Interview mit Titus

 




„Es ist etwas besonderes, wenn das eigene Wirken seine Spuren hinterlässt.“ sagt Titus Dittmann. Man glaubt es ihm gerne. Die Titus GmbH entstand aus purer Begeisterung. Daraus wurde eine erfolgreiche Skateboard Institution die sich zum angesagtesten Skateboard Mailorder mauserte und heute größer ist als je zuvor. Sitz des Ganzen: Münster. Hier sind inzwischen mehrere Mitarbeiter beschäftigt die sich um all das kümmern, was 1978 langsam aber sicher anfing. Begonnen hat alles mit einer Schülergemeinschaft im Skateboarding. Titus, der damals sein Refrendariat an einem Gymnasium machte, wurde von seinen Schülern angesprochen und er willigte ein. Das war wohl der entscheidende Schritt. „Das war nie geplant, ich bin meiner Begeisterung gefolgt und der Rest kam von alleine“ sagt Titus heute.


Selbstverständlich gab es auch schlechte Zeiten und das betont er immer wieder. „Wer Scheiße frisst, kann sich auch irgendwann freuen wenn er es verdaut hat“ und das hat er wohl. Wie er selbst sagt gibt es auch die ein oder anderen Tage an denen er seine Entscheidungen bereut. „Wenn ich an die vielen Erfolge denke, geht das aber schnell rum“. Damals war es noch schwer, den inzwischen längst etablierten Sport Skateboarding durchzuführen. Das größte Problem, so Titus, lag darin der Erwachsenenwelt klar zu machen, was Skateboarding bedeutet und welche Kraft es hat. „Ich musste immer Fürsprecher der Szene sein und kämpfe auch heute noch gerne für sie“. Die Szene musste gefördert werden und nicht schlicht akzeptiert. Jede Info die aus den USA kam wurde hier dankbar aufgeschnappt und mit Liebe durch gearbeitet. Wer soviel arbeitet soll natürlich auch belohnt werden: Ein Ende ist nämlich nicht in Sicht und Titus kann stolz sein (was er aber nur „ein bisschen“ ist), denn der Nachwuchs ist enorm talentiert. „Extrem, was da momentan passiert. Das Leistungsniveau knallt durch die Decke“ sagt er und man kann sich vorstellen wie der knapp 60jährige Profisportler das ausdrücken würde, wenn er nun vor einem säße.


Doch bei allem Nachwuchs darf man die alten nicht vergessen. Da wäre beispielsweise THUMB Sänger Claus Grabke. Auch er hat das Skateboarden für sich neu erfunden. Angefangen hat es als kleines Kind, als er unter einen Kochtopfdeckel einen Rollschuh geklebt hat. Fertig war sein Skateboard. Das ist wohl das, was Nachwuchs eigentlich mal war. Grabke merkt kritisch an: „Nehmt den Druck raus. Skaten soll Spaß machen und dieses ganze „ich will gesponsort werden“ Ding ist scheiße.“ Weiterhin sagt er „Einfach fahren und mit Freunden genießen.“ Auch Grabke musste genügend einstecken. Seine übelste Verletzung war ein „Komplettes-Weber-Syndrom“. Dabei handelt es sich um ein komplett abgedrehten Fuß. Autsch. Spricht man ihn auf das Business an, die Vor- und Nachteile an einer großen Institution wie Titus, so sagt er selbst „Der Nachteil an großen Unternehmen ist, dass sich alles um Gewinnmaximierung dreht, der Vorteil ist natürlich, dass man viel kaufen kann und viel erreichen kann. Das alles interessiert mich aber nicht. Ich will skaten“.

Im Grunde sagt Titus im Anschluss dasselbe: „Solange das Leben noch eine Aufgabe für mich hat und ich mich mit dem Skateboarden befassen kann, freue ich mich auch auf jedes weitere Jahr das noch kommt“ sagt Titus. Dann drücken wir mal die Daumen und wünschen alles Gute zum 30ten Geburtstag von Titus !