Plattenkritik

AUGUST BURNS RED - Found In Far Away Places

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Info

Release Date: 29.06.2015
Datum Review: 27.06.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. The Wake
02. Martyr
03. Identity
04. Separating The Seas
05. Ghost (feat. Jeremy Mckinnon of A Day To Remember)
06. Majoring In The Minors
07. Everlasting Ending
08. Broken Promises
09. Blackwood
10. Tewnty-One Grams
11. Vanguard

Band Mitglieder

 

Jake Luhrs (Vocals)
JB Brubaker (Guitar)
Brent Rambler (Guitar)
Matt Greiner (Drums)
Dustin Davidson (Bass)

AUGUST BURNS RED - Found In Far Away Places

 

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie AUGUST BURNS RED es schaffen in dem bald zwei Dekaden andauerndem Zyklus Tour-Album-Tour immer wieder Songs zu schreiben, die überraschen. Immer wenn man denkt, dass Songs wie 'Composure', 'Mariana´s Trench', 'Fault Line', 'Indonesia' oder die Überflieger 'White Washed' und 'The Eleventh Hour' (man könnte noch mehr aufzählen) nicht noch übertroffen werden könnten, dann hauen sie – scheinbar mir nichts, dir nichts – Knaller die das neue 'Seperating The Seas', eine druckvolle Nummer die ABR nicht nur bezüglich ihres bisherigen Weges sondern auch ihres derzeitigen Standes perfekt repräsentiert. Die eingängige, fast schon (zu) simpel gehaltene Gitarrenmelodie, welches in ein typisches, melodiöses Riffing übergeht, gepaart mit Greiners Schlagzeugspiel, welches nicht nur für Techniker und Mitzähler sondern auch Circle Pit Liebhaber ein Genuss ist. Interessant wird es ab der 2. Minute, wenn die Band wieder einmal musikalische Gefilde sowie Instrumente erkundet und einbezieht, die andere gerne aussparen. Aber an dieser Stelle sei nicht zu viel verraten. Auch 'Identity' bedient sich diesem Überraschungsmoment sowie einem Chorus, den man dank des Gitarrenspiels mitsingen könnte. 'Martyr' schließt an die altbewährte Formel an und erinnert ein bisschen an 'Fault Line'. Das liegt auch daran, dass diese Band eine Sound-Trademark kreiert hat, von dem andere Künstler nur träumen.

Das Drumming, aber auch Luhrs 'leightweight Screaming', wodurch man gerne zuhört und was eine gewisse energetische Authentizität beinhaltet, eben genau dadurch, dass er im direkten Vergleich zu bspw. Bozeman (wenn auch andere Nische) eher den Kürzeren in puncto Sound ziehen würde. Aber wie schon Phipps von UNEARTH bewies ist es manchmal nicht extremes Growling was Lyrics und Vocals intensiv werden lassen. Dann ist da noch der Gitarrensound und das spielerische Miteinander, welches innerhalb weniger Augenblicke ABR zugeordnet werden kann. Doch die Art und Weise wie der Bass mit den Gitarren interagiert und die Brücke zwischen der Saitenfraktion und den perkussiven Elementen schafft ist für interessierte Bassisten mit einem gewissen Wiedererkennungswert behaftet. So auch die epischen Momente (wie in 'Identity'), die die Band mit der starken christlichen Ausprägung immer wieder in ihre Sound-Geschosse einbauen. Mit 'Majoring The Minors' wecken sie mein musiktheoretisches Interesse, auch wenn ich nicht sicher bin, ob sie hier tatsächlich auf Dur und Moll anspielen. Die Nummer ist super eingängig, direkt, melodiös und doch finster. Hat Potential zu meinen Lieblingssongs erkoren zu werden. 'Everlasting End' bedient sich leicht melodiöser multipler Vocalspuren, aber keine Sorge: UNDEROATH sind sie noch nicht. Aber auch in diese Richtung zu experimentieren würde zu der Band passen, wenn es darum geht den eigenen Sound Stück für Stück auszubauenn, ohne das Fundament zu beschädigen (siehe auch 'Ghost' feat. Jeremy McKinnon). 'Blackwood' gönnt den Ohren eine angenehme, wenn auch verhältnismäßig kurze Verschnaufpause gönnt, nur um wenig später mit Gitarrenlicks aufzuwarten, die an klassischen Heavy Metal, wie auch Nintendo erinnern. Richtig überraschend für mich war der finale Track 'Vanguard'. Da soll sich mal jeder eine Meinung zu bilden. Aber ich finde ihn sehr stark, obwohl er mit den ABR Konventionen am ehesten zu brechen scheint. 'The Wake', 'Broken Promises' und 'Twenty-One Grams' werden nicht näher erwähnt weil sie schlecht wären, sondern weil ihr qualitativer Standard solide wie der Kurs für Gold oder Rohdiamanten ist.

 

Was mir immer wieder an ABR gefällt ist, dass da wo AUGUST BURNS RED drauf steht auch AUGUST BURNS RED drin ist...aber immer auch ein bisschen mehr.

 

„Found In Far Away Places“ bietet vieles, das wir schon kennen. Manch Neues sowie ein, zwei Überraschungsmomente. Im direkten Vergleich finde ich die Platte aber einen Hauch düsterer, aggressiver. Textlich geht es um das was die Bandmitglieder eben auch in ihrem privaten Leben stark beschäftigt und wofür sie gerne belächelt werden. Doch ABR können aus musikalischer Sicht für „Found In Far Away Places“ nicht zur Zielscheibe werden. Will man extrem kritisch sein, so könnte man aber auch sagen, dass das neue Album im Vergleich zu „Leveler“ und „Rescue & Restore“ eher eine konsequente Weiterführung ist, als das ein neue Ebene erklommen wurde. Macht nichts. ABRs 80% sind anderer Bands 120.

 

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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