Plattenkritik

A Hero A Fake - The Future Again

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Release Date: 20.07.2012
Datum Review: 07.08.2012

A Hero A Fake - The Future Again

 

„Volatile“ und „Let Oceans Lie“ sind überstanden, die Flutwelle aus „The“ – Bands oder Frickeldrang drohte von der Insel bis zur US-Uni – und ist ebenso überlebt. Zeit also für ein frisch gewaschenes V-Neck-Shirt und etwas mehr, etwas schmackhafteres, etwas hervorstechenderes an Handarbeitsvolumen. Viel Ziet bleibt im Metalcore-Kosmos nicht. Vielleicht wohnen die wilden Tiere bald schon mit uns in zerfallenen Wolkenkratzern.


Womit das Chaos und somit „The Future Again“ schon perfekt wären: Song Nummer acht, namentlich schmeichelnd „A Simple Drive Through The Lake“ genannt, fehlt schlicht auf der Veröffentlichung. Dafür heißt es kleingedruckt: „Track 8 Was Mistakenly Included On The Print But Does Not Appear On The Record“. Das macht Lust auf mehr und vielleicht einen Leserbrief an die Heimat von A HERO A FAKE - Victory Records.
Was die Band aus North Carolina hingegen musikalisch entblättert, wissen Sänger Justin Brown und Konsortium nicht aus Kleingedrucktem oder Verlorengegangenem zu schöpfen: Ihr metallischer Postcore (somit weich in eine Schublade eingebettet) schreit nach Vertracktheit und technischer Finesse, Songs wie der kompromisslose Opener „Mechanical Heart“ oder „Port Hole“ drehen sich nicht im Kreis oder zählen die Schemata vom Notenblatt runter.
Harte und vor allem pausenlos rotierende Drums zerren Melodie- und Riffgewitter durch die düstere Progressiv-City, die dem Hörer laut Covermotiv versprochen wird. Bei „The Constant“ gesellen sich klare Gesangsparts, auf „Princess Of The Sun“ hingegen wilde Tech-Metal-Passagen zu dem schwer überschaubaren Songwriting der Band. „The Future Again“ ist dabei nicht bloß auffällig kurz geraten - insgesamt wirkt die knappe halbe Stunde oft wie eine konzeptlose Aneinanderreihung von möglichst komplexen Spielereien und Fills, die sich weder in der Einheit noch im Detail behaupten können.

A HERO A FAKE nehmen ihr drittes Album keinesfalls auf die leichte Schulter: Es fällt leicht sich zum Beispiel an „Dead And Done“ die Zähne auszubeißen wenn einem das Quintett inmitten der Growls, des Forderns und des Bolzens hier eine der wenigen Chancen dazu einräumt. Jedoch zischt die Dampflok, der bretterne Album-Koloss über mögliche Ziele hinweg und vergisst vor lauter zerpflückter Aufregung und Konzentration Punkt oder Komma. Wäre das eine Eigenschaft, die die Gitarristen Eric Morgan und Patrick Jeffers sowie Basser Christopher Rosser und Drummer Evan Kirkley um Frontmann und Stimm-Glücksrad Brown ihrer Vergangenheit zuschreiben möchten – é voilá.
Die Zukunft - so prophezeit man hinter vorgehaltener Hand - möge jedoch mehr an Bestimmtheit und Klasse bereithalten.

Trackliste:

01. Mechanical Heart
02. Dead and Done
03. Port Hole
04. Wild Fires
05. The Constant
06. Wasted Miles
07. I Have A Knife
08. Princess Of The Sun

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Bittedanke.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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