Plattenkritik

ALTER BRIDGE - Walk The Sky

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Info

Release Date: 18.10.2019
Datum Review: 15.10.2019
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1) One Life
2) Wouldn’t You Rather
3) In The Deep
4) Godspeed
5) Native Son
6) Take The Crown
7) Indoctrination
8) The Bitter End
9) Pay No Mind
10) Forever Falling
11) Clear Horizon
12) Walking On The Sky
13) Tear Us Apart
14) Dying Light

Band Mitglieder

 

Myles Kennedy - voc, git
Mark Tremonti - git, voc
Brian Marshall - bass
Scott Phillips - drum

ALTER BRIDGE - Walk The Sky

 

 

Ziemlich genau drei Jahre nach "The Last Hero" veröffentlichen ALTER BRIDGE mit "Walk The Sky" ihren sechsten Longplayer und machen bereits mit dem ersten (vollständigen) Song "Wouldn't You Rather" unmissverständlich deutlich, dass sie sich musikalisch an ihren Vorgängern orientieren, ohne dabei auf Neues zu verzichten. Alle Fans der Band dürfte das freuen. Ob sich damit neue Fans generieren lassen, bleibt abzuwarten. Falls man die Band noch nicht kennen sollte, ist "Wouldn't You Rather" in jedem Fall eine geeignete Blaupause des musikalischen Schaffens. Fette Riffs, ein Refrain, in dem die Stimme von Sänger Myles Kennedy bestens zur Geltung kommt und ein Gitarrensolo wie es nur Mark Tremonti auf die Saiten zaubert. Leider ist die erste Hälfte des Albums ansonsten recht beliebig ohne dabei Totalausfälle zu verzeichnen. ALTER BRIDGE besinnen sich auf das was sie können. Im sechsten Anlauf wirkt das teilweise aber etwas repetitiv.

Mit dem siebten Song, "Indoctrination", nimmt das Album dann aber (endlich) Fahrt auf und wird abwechslungsreicher. Ein düsterer, ruhiger Beginn leitet den Song ein und mündet in einen opulenten Refrain. Insgesamt fällt auf, dass die Bandmitglieder sehr songdienlich agieren. Dies betrifft vor allem Gitarrist Mark Tremonti, der sich bezüglich ausschweifender Gitarrensoli weitestgehend zurückhält. Und auch Scott Philipps bedient das Schlagwerk sehr auf den Punkt gebracht.

"The Bitter End", "Clear Horizon" und "Walking On The Sky" sind ALTER BRIDGE Songs in Reinform. Die Songs bauen sich auf und fokussieren mitreißende Refrains, die die Pommesgabeln in die Höhe schnellen und die Köpfe nicken lassen.

Das vorab ausgekoppelte "Pay No Mind" überrascht mit elektronisch-sphärischen Elementen zu Beginn und "Forever Falling" ist vielleicht einer der untypischsten ALTER BRIDGE Songs der letzten zehn Jahre. Auf der zweiten Hälfte des Albums probiert sich die Band mehr und mehr aus. Dabei entfernen sich Kennedy und Co. von den opulenten Arrangements, die früher bis zu achteinhalb Minuten Länge aufwiesen. Das Songwriting und die Instrumentalisierung sind pointierter als je zuvor. Genau das beschreibt auch Sänger Kennedy in seinem Statement zur neuen Platte:

“Musically, the songs are shorter with crystallized arrangements instead of the epic journeys we’ve embarked on in the past. Not that there is anything wrong with epics, but it was time to mix things up. In many ways, Walk The Sky is essentially the spiritual follow-up to AB III. That record was very dark with echoes of spiritual disillusionment throughout. That time in my life was an important part of my journey—a journey that has continued for decades and ultimately brought me to where I am now. The new music is a sonic manifestation of someone who has a better understanding of where he fits in the universe and how to interact with it.” 

Einige werden das epische Ausmaß von Songs wie "Blackbird" oder "In Loving Memory" möglicherweise vermissen. Doch auch die neuen Songs werden die Fans der frühen Stunde nicht enttäuschen. Das abschließende und ebenfalls vorab ausgekoppelte "Dying Light" erinnert noch am ehesten an die "epic journeys", die Kennedy in seinem Statement erwähnt. Ein rockiger Start, der abrupt beendet wird, durch einen Neuaufbau des Songs, der in einem ausufernden, spannenden Gitarrensolo Tremontis endet und dem Hörer Mut macht:

In the dying light
We learn to live
When we give in To the silent waves that crash inside
In the dying light
We can begin
To live again
When we wake up to eternal life
Let this be an exercise
In how to face your fears
Step into the realm of madness
If you dare my dear

Wer ALTER BRIDGE vor "Walk The Sky" nicht mochte, wird die Band wahrscheinlich auch nach dem Hören der Platte nicht mögen. Zwar übt sich die Band darin neue Elemente in ihre Songs einzubauen und abwechslungsreicher als je zuvor zu klingen. Die Grundpfeiler der Band bleiben aber bestehen. Und das sind die außergewöhnliche Stimme von Myles Kennedy und das Gitarrenspiel von Mark Tremonti. Das klingt beim Lesen deutlich negativer als es gemeint ist, denn was die Band Veröffentlichung für Veröffentlichung auf die Beine stellt, ist wirklich beachtlich. "Walk The Sky" ist die logische Weiterentwicklung einer Band, die aus den Überresten von CREED und THE MAYFIELD FOUR entstand. 

Autor

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Peter

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