Tode gefoltert, weil deren Eltern dachten, sie sei besessen und ihr einen Arzt verwährten. Eine Obduktion hat letztendlich ergeben, daß die Krankheit, an der das Mädel litt, medikamentös behandelt hätte werden können und sie demnach noch leben könnte. Soviel zum Thema “Gott wird`s schon richten”.
Die jeweiligen Texte, die übrigens aus der Feder unseres Kumpels Reg stammen, werden außerdem im Booklet grafisch verdeutlicht. Da hat Chris von Combatcolor hervorragende Arbeit geleistet!


Regelmäßige Kirchgänger seid ihr demnach nicht...?

Hahaha! Nee, wird sind clean! Von mir aus kann jeder machen was er will, solange er nicht andere mit seinem Kram auf die Nüsse geht!


Was weiter in das Ohr sticht ist die Tatsache, dass die Scheibe einige Runden im Player braucht, um ihre Wucht und Kraft zu entfalten. Das scheint für Langlebigkeit, vor allem aber songwriterische Finessen zu sprechen. Wie siehst du das?

Das freut natürlich zu hören! Klar, wir haben Songs auf der Scheibe, die sofort ins Ohr gehen. Andere wiederum sind strukturell ausgefeilter, sodaß man vielleicht einen Durchgang mehr braucht, bis das Stück hängen bleibt. So bleibt`s halt spannend und abwechslungsreich.
Wir haben aber auch schon gehört, daß einige Hörer erstmal vom Druck der Platte weggeblasen wurden und sich einfach nur an der Power erfreut haben, bevor sie den Songs so richtig das Gehör gewidmet haben. So muß das sein!


Wenn du eine Band nennen müsstest, mit der ihr euren Sound vergleichen würdet, welche wäre das?

Eine? Hm, schwierig. Aber nimm „SlayDusMent“ (oder so).


Apropos Sound: Der ist nicht künstlich, sondern authentisch druckvoll. Wer war dafür verantwortlich?

Malte Rinkens von den WestWood Recording Studios. Wir haben schon damals zu Greed Zeiten mit ihm gearbeitet und sind immer vollstens zufrieden mit den Resultaten gewesen. Er hat`s halt raus, brachiale Produktionen zu fahren. Trotz aller Intensität kannst du auf „The Book Of Blood“ jedes Instrument raushören, was bei den meisten Thrash-Platten nicht immer der Fall ist. Wir wollten einen echten Sound und keine zusammengeschnippelte sterile Scheiße. Alle Instrumente sind natürlich, also keine Effekte und keine getriggerten Drums. Das, was auf der Scheibe zu hören ist, gibt`s auch live. Wir hätten natürlich auch die Breaks super-sauber schneiden können, aber dadurch wäre das Echtheitsgefühl verloren gegangen.
Ein weiterer Vorteil für uns war auch, daß sich das Studio in Paderborn befindet – quasi vor der Tür.


Welche 5 Thrash Alben sind reif für die Begleitung zur einsamen Insel?

Du meinst natürlich, außer meiner Phobia, Extreme Noise Terror und Napalm Death Kollektion? Aber selbst dann nur 5? Das wird den einen oder anderen Klassiker beschämen.
Exhorder – The Law
Ringworm – Justice Replaced By Revenge
Slayer – Reign In Blood
Destruction – Infernal Overkill
Megadeth – Peace Sells

und

Killing Culture – Killing Culture,

sowie

Kreator – Pleasure To Kill

müssen auch mit! Ups! Sadus und Exodus? Nur 5 geht einfach nicht, hahaha!


Danke für die Beantwortung der Fragen und das ist noch zu sagen:

Danke für`s Interview! Checkt unsere Websites, hinterlasst einen Kommentar und besucht die Seiten von Reg, der ein Buch geschrieben hat und bewundert Chris` Artwork in „The Book Of Blood“! Wir sehen uns auf den nächsten Shows! Cheerz!