Plattenkritik

ANDREW PALEY - Sirens

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Info

Release Date: 20.11.2016
Datum Review: 20.11.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

Come Home
Take Cover
Let Me Go
Go To The Wolves
Ellie Dreams Of Flight
Feeling Detroit
Songs For Dorian Gray
Ellie
Father John
Surfer Street
It‘s Morning
Caroline The Brave
Brick Red In The Sun

ANDREW PALEY - Sirens

 

"Sirens" streift mit Gitarre, Piano, Synthesizer und Reagenzglas-Stimme durch Weltall, Blutbahn und Liebeskummer gleichzeitig. Fluch und Segen zugleich koennen sie sein, diese verdammten Solo-Ausfluege unserer liebsten Bandmitglieder.
 
ANDREW PALEY ist nicht unbedingt so ein gelaeufiger, weil umtriebiger Name wie CHUCK RAGAN oder DAVE HAUSE. Der Chicagoer Songwriter - eigentlich Frontmann der eben dort ansaessigen Band THE STATIC AGE - schickt die Songs seines Solodebuts vorbei an Grobian-Folk oder Americana-Gedudel. "Sirens" ist formschoener, fragiler, intimer. "Come Home" besaenftigt direkt zu Beginn mit samtigem Gesang und vollkommendem Chorus, der nicht zuletzt dank perfektem Harmoniegesang von Tourkumpane Tom aka THE LION AND THE WOLF durch die Decke schiesst. Kaum traut man sich zu atmen, wenn PALEY zur Hookline ansetzt. "Let Me Go" koennte aus der Schlafliedkollektion von DEPECHE MODE stammen, waeren diese riesige BON IVER-Fans. Den Wave und sein Geschick fuer intensive, oft poppige Melodien hat PALEY auch in "Sirens" investiert - spielt beides aber nicht stetig aus. Lieber funkelt und hallt es warm bei "Feeling Detroit": "I'm feeling silver, but you're still gold / I feel like Detroit and you're New York" haucht der Saenger, dazu kuemmern sich drei Akkorde und Keyboardschwaden um alles, was hintenrum wattiert und eingehuellt gehoert. Verflixt und zugenaeht,  hagelt es Emotionen und Gaensehautmomente auf "Sirens": "Ellie Dreams Of Flight" kurbelt Harmonien und schuechterne Percussion um die klare, markante Stimme PALEY's, bevor "Surf Street" wenig spaeter eher in bekannte Indiefolk-Schemata zielt. Waehrend draussen die Regentropfen um die Wette die Fensterscheibe herunterlaufen, waermen "Caroline The Brave" oder "Go To The Wolves" mit beinahe kirchlichem Charme und unterschwelligen Streichern. Dabei sind die zwoelf Song viel zu selten zu aufgeregt oder uebertrieben ausstaffiert. Eher scheint ANDREW PALEY ein Verfechter des Minimalismus, denn "Sirens" koennte locker im Hobbykeller entstanden sein. Wer den vertonten Erzaehlungen des baertigen Songwriters intensiver lauscht jedoch merkt schnell: Das sind sie keinesfalls. "Sirens" ist reine Herzensangelengenheit.

 

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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