Plattenkritik

Another Messiah - Dark Dreams, My Child

Redaktions-Rating

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Release Date: 25.05.2007
Datum Review: 22.05.2007

Another Messiah - Dark Dreams, My Child

 

Es gibt in den Niederlanden tatsächlich einen großen Metal-Nachwuchs-Contest namens Mezal Battle! Das das nicht mit Postars und ähnlichem zu vergleichen ist, das kann sich ja nun jedes Kind denken. Nun, ANOTHER MESSIAH, die sehr junge Band aus dem Land unterhalb von Normalnull, waren auch tatsächlich Finalisten dieses Wettbewerbs. Und man hört auf ihrem ersten Full Length auch klar heraus, dass sie wissen was sie tun.

Gleich der erste Song geht aufs Ganze und knallt einem harte Metalriffs und doomige Töne um die Ohren. Nichts besonderes, denkt man sich, eine weitere Metalband eben. Bis dann plötzlich nach der Hälfte des Songs eine Oboe einsetzt! Und auf einmal ist alles anders, erhält der Song einen ganz neuen düsteren, melancholischen und irgendwie altertümlichen Unterton. Als Sänger Robbie dann auch noch cleanen Gesang vom feinsten dazu packt, ist das Metalgefühl, dass so gar nicht zu dem angekündigten Post-Doom passt, perfekt und man schwelgt in alten Metal-Erinnerungen. Um dann doch von tiefen Growls und doomigen Gitarren doch wieder in die Jetzt-Zeit geholt zu werden. ANOTHER MESSIAH verstehen es gekonnt mehrere Stile von Metal miteinander zu verbinden ohne, dass es zu gewollt oder aufgesetzt klingt. Und die Oboe, die nicht nur als Beiwerk, sondern auch als melodieweisendes Instrument gebraucht wird, perfektioniert eine Stimmung, die der Band gut zu Gesicht steht. Irgendwie düster und episch, aber ein wenig ab vom üblichen Klischée-Metal. Beeinflusst zeigen sich ANOTHER MESSIAH unter anderem auch von MY DYING BRIDE, OPETH, GOREFEST, ORPHANAGE und RAMMSTEIN(da würde ich ganz klar sagen, dass hiermit der Gitarrensound und einige Gesangstechniken gemeint sind – hoffe ich!). Produzent des neuen Albums war Joost van den Broek, der unter anderem auch AYREON und AFTER FOREVER produziert hat und auch „Dark Dreams, My Child“ einen ordentlich satten und ausgeglichenen Sound verpasst. Auch ohne die Oboe als Exoteninstrument im Metal-Bereich ist diese Platte ein ordentlicher Knaller im Bereich Metal und hat in viele Richtungen wie Death, Doom oder Dark Metal etwas zu bieten. Ich selber bin ab und an dann doch etwas genervt von der Oboe, aber ich denke, das ist wie mit dem Keyboard bei BLEEDING THROUGH, DEADLOCK und ähnlichen: man mag es, oder man mag es nicht. Man gewöhnt sich dran, oder auch nicht.

Das Video zu „And Now I Will ...“ wird erst auf der finalen Version des Longplayers sein und ich kann daher nicht beurteilen, wie gelungen oder passend es ist oder in welche Richtung es geht. Fakt ist: ANOTHER MESSIAH legen ein ordentliches Debütalbum hin für das ich ihnen 7 Punkte gebe.

Tracklist:

01 These Lonely Eyes
02 And Now I Will …
03 My God It’s Him
04 I never Noticed
05 Sweet Dreams
06 She Softly Starts To Cry
07 Dead Man Walking
08 Left To Die
09 The Bee Queen
inkl. Video zu “And Now I Will …”

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Janina

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