RANDOM aufgelöst

 

RANDOM aus Österreich haben sich aufgelöst. Ein Statement der Band gibt es nachfolgend:

"Ruhig ist es um random geworden in den letzten Wochen und Monaten. Und es gibt auch einen guten Grund dafür. Wir haben uns entschlossen, dieses bedeutende Kapitel abzuschließen. Die Geschichte eine für uns wunderbare Fabel ist zu Ende erzählt. Als Filmliebhaber stehen wir eben selbst nicht auf ideenlose Sequels. Und mit einem Chefkoch in der Band schon gar nicht auf Aufgewärmtes.

Fast 7 Jahre haben wir gemeinsam Punkrock gemacht, mit unendlich viel Spaß und Freude an der Sache. Eine Menge nette Leute und Bands haben unseren Weg gekreuzt und/oder uns ein Stück dabei begleitet. Wir sind unserem eigenen "Rosebud" hinterhergejagt und haben an der Erfüllung eines gemeinsamen Traumes gebastelt.

Aufhören wenn's am schönsten ist?

Kommt nicht in Frage. Wenn ihr mich fragt, gab es keine "schönste Phase". Es war einfach EINE geile Zeit, die alles hatte, was man sich als Punkrock Band in einem Land der musikalischen Hochkultur (zumindest aus historischer Perspektive) wünschen kann.

Bereits das erste Demo hat uns gemeinsam mit dem kurz darauf erschienen ersten Album "who really cares?!" (Suspect, 2002) einige Türen geöffnet. Irgendwie ist es uns gelungen, uns rasch in der heimischen Szene zu etablieren.

Mit "who really cares?!" haben wir das nachgeholt, was wir 5 Jahre zuvor noch nicht im Stande waren, musikalisch umzusetzen. Es gab für uns was aufzuholen und das hat sich mit unter halt in T-Chords und 220bpm geäußert. Scheiss drauf. Uns hat's gefallen und den Leuten auch. Die Kritiken von damals waren overall alle gut, Tom von europunk trifft es wahrscheinlich auf den Punkt: "... I guess I have to thank random for reminding me why I am so much into punkrock in the first place, as they teleport me back to the days when the European skatepunk scene was living its haydays ... While Random doesn't bring anything new to the table, you're guaranteed to be thrilled in a grand, old fashion, melodicore style. ... They would have exploded some years ago I'm sure." Deswegen ist who really cares?! auch bis heute das erfolgreichste random Studio-Album aller Zeiten!

Wohl aufgrund dieses Erfolgs durften wir zu dieser Zeit mit so manchen Helden unserer Jugendtage Bühne und Backstage-Raum teilen (und mit so manch schönem Weibchen das Bettchen.) Auch der Slot in Wiesen war sicherlich einer unserer persönlichen Highlights.

Leider wurde unsere hedonistische Einstellung (der wir zu dieser Zeit größtmöglichen Ausdruck verliehen) manchmal fälschlicher Weise als Dekadenz interpretiert, was mit unter den Tatbestand der "Üblen Nachrede" zur Folge hatte. What shells... "Die Anzahl unserer Neider bestätigen unsere Fähigkeiten." hat Oscar Wilde behauptet. Rockhit records war da ganz seiner Meinung. Doch diese lieben Jungs aus Berlin haben sich da gemeinsam mit uns gewaltig getäuscht.

Für die Veröffentlichung des 2. Albums haben wir den Schritt nach Deutschland gewagt. Im Nachhinein gesehen war es für uns der Versuch eines Spagats, bei dem wir uns ordentlich die Eier eingerissen haben. Und die lieben Jungs von rockhit mussten für die OP bezahlen. Wir sind noch immer unglaublich dankbar für die Chance, die uns dieses Team gegeben hat! Dass wir das nicht genutzt haben, dafür sollten wir uns wohl schämen... (An dieser Stelle auch ein ernst gemeinter Tipp an alle, die ähnliche Schritte in Erwägung ziehen: überlegt euch wirklich gut, ob ihr es durchziehen könnt. Das Wollen ist keine Frage!).

Der erhoffte Erfolg (und damit meinen wir durchaus auch den kommerziellen) des 2. Albums ist bekanntlich ausgeblieben. Ja, wir hatten die Absicht, die Fehler von "who really cares?!" nicht zu wiederholen. Damit haben wir aber nur eines erreicht: Leider ist das 2. Album "Essays of pathetic moments" bis dato künstlerisch und musikalisch völlig unverstanden. Ein Umstand der sich bestimmt noch 2 Generationen halten wird, ehe sich unser Kindeskinder über die Unsummen an Tantiemen erfreuen dürfen. (für alle, die den jetzt nicht gecheckt haben: Humoralarm!)

Nach diesem "Misserfolg" (gepaart mit familiären Turbulenzen) war dann etwas die Luft raus beim Booking, beim Song Writing, einzig beim Partying nicht, aber das konnten wir schon immer am besten. Allerdings ist das deutlich zu wenig für unser Verständnis von konstruktiver Bandzusammenarbeit.

Und so hat es uns jetzt im verflixten siebten Jahr erwischt. Die Tugenden der Jugend haben sich für den einen oder anderen zum Laster gewandelt, persönliche Wertvorstellungen ändern sich, das NOFX Shirt passt nicht mehr. Die Gründe für so einen Schritt sind immer persönlich und natürlich unterschiedlichst. Für den einen wiegen sie mehr, für den anderen weniger. Ganz egal vorbei ist vorbei.

Ob wir noch eine Abschieds-Show in Linz spielen werden, wissen wir selbst noch nicht. Einige Leute haben uns schon darauf angesprochen. Vielleicht machen wir auch eine "funeral tour 09". (Lüge oder nicht?)

Summa Summarum

Einen so bedeutenden Lebensabschnitt zu beenden ist nie einfach. Dennoch ist für uns freilich keine Sonne vom Himmel gefallen (deren Scherben liegen schon wo anders...). Wir haben in den letzten Jahren alles ausgekostet was es auszukosten gab und sind dankbar für das reichhaltige Buffet. Woody Allen meinte mal, "Dabeisein ist schon 80% des Erfolges". Dann waren wir ja gar nicht so weit entfernt... (Zumindest hat das bisschen Airplay die Kosten für die AKM Anmeldung wieder eingespielt ;-)

Wir danken allen, die in irgendeiner Weise Wegbegleiter von random waren, für Ihre Unterstützung ohne Ende, Herrn Karl für "A-Molls" ohne Ende, Marc fürs Zusehen beim Busausräumen und uns selbst für Spaß ohne Ende.

Muchas gracias, take care und cheers!

walli/muff/raini/hoiza/twisti "