Interview mit Subterfuge Carver

 


Arthur, stell mir doch bitte eure Band etwas näher vor. Was macht ihr neben der Musik?
Wir sind irgendwie alles und nichts. Privat gehen wir alle verschiedene Wege. Wir haben uns über die Band kennen gelernt, was durch unseren Basser Bert angeleiert wurde. Wir sind im Schnitt 25 Jahre jung und gehen beruflich total verschiedene Wege. Vom Lehramtsstudenten über den Entwicklungsingenieur bis hin zum Vollblutmusiker ist bei uns alles vertreten. Wir haben nie in einer Clique abgehangen und sind einzig und allein durch die Profession „Band“ zusammengekommen und dadurch eine Familie geworden. Wenn es die Band nicht gäbe, würden wir uns wohl nicht kennen, geschweige denn miteinander klarkommen.

Seit wann spielt ihr mit eurem aktuellen Line Up zusammen?
In diesem Line Up sind wir seit 2004 zusammen. Als unser Sänger Alex zu SUBTERFUGE CARVER stieß, ging es so richtig los. Alex singt sehr variabel und ist offen für alle Musikstile. Insgesamt sind wir sehr offene Typen, was Musikstile betrifft, wir kennen keine Grenzen und wollen alles ausprobieren, was man durch Musik ausdrücken kann. Aber es ist natürlich klar das wir auf nen ordentlichen Krach stehen, wenn's ein bisschen knallt in der Hirse.


Wieviel Zeit widmet ihr der Musik? Was sagten eure Familie und Freunde zu der relativ harten Musik, die ihr spielt? Bleibt überhaupt Zeit für die Familie?
Unsere Familien respektieren das und geben uns Rückendeckung. Die Eltern von Bert z. B. unterstützen uns mit viel Zuwendung wo es nur geht, trotz sehr lauter Proben und stinkender Metaller im Keller, die einem auch noch das Bier wegsaufen und den Kühlschrank plündern. Oder sieh dir meine Schwester an, die, obwohl die mit unserer Musik rein gar nichts anfangen kann, zu fast jedem Gig von uns mitkommt und mithilft. Die Zeit für die Familie/Freunde muss man sich einfach nehmen, das ist zwar manchmal ganz schön stressig, aber im Endeffekt ziehen alle mit. Sonst läuft es aber auch nicht.

Warum habt ihr euer Album „Deathcore“ genannt? Spielt ihr Deathcore?
Wir machen einfach nur Metalmusik, wie jeder andere Band auch, die ne verzerrte Klampfe und ne deftige Schießbude benutzt. Natürlich sind bei uns Death Metal- und Metalcore-Elemente vorhanden. Im Songwritingprozess kamen wir einfach auf die Idee, unseren Debüt den Namen „Deathcore“ zu geben. Ob das gerade ein Hype ist oder nicht, interessiert uns nicht. Als wir die Entscheidung für den Namen getroffen haben hat noch kein Frosch nach Deathcore gequakt.


Welche Gruppen haben euch maßgeblich beeinflusst?
Unser Sänger Alex hat diesen Southern Rock-Stil in seiner Stimme, beeinflusst hat ihn definitiv PANTERA. Ich bin mehr ein MESHUGGAH-Anhänger, sonst wird noch MACHINE HEAD, SOULFLY und die DEFTONES gehört. Aber der Musikgeschmack geht bei uns total weit auseinander. Uns liegt viel daran, etwas eigenes darzustellen. Wir könnten auch gar nicht der X-te Klon einer bereits bestehenden Musikrichtung sein. Dafür sind wir schlichtweg zu doof. Wir versuchen, unsere Musik zu machen und SUBTERFUGE CARVER kommt dabei eben raus.

Welche Erfahrungen verarbeitet ihr in euren Lyrics?
Die schreibt unser Sänger Alex in der Rohfassung, der Rest der Band macht dann den Feinschliff. Die Texte handeln von Alex Alltag, was ihn bewegt. Uns geht es nicht darum, irgendwie Propaganda für etwas zu betreiben oder den Weltfrieden zu fordern. Die Texte sind nur ein Medium, ein Ventil, unsere Empfindungen auszudrücken. Wir haben den Anspruch, unseren Hörer zu fordern, er soll es mit uns nicht einfach haben. Die Texte sind interpretationsfähig, wie auch unser Bandname SUBTERFUGE CARVER, den jeder anders interpretiert. Wir möchten kein einfaches, sondern komplexes Produkt verkaufen.

Ihr seid eine junge Gruppe im Musikgeschäft. Was habt ihr für Erfahrungen in diesem Business gemacht?
Wir haben Ambitionen und wissen, dass das Musikbusiness nicht einfach ist. Wir verfügen aber auch über die Einstellung: Wir machen definitiv bestimmte Sachen nicht, und das sind meist Sachen die uns in welcher Art auch immer einen festen Rahmen vorgeben oder uns Grenzen setzen würden. Aber für uns ist das Wichtigste, unsere Musik machen zu können, damit wir die Welt verstehen.

Wie sieht eure Umgebung aus: Gibt es mehrere Bands dieser Gangart oder steht ihr allein auf weiter Flur?
Es gibt hier im Süden schon einige Metalbands, aber wenig, die wirklich innovativ sind. Genau da wollen wir ansetzen und diese Lücke schließen. Hier in der Gegend kannst du noch so erfolgreich sein, trotzdem gehen die Leute lieber in die Metaldisco, weil sie lieber Metal aus der Dose anhören und dafür Geld ausgeben anstatt für gute Livebands oder Newcomer. Viele Clubs, die Konzerte auf die Beine stellen, leiden auch im Süden darunter. Ich gebe dir mal ein Beispiel: BETZEFER spielten für 8 Euro Eintritt vor einer handvoll Leuten. Danach ging es in die Metaldisco. Trotz Einztritts von 4 Euro war diese rappelvoll! Das muss geändert werden, da setzen wir an.

Ihr habt euer Debüt von Andy Classen im Stage One Studio mastern und mischen lassen. Wie ist das Arbeiten mit ihm? Ist man dann nicht auf einen bestimmten Sound festgelegt?
Es hat sich als sehr angenehme Zusammenarbeit herausgestellt. Andy ist sehr gut ausgestattet und arbeitet knallhart. Wir konnten sehr viel von ihm lernen. Ein guter Produzent wir nicht dafür bezahlt einer Band seinen Sound hin zu mischen, sondern in Zusammenarbeit mit den Musikern und unter Berücksichtigung der Musik, ein schlüssiges und rundes Ergebnis zu erzielen und das beste raus zu holen. Ich denke, das Ergebnis spricht für sich, auf jeden Fall sind wir sehr zufrieden.

Wie seid ihr an euer Label „Supreme Chaos Records“ gekommen? Stellt euch die Labelarbeit zufrieden?
Supreme ist ein kleines Label, aber wir sind zufrieden. Supreme haben sich hohe Ziele gesteckt. Da ist die Parallele zu SUBTERFUGE CARVER. Wir versuchen gemeinsam mit dem Label, diese Ziele zu erreichen.


Wie sieht die nahe Zukunft von SUBTERFUGE CARVER aus? Welche Ziele habt ihr euch gesteckt?
Unsere Ziele sind sehr hoch gesteckt! Wenn du mich nach meinem größten Ziel fragst: Ich möchte mal zusammen mit meiner Band auf einem selbstorganisierten Festival auf der Bühne stehen. Auf diesem Festival sollen nur Newcomer spielen. Ansonsten sehen wir die Dinge, was unsere Ziele betrifft, sehr realistisch, da wir keine Träumer sind.

Habt ihr schon Ideen, wie das nächste Album klingen soll?
Konkrete Gedanken haben wir nicht, dazu ist unser Album auch noch zu allgegenwärtig. Wir wissen auch nicht voneinander, was kommen wird. Aber eines ist gewiss: „Deathcore“ ist ein Vorgeschmack auf das, was von uns noch kommen wird. Das Album ist in einer Phase entstanden des Kennenlernens. Wenn wir unsere Fähigkeiten weiter kanalisieren, wird ein Monster kommen. Wir sind bisher noch nicht richtig warmgelaufen, unser kreativer Rahmen erweitert sich ständig, so dass es uns bald gelingen wird, das Elemntare, die Grundessenz aus uns herauszuarbeiten. Wenn du „Deathcore“ von A-Z hörst, weißt du, wie wir zurzeit sind. Wir sind aber noch nicht da, wo wir hinwollen oder hingehören.

Wann geht ihr auf Tour?
Es ist echt schwierig, eine Tour mit gleichgelagerten Bands auf die Beine zu stellen. Wir arbeiten daran und suchen deutschlandweit noch solche Bands, die Bock auf eine Tour mit SUBTERFUGE CARVER haben. Also meldet euch wenn euer Nervengerüst und eure Zielsetzung es zulässt!!


Danke für das Interview Arthur!