Plattenkritik

A Traitor Like Judas - Endtimes

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 24.09.2010
Datum Review: 13.09.2010

A Traitor Like Judas - Endtimes

 

Welche Metalcore-Bands werden aktuell abgefeiert? Sind es Bands, die mit zündenden Ideen oder bahnbrechenden Neuerungen den prophezeiten Untergang des viel verschmähten (aber immer noch boomenden) Genres aufhalten wollen? Nein, es sind Bands, die sich wohlbekannter Zutaten bedienen und diese schmackhaft aufbereiten. Oder haben PARKWAY DRIVE und THE GHOST INSIDE ein Fünkchen Originalitäts-Anspruch in der Setlist?

Auch A TRAITOR LIKE JUDAS stranden mit "Endtimes" auf der viel bevölkerten Insel, hören sich dabei gut gebräunt, sportlich und metrosexuell an. Noch mit den Knien im Wasser werden sie mit "bei euch ist kein Gründungsmitglied mehr an Bord" angepöbelt. "Bei Volkswagen auch nicht!" lautet die schlagfertige Antwort. Das Lachen bleibt dem Mob im Halse stecken, Zeit also, sich dem wirklich Wichtigem zuzuwenden.

"Endtimes" steckt textlich einen IST-Zustand ab und blickt in die Zukunft. Das dabei keine Liebesbriefe entspringen dürfte aufgrund eines Blickes auf die Tracklist feststehen. A TRAITOR LIKE JUDAS liefern einen hinlänglich bekannten Soundtrack zu einer sich selbst abschaffenden Welt und können damit vom Intro bis zum Abschlusstrack durch technische Perfektion (die in den Kohlekeller Studios durch Produzent Kristian "Kohle" Kohlmannsleder stilgerecht fett aufbereitet wurde) und Einfallsreichtum innerhalb eines eng gesteckten Rahmens überzeugen. Durchweg aggressiv macht die Band auch nicht den Fehler, in Momenten musikalischer Verweichlichung auf Klargesang umzustellen, Sänger Jasper shoutet in angenehm tiefen Sphären durch "Endtimes" (wird aber von seinen Hinterleuten nie allein gelassen) und wirkt nach einigen Durchläufen wie ein zusätzliches Instrument. A TRAITOR LIKE JUDAS kombinieren viel Metal mit reichlich New- und Old School Hardcore, der vor Melodie strotzt und mit Breakdowns vorsichtig dosiert, aber wohl platziert umzugehen vermag. Geschickte Tempiwechsel lassen den Groove zum Knüppel aus dem Sack mutieren, dabei verschaffen sich homogene Gitarrenläufe Luft, die Kenne und Checke der Materie nicht nur vortäuschen, sondern auch filigran umsetzen. Zudem wird über Albumlänge eine beklemmende und klaustrophobisch melancholische Atmosphäre erzeugt, die etwas Einengendes, ja angenehm Unangenehmes an sich hat. Zwar wird mit Harmoniebedürftigkeit nie gekleckert, aber A TRAITOR LIKE JUDAS verstehen es, mit düsteren Stimmungen zu spielen und diese auf den Hörer zu transportieren.

"Endtimes" überzeugt trotz einer jungen Besetzung mit Routine mäßiger Umsetzung und nie überzogen wirkender Fanboy-Verbundenheit zum stimmungsgeladenen Metalcore. Die Band untermauert damit vor allem, dass nicht immer in der Ferne nach guten Bands Ausschau gehalten werden muss. Nein, zu Hause ist es immer noch immer am schönsten.

Tracklist:
01. Intro
02. At World’s End
03. Unsung
04. Mirror Image
05. Dead Hearts
06. Traitor’s Halo
07. Your Heroes
08. Systematic Reclusion
09. To The Wolves
10. We'll Only Live As Long As We Chose To Carry On
11.Anchors Lost

Alte Kommentare

von lol 13.09.2010 15:59

...Die Bandinfo:-D

von Clement 13.09.2010 16:04

"dokumentiert den Ist-Zustand und skizziert die Folgen", daher habe ich "IST-Zustand" kursiv oder meinst du, weil ich das Album als Quintessenz auch gut finde? Natürlich, natürlich...

von Tegolas 13.09.2010 16:20

wird mit jedem hören noch besser!

von stingingrain 13.09.2010 18:57

sehr schön geschrieben und gut auf den punkt gebracht! klasse album und dazu ne sehr schicke aufmachung!

von @clement 13.09.2010 23:22

weder noch! ich meinte eigentlich die info auf deren myspace seite:-D Das album kenne ich nicht aber die 2 songs sind nicht schlecht! also nicht angegriffen fühlen;-)

von Tropen-Toni 14.09.2010 00:22

bombending was auf jeden bei ner show mitgenommen wird!

von Clement 14.09.2010 08:36

@ @clement: Angegriffen...du hast recht...denn die Promoinfo ist wirklich gut, daher echt schwierig, die aus dem Kopf zu bekommen.

von Scythe 14.09.2010 09:15

Ha, gut, dass ich die alten Shirts behalten habe!

von Sascha 14.09.2010 10:51

Hoppla, was ist da denn los? Klingt ja nach ner komplett neuen Band! Hatte die als so ne mittelmäßige Version von As I Lay Dying in Erinnerung - und jetzt klingen die plötzlich nach The Ghost Inside. Review trifft's echt gut, auch wenn ich in dem Punkt widersprechen möchte: TGI bieten schon deutlich mehr, als Metalcore nach altem Rezept.

von ben 14.09.2010 12:50

bomben platte, sollte man sich zulegen!

von pat 14.09.2010 14:58

Das Album ist super! Das Review auch, allerdings ist dir aber ein kleiner Fehler unterlaufen denn soweit ich weiss sind die Songs noch von der alten Besetzung geschrieben und aufgenommen wurden. Demnach kann vom IST Zustand erst beim nächsten Album gesprochen werden. Bin gespannt wie das alles live klingen wird. Ich hoffe sie können die Atmosphäre des Gesamtwerkes auch ins Konzert übertragen.

von Traitor 14.09.2010 18:19

Moin, danke erstmal für die doch positive Meinungen zu der neuen Platte. @ Pat Die aktuelle Platte ist von Kevin, Dan, Jochen und Jasper geschrieben wurden. Sind alle noch dabei bis auf Dan, der leider sehr spontan aus persönlichen Gründen ins Ausland gezogen ist. Also die Platte ist ein IST zustand, nur das jetzt mit Dans selbstausgewählten Nachfolger Sören gezockt wird! Grüße

von sven 14.09.2010 19:15

die myspace sachen klingen schon mal gut. und was seh ich da? am 28.11. zusammen mit the ghost inside und ftfd in braunschweig. fett!

von Geschmaxpolizei 16.09.2010 15:21

Alle nicht-Beatdown Parts find ich richtig gut, frisch und einfallsreich, alle E-Beatdownparts sterbenslangweilig und monoton. Wann hat es sich denn endlich mal ausgebeatdownt? Wer braucht diese Parts noch? Hängen sie nicht langsam allen zu den Ohren raus? Wie gesagt, die anderen Parts gefallen gut und sind auch musikalisch interessant. Ohne Beatdown würde ich mir die Platte kaufen

von beatdown 16.09.2010 16:14

macht die platte aber erst speziell du honk

von itzemeh 16.09.2010 16:24

Breakdown, du meinst Breakdown.

von carlos 16.09.2010 23:41

also, an den richtigen stellen ein guter breakdown... würd ich nicht drauf verzichten wollen! solange es nicht in jedem song dauernd ist!? konnte auf youtube die ganze platte hören... und muss sagen, ist gar nich so ein ge-breakdowne wie vorerst gedacht! hier und da mehr - hier und da weniger.

von 17.09.2010 10:29

von abacabb 20.09.2010 16:02

das ist mit zu philisophisch geschrieben.... kann man nicht einfach human schreiben?

von @abacabb 20.09.2010 16:23

A TRAITOR LIKE JUDAS haben mit "Endtimes" ein sehr gutes Metalcore-Album veröffentlicht. Bitteschön!

von Frankxxx 22.09.2010 15:01

Richtig richtig gut!!!!!

von xthemenacex 23.09.2010 14:44

Guter Sound. Echt besser als gedacht.

von mucku 28.09.2010 16:01

noch irgendwer der meinung das "mirror image" seeeehr nach chelsea smile von bring me the horizon klingt? zumindest anfangs :D

von stingingrain 28.09.2010 18:47

die haben bestimmt die ganze zeit bmth gehört... ;)

von ThoeCarrioer 11.10.2010 18:06

Spitzenalbum, hätte ich niemals erwartet. Klingt allerdings schon sehr nach THE GHOST INSIDE, was ja auch nicht soo verkehrt is'...

von basti 11.10.2010 18:29

naja eigentlich gut aber im grunde genommen alles geklaut...also übertreibts mal nicht!!! 6/10

von Rumpel 06.03.2011 13:39

ich halte endtimes für eins der besten melodischen metalcore-cds der letzten Jahre! Natürlich braucht es ein paar Durchläufe, aber dann zündet es von vorne bis hinten. Anschluss zu TGI hält man mit diesem Album locker! Hands up für A Traitor Like Judas!

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