Interview mit Maximo Park

 


Im rot gestrichenen, mit cheesy Barockspiegeln verzierten Hinterzimmer der Bochumer „Zeche“ nehmen MAXIMO PARK Platz, um auf die Fragen der sichtlich nervösen Interviewer zu antworten. Zumindest 2/3 der Band sind da, Tom English (Drums) und Sänger Paul Smith lassen auf sich warten.

Letzteres macht sich auf den Gesichtern der hoffnungsvollen Reporter bemerkbar. Befürchtungen, der Frontmann mit dem (Indie)Posterboy Image würde gar nicht mehr auftauchen werden in gemurmelten Wortfetzen klar. Die 4 Herren auf der Bank, auf die sich die begierigen Blicke richten, zerstreuen jedoch die Angst, nur ein paar einsilbige Entgegnungen zu bekommen, und stellen sich als äußerst freundliche Gesprächspartner heraus.

Bis auf Archis Tiku, den Bassisten. Der Ex-Mediziner ist nämlich (um wohl dem Klischee der Bassisten zu entsprechen) eher verschwiegen. Lächelt dafür aber immer artig in die Menge. Lucas Wooler (key) und Duncan Lloyd (git) antworten darum auf die erste Welle der Fragen.

Was ist eigentlich los mit dem Cover von „Our Earthly Pleasures“? Die „alten“ Platten hatten immer etwas mit Charakteren in Bewegung zu tun. Etwa der hüpfende Typ auf „A Certain Trigger“ oder das verzweifelte Mädchen auf „Missing Songs“, aber hier sehen wir 2 eher unbewegte Personen, die sich…Trost geben, in einer Art Stillleben. Ist nun die Bewegung zwischen den Menschen in den Fokus gerückt? Mit anderen Worten: Warum dieses Cover?

Lucas: „Ich denke, wir wollten die emotionale Seite der Band in den Vordergrund rücken, da das neue Album ebenfalls sehr emotional ist. Diese explosionsartigen Bewegungen waren ziemlich unkontrolliert, aber Pauls Lyrics waren sehr auf sich selbst zentriert beim ersten Album, diesmal jedoch geht es um die Sicht auf die Welt. Wir wollten einfach diese eher gefühlsbetonte Seite noch mal rauskehren und den Leuten sagen „Hey, wir sind eine emotionale Band“, und das, was am Ende zählt, das worüber wir reden, das sind die Menschen und menschliche Alltagsdinge, nicht den überzogenen, apokalyptischen Kram.

Eben die kleinen Dinge. Und um einen dieser Momente geht es ja auch auf dem Plattencover. Er hat keine „richtige“ Deutung. Es könnte ein schlechter Moment sein, oder ein schöner. Er ist aber anscheinend ein sehr intensiver, bedeutender und sanfter Augenblick. Es sollte bei uns immer um eben so etwas gehen. Wir wollen, dass unsere Alben menschlicher sind.“

Ja, und es gibt ja auch wirklich wunderschöne Augenblicke auf dem Album, man nehme nur „Books From Boxes“

Lucas: „Yeah, genau. Darum geht es ja. Es soll einfach etwas komplexer sein, aber deswegen eben lohnender seine Zeit mit dem Zuhören zu verbringen.“

"Gibt es etwas persönliches, das ihr mit Deutschland verbindet? Irgendwelche Venues? Oder Zeitpunkte?", lesen zwei praktisch identisch schwarz gekleidete Kolleginnen von ihrem Fragenzettel ab.

Lucas: „Erst in Deutschland haben wir überhaupt realisiert, dass wir wirklich eine Band sind. Dass wir als Band funktionieren. Irgendwelche Momente? Hm, es sind so viele winzige Details. In England gibt es eine Menge Bands. Und da geht es darum, warum du machst, was du machst. Und hier haben wir gesehen, dass es um die Leidenschaft geht, an die die Leute glauben können.“

Duncan: „Die Songs sind wie…Songs, wie richtig solide „tunes“. In England interessiert man sich mehr dafür, wie du aussiehst und ob (unisono mit Lucas), „du darauf tanzen kannst“.“

Archis: „Die Leute in Deutschland haben uns fast sofort akzeptiert.“

Lucas: „Vielleicht gefiel es den Leuten nicht unbedingt beim ersten Mal. Aber allmählich bildet sich eben eine Meinung heraus. Und wenn sie uns nicht mögen, dann mögen sie uns eben nicht.“

Duncan: „Die Hörer sollten sich eine eigene Meinung bilden. Einige mögen „Books From Boxes“, andere „Russian Literature“, und das ist toll! Jeder kann etwas Eigenes raus bekommen. Leute sollten sowieso für sich selbst denken, und keiner Meinungsmache vertrauen. Das hat uns ja auch irgendwie am deutschen Publikum gefallen.“

Der einzige wirklich professionell aussehende Interviewer (Lila Hemd, schwarz gepunktet), stellt bewusst etwas provokantere Fragen.
"Ihr habt gesagt, ihr wolltet auf dem neuen Album eher "abrocken". Ist es das, wofür die Band gemacht ist?"



Lucas: „Wir stecken wirklich eine Menge Energie in unsere Auftritte. Das erste, was du siehst, ist natürlich Paul, der sich benimmt, als hätte er einen elektrischen Schlag bekommen. „Whoa!, was passiert denn mit dem???“, ist das, was die meisten Leute dann denken. Aber die ganze Band erschafft diese Energie und die Songs entwickeln ein Eigenleben. Es ist ja nicht so, dass wir jetzt herumstolzieren und rausposaunen „Yeah, wir sind jetzt eine richtige Rockband!“ Wir haben aber trotzdem den Punk-Spirit behalten.“

Duncan: „Unsere Lieder sind dazu geschrieben worden, um sie live zu spielen. Nur so können wir eine echte Verbindung mit den Hörern schaffen.“

Paul Smith betritt den Raum und nimmt mit einem Plastikbecher Wasser inmitten „seiner“ Band Platz. Vom so vielzitierten modischen Aspekt ist nicht viel zu sehen. Paul trägt eine Trainingshose und klobige, weiße Sneaker. Ein Cappy bedeckt das langsam dünner werdende Haar. Er ist nicht rasiert und sieht ein bisschen verspannt aus (war da die Busfahrt oder ein paar „White Russians“ zu viel der Grund?). Die Augen aber sind immer noch wach und blitzen verschmitzt in die Runde. Er ist derjenige, auf den gewartet wurde, und das weiß er. Vor dem Interview Termin spazierte er noch ein bisschen in der Gegend rum, mittags in Bochum hat ihn wohl kaum jemand erkannt, außer einem euphorischen Mädchen, das ihrem Helden eine MP3-Player Kiste voller selbstgemachter Karamell-Kekse darbrachte. Paul hatte mit so einem Empfang aber wohl nicht gerechnet „Aha…Danke“ war das Einzige, was er herausbrachte, bevor er Richtung Tankstelle davontrottete und das Mädchen peinlich berührt neben dem roten Nightliner Bus stehen ließ.

Hey Paul, hast du die Cookies genossen?

Paul: „Ich bin grad auf einer Diät (grinst). Hab sie noch nicht probiert.“

Na dann! Ich mag es ja nicht, dir gleich als erstes eine eher ernste Frage zu stellen, aber „Karaoke Plays“ ist ein Song über das Verlieren eins geliebten Menschen. Oder überhaupt etwas, das man liebt. Wovor hättest du Angst es zu verlieren, als Teil der Band, aber auch als Person an sich?

Paul: „Den Funken. Das Besondere Etwas. Das ist ehrlich etwas, das wir nie verlieren wollen würden. Davor habe ich ehrlich Angst. Wenn du etwas spielst, oder liest oder einfach nur diesen gewissen „magischen“ Akkord auf deiner Gitarre anschlägst, dann sollte es „click“ machen. Wenn du das verlierst…diesen Willen Musik zu machen, dann ist alles vorbei. Die Inspiration zu verlieren, dieses Verlangen, immer das Beste zu geben. Das ist es wofür es sich lohnt, zu leben. Ohne…ich weiß nicht.

Ich würde niemals Musik machen wollen, nur um damit Platten zu verkaufen. Das ist auch nicht, was wir machen wollen.“

„Love is a lie, which means i’ve been lied to“, singt Paul Smith in „Our Velocity“. Mit der nächsten Frage schnappt eine Kollegin geschickt das Thema weg, das uns wohl alle irgendwann beschäftigt hat: die Liebe.
In euren Songs geht es oft, um Charaktere, die hinter der Liebe her jagen, oder versuchen, vor ihr wegzulaufen. Was ziehst du vor? Die Jagd oder die Flucht?

Paul: „Die Jagd (lacht). Wir alle verfolgen etwas Bestimmtes. Du versuchst einfach etwas anderes zu finden. Oft bestimmen dabei die Gefühle über den Verstand. Naja, und manchmal machst du eben rationale, logische Dinge, und manchmal nicht. Manchmal zahlt sich das aus, und manchmal nicht. Das kann man nie vorher sagen.“

Mal eine Frage, die ihr vielleicht in England gewohnt seid: Saht ihr jemals, oder seht ihr euch vielleicht immer noch als Teil des UK-Indie-Rock-Band Hypes? Welche aktuellen, englischen Bands mögt ihr, oder könnt sie gar nicht ausstehen?

Paul: „Wir haben uns eigentlich nie wirklich als Teil von Irgendwas verstanden. Es ist doch sehr einfach, Bands in eine Schublade zu stecken, nur weil sie sich alle zurzeit gut machen. Aber wenn wir keine Platten verkauft hätten, dann wären wir nie in Deutschland gewesen, um über uns zu reden. Ich meine…eigentlich ist es doch weder eine stilistische, noch eine künstlerische Angelegenheit.

Es war doch immer all dieses Gerede über das sogenannte „Post-Punk-Revival“, mit diesem komischen Drumbeat, diesem Ratatatat, das die Leute so neu finden, ach…ich weiß ja auch nicht wie das genannt wird, na, dieser etwas Disco-mäßige Beat, du weißt schon…unsere Songs aber waren eigentlich immer auch ein Stück weit klassisch. Naja, was heißt klassisch: „Going Missing“ zum Beispiel beginnt mit einem Intro, hat dann eine Strophe, eine Bridge, einen Chor, dann wieder zurück, und noch mal von vorne – und ist dann auch vorbei.

Ach weißt du, es sind nur Songs für uns. Und dann machen doch einige von ihnen, „Apply Some Pressure“ etwa, eine merkwürdige Entwicklung durch. Man weiß nicht ganz was nun der Chor ist, und was nicht. Bis zum Ende.

Aber eigentlich spielt das doch gar keine Rolle! Ich glaube wir hatten für keinen einzigen Song eingeplant, besonders… „weird“ zu sein. Es klingt einfach so, wegen der richtigen Chemie zwischen uns fünf, wenn wir anfangen zu spielen.

Man hört doch immer die gleichen Namen: BLOC PARTY und die KAISER CHIEFS, FUTUREHEADS und so. Natürlich gibt es immer gewisse Überschneidungen, denn genau genommen spielen wir ja die gleichen Instrumente, aber trotz aller Unterschiede ist das Anliegen gleich. Immerhin haben wir ja teilweise sogar dieselben Plattensammlungen (Paul lächelt verhalten). Andererseits ist das ja aber auch ziemlich lustig, unser neues Album entfernt sich ja sogar noch weiter vom Post-Punk.

Hey, ich bestreite ja gar nicht, dass das ein Teil unseres…Erbes, unserer kollektiven, musikalischen Vergangenheit ist, aber eigentlich ist es doch der Rock’n’Roll, du weißt schon, Elvis Presley, George Micheal, PREFAB SPROUT und so. Ich hab natürlich immer noch etwas übrig für gute Pop-Songs, aber es gibt so viele Aspekte mehr an uns, und die kommen ja auch raus auf „Our Earthly Pleasures“.“


Lucas: „Ich glaube es hat etwas zu tun mit diesem unbändigen Verlangen, „live“ zu spielen und damit mit den Hören zu kommunizieren, wie auch immer, man das nun anstellt. Das war einfach der direktere Weg diese etwas gesichtslose DJ-Kultur zu entzaubern. Wir haben Bands wie BLOC PARTY und die FUTUREHEADS, und die versuchen einfach von Mensch zu Mensch mit den Hörern zu reden. Das ist es, warum wir tun, was wir tun. Weil wir aus Newcastle kommen, und da versuchen so viele Bands einfach nur wie OASIS zu sein. Da ist doch nichts Echtes, nichts Wahrhaftiges dabei. Wir aber wollen den Leuten Kraft geben, und sie zum Denken anregen. Letztendlich ist es unser Ziel, die Menschen dazu zu bewegen, es für eine gute Idee zu halten, einen Freitagabend dafür aufzubringen, eine Band zu sehen, die wirklich an ihr äußerstes geht. Tja, und all diese Bands haben immer noch diesen Drang live zu spielen, eine Menge von ihnen würde auch bestimmt sagen „Ja klar! Wir haben diese Songs geschrieben, um sie live zu spielen!“. Und das ist es ja auch, was wir tun. Und dieser bestimmte Sound, den man heute so oft hört…das wird doch überschätzt. Alle Bands driften doch jetzt ein bisschen davon weg (nimm doch einfach mal „A Weekend In The City“, das ist klanglich doch sehr weit entfernt von BLOC PARTYs Erstling). Wir respektieren Bands, die sich emotional dem Publikum öffnen, es in gewisser Weise berühren. Das ist es wo man wohl eine Verbindung ziehen kann.“

Paul: „(grinst) Ich mag FIELD MUSIC.”

Oh ja, Tom spielte mal bei denen oder?

Paul: „Genau! Das sind diese beiden wirklich brillanten Song-Writer, zwei Brüder. Von allen englischen Bands sind sie die wundervollsten und inspirierendsten. Hört euch ihre Alben an!“

Die investigativste Frage des Nachmittags kommt von einer der Interviewerinnen und wird umgehend mit dem Grinsen, eines auf frischer Tat ertappten Jungen quittiert (mit Kuchenflecken all over the place).
Sind irgendwelche Nebenprojekte geplant?

Paul: „(lacht) Vielleicht…“

Lucas: „(lächelt) Wir treffen morgen ein paar Leute drüben in Berlin. Mal sehen. Es wird auf jeden Fall elektronisch.“

Paul: „Yeah. Wir werden wohl mit Mark Ronson arbeiten. Er hat auch am letzten Amy Winehouse Album mitgearbeitet. Er würde gern ein Album mit Cover-Versionen unserer Songs aufnehmen, aber er konnte keinen Sänger finden (grinst). Wahrscheinlich waren sie abgestoßen von unserem….Ruf oder den Songs oder so. Naja, und klar, ich hab ja auch Sachen gemacht mit Freunden, etwa im Jazz-Quintett eines Kumpels. Wir alle schreiben unsere eigenen Songs neben MAXIMO PARK. Ich selbst habe genug Material für ein ganzes Album, nur mit mir und einer nicht besonders guten Gitarre.

Vielleicht machen wir ja mal was draus. Oder wir benutzen es einfach für unseren guten, alten Freund Max Park (grinst).“

Lucas: „Es ist immer toll, außerhalb der Band zu üben und eigene Erfahrungen zu sammeln.“

Paul: „Jeder von uns macht Songs, aber man hat ja Angst, dass die abgelehnt werden…aber wenn wir das nicht machen würden, und jeden reinnehmen würden, tja, dann hätten wir ja über 50 Songs auf dem Album.
Wir wollen euch doch nicht langweilen (lacht).“

Lucas: „Wir wurden auch von einem deutschen Act angesprochen.“

Paul: „Wir müssen einfach mal weitersehen. Wenn es klappt, dann werden wir es sofort erzählen.“

„War es schwer, das zweite Album aufzunehmen? Wie seid ihr mit dem Druck umgegangen?“, bringt ein sichtlich nervöser Reporter mit einem schweren deutschen Akzent heraus.

Archis: „Es hat sich schwer angefühlt, was das Planen und Machen anging, aber der eigentliche Druck kam von uns selbst. Ich glaube, das ist etwas gesundes, denn wir haben wirklich hohe Erwartungen. Wir haben nicht unbedingt darüber nachgedacht, ob die Leute uns mögen. Zumindest nicht so viel.“

Paul: „Das ist doch echt so ein Industrie-Ding. Ich hab ja nicht mal gewusst, dass das zweite Album schwierig sein soll. Jeder denkt, dass wir es geschafft haben, als Band. Aber gleichzeitig, dass das zweite Album ein „make it or brake it“ Ding ist. Jetzt hab’ sogar ich damit angefangen, zu denken: „Crikey! DAS war das zweite Album! Warum haben wir uns nicht etwas mehr Gedanken gemacht?“

Einige meiner liebsten Bands, R.E.M. oder RADIOHEAD haben schon einige Alben gemacht und nur jetzt, rückblickend kann man die Qualität sehen, die den Leuten etwas bedeutet. Niemand hätte doch ernsthaft gedacht: „Alright, R.E.M. , das zweite Album, „make it or brake it“. Top Ten oder wir hören auf mit dem Scheiß.“ Ehrlich gesagt ist mir das gar nicht so wichtig. Da geht’s doch meist drum, ob das Label einen behält. Warp Records wird uns nicht rausschmeißen. Das beeinflusst uns nicht. Unser Label ist sich unserer Sorgen und Ziele bewusst, also um die künstlerischen Aspekte und der Verbindung mit den Hörern.“

Ein kurzer Blick auf die Uhr und der etwas panische Gesichtsausdruck des freundlichen Verbindungspartners zeigen, dass die Interview Zeit sich langsam dem Ende neigt.

Paul: Oh! Vielleicht noch eine Frage? Ich hasse es, die Leute so im Regen stehen zu lassen.

Gerne! Es ist eigentlich nur eine kurze Frage, und ihr habt sie ja schon fast beantwortet, aber letzten Karneval traf ich ein schwedisches Mädchen in Köln, und wir redeten über die SHINS (sie mochte sie); irgendwie erwähnte ich MAXIMO PARK und sie meinte sofort „Whoa! Nein! Das ist doch bloß so ’ne Mode-Band. Das ist nicht, was ich denke, aber eine Menge Leute da draußen tun es. Wie steht ihr dazu? Sammelst du immer noch Krawatten, Paul?

Paul: Yeah! Natürlich! (lacht). Das ist eigentlich ne lustige Sache. Diese modische Seite der Band soll bloß unsere Performance verstärken. Den eigenen Auftritt zu verbessern, ihn toller zu machen, tja, manchmal vergessen das Bands. Manchmal tun es auch die SHINS. Ich ging neulich zu einer ihrer Shows, und sie standen einfach da und spielten ihre Songs runter. Wenn ich zu einem Auftritt gehe, dann will ich etwas mehr. Dabei liebe ich ihre Musik wirklich.
Aber ich möchte einfach etwas Besonderes vom Sänger und der Band haben.

Neulich sah ich LOW mit ihrem „Drums and Guns“ Album, und die waren so sehr in ihrer Musik drin, mit einer solch großartigen Intensität in der Luft, hm, dabei ist es ein sehr ruhiger Sound. Aber ich war echt ergriffen. Sie haben mir etwas gezeigt. Da war der Wunsch zu unterhalten, den Leuten etwas emotional Wertvolles zu geben, aber auch eine spaßige Seite.

Eine Balance, das ist ja schon wieder dieses Wort, zwischen den Dingen. Zu einer Show zu gehen, das ist für mich Tanzen und all das Zeug, aber eben auch etwas mehr.

Viele Leute sehen doch einfach nur die Fotos, das Cover, aber nicht viel mehr darüber hinaus. Wenn dieses Mädchen wirklich mal „Apply Some Pressure“ gehört hätte, naja, vielleicht hätte sie dann mal gemerkt, dass es um das Leben geht, und den Durst danach, sich lebendig zu fühlen. Es hat so Zeilen wie „the every day is part of what consumes me / the hate i feel is part of what fuels me”. Die Leute sollten einfach mal darauf achten, nicht nur die Fotos ansehen und uns verurteilen. Ich würde ihr sagen „Hey, klar, wir sind eine modische Band, aber die Substanz, der Inhalt, der ist weitaus wichtiger!“

Leute die das nicht tun, achten einfach nicht auf die Kleinigkeiten. Ich meine…unser neues Album…es ist roh, aber es hat auch eine sehr eingängige Qualität, es gibt viele melodische Parts. Wenn man sein Leben nur darauf ausrichtet für die Musik, dann ist es wirklich ärgerlich so etwas zu hören. Naja, es ist ja ok, wenn jemand sich das Album mal anhört und es dann nicht mag, aber es sofort zu verdammen nur wegen der modischen Seite ist doch mehr als oberflächlich.

Wir arbeiten uns unsere Ärsche ab, spielen in ganz England und der Welt, um den Hype zu kriegen und wir sind auf einem kleinen Label. Das vergessen die Leute gelegentlich, nur weil wir mal ein paar Mal im Radio gespielt wurden und auf ein Paar Covern von Fachzeitschriften waren. Wir haben rein gar nichts davon. Was bleibt ist einzig unser Ruf als Live-Band, den wir ja irgendwie gut erspielt haben.

Wir sind hier, um die Leute zu überzeugen, dass wir nicht nur eine modische Erscheinung sind. Ehrlich mal, wir haben nur unser zweites Album gemacht…wahrscheinlich werden wir drei oder vier Alben brauchen, bis man wirklich sieht, woher wir kommen und was wir machen. Hey, niemand MUSS unsere Musik mögen, da geht’s um persönlichen Geschmack, aber oft sehen die Menschen eben einfach etwas völlig Oberflächliches.

Lucas: Unglücklicherweise haben wir noch nie in Schweden gespielt (grinst). Aber es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis wir da auch noch hinkommen „to kick some asses“!
(allgemeines Lachen)

Wir freuen uns da schon drauf! Vielen Dank für das Interview.

Paul, Lucas: Kein Problem! Danke euch auch.


Alte Kommentare

von pain 17.04.2007 12:02

schönes interview...