Plattenkritik

ALL WILL KNOW - Deeper Into Time

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Info

Release Date: 20.11.2015
Datum Review: 01.11.2015

Tracklist

 

1. Home
2. Deeper Into Time
3. Still, Cold And Lost
4. Towards Deliverance
5. Feed Their Minds
6. Reset That Clock
7. Exceed And Refine
8. The Rain I Bring
9. Solitude In Fear
10. Existence Denied

Band Mitglieder

 

Frank Richter - Gesang
Jan Jahnson - Gitarre
Steffen Henneberger - Gitarre
Max Jänsch - Bass
Lukas Gröhl - Drums
Felix Wlazer - Keys

ALL WILL KNOW - Deeper Into Time

 

 

Am 20. November diesen Jahres schmeißen ALL WILL KNOW ihr zweites Album „Deeper Into Time“ auf den Markt.

Das Sextett aus Darmstadt fährt auf ihrem aktuellen Longplayer eine dicke Soundwand auf, die wenig missen lässt, dafür aber auch stark an ältere IN FLAMES erinnert. Die Pressemitteilung wird erwartungsgemäß ein bisschen aufgeblasen; man muss ein Produkt schließlich auch bewerben. Etwas Fremdscham rekurriert allerdings auf die Tatsache, dass ich gleich zwei Bewerbungsschreiben vor mir liegen habe, in denen der Inhalt schlichtweg per „copy & paste“ übernommen wurde, nur um im darauffolgenden Absatz zum dritten Mal (in nicht mal anderen Worten) zu erläutern, dass ALL WILL KNOW modernen, melodischen Death Metal mit IRON MAIDEN Anleihen und Sequenzer-Elektronik á la SOILWORK oder unzähligen anderen (vornehmlich US-)Bands, die derzeit den europäischen Markt überschwemmen. Warum mir das nun aber als „[e]in ganz eigenständiger Sound also[...]“ verkauft werden will erschließt sich mir nicht.

Anhand der im Netz zu findenden Videos bedient sich die Band live aktueller technischer Mittel, um die im Studio vorprogrammierten Piano-Synthie-WE-Parts abzufeuern (wenn auch in der PM ein Keyboarder gelistet wird). Zudem scheinen sie ihren (melodischen) Sänger eingebüßt zu haben. Shouter Frank macht aber einen recht passablen Job, auch wenn für mich die Vocals so klingen, als wären sie in einem anderen Studio aufgenommen oder zumindest gemischt worden, während die Musik wie aus einem Guss stammt. Musikalisch bedient man ein recht breites Feld, neben oben genannter Parallelen mit IF ('Home') erinnert der Titeltrack 'Deeper Into Time' gesanglich hier und da an ein bisschen an den BLIND GUARDIAN Pomp und fertig ist eine gar nicht mal so geil gesungene Nummer, die bis zum von Pathos geschwängerten Mittelteil eigentlich gut ins Ohr ging. 'Fear Their Mind' hätte jetzt auch aus jeder anderen skandinavischen Stahlschmiede anno 2002 kommen können: Metal-Riffing trifft auf elektronische Einwürfe, Death Growls (gut gemacht, by the way) und Melodik (MNEMIC, RAUNCHY, ...). Gut, aber wirklich neu ist das nicht. Daher verwundern mich dann vollmundige Attribute wie „New Wave Of German Heavy Metal“. Ich finde Songs wie 'All Will Know' haben derartige „PR“ nicht nötig. Die Stücke sind durchweg Nackenbrecher, die mit mehrstimmigen Refrains und abwechslungsreichem Gitarrenspiel überzeugen. Das Drumming pumpt ordentlich und ist ebenso gut durchdacht, wie die komponierten Keyboard-Flächen. Hier und da gefallen mir die cleanen Vocals nicht. In der Regel sind die Harmonien und Melodien sehr eingängig und präzise. Doch dann klingen sie wieder etwas stark an den Akkorden und Voicings orientiert. Da wäre meiner Meinung nach noch Überarbeitungsbedarf. Ansonsten ist die Platte durchaus rund, mit sattem Bass-Sound und sehr soliden Songs, die sich nicht scheuen auch mal in progressivere Fahrwasser zu schippern. Lieder wie 'Exceed And Refine' sind wie Faustschläge gegen die Brust und machen sehr viel Spaß.

Also wer auf facettenreichen, melodischen Death Metal mit Tasten-SchnickSchnack steht (der mal nicht aus Schweden kommt), der darf hier meiner Meinung nach beruhigt zugreifen. ALL WILL KNOW – diese Platte ist wirklich gut und eben erwähnter Song ist wirklich ein Knaller.

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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