Plattenkritik

BILLY TALENT - Afraid of Heights

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Info

Release Date: 29.07.2016
Datum Review: 24.08.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Big Red Gun
2. Afraid of Heights
3. Ghost Ship of Cannibal Rats
4. Louder Than the DJ
5. The Crutch
6. Rabbit Down the Hole
7. Time-Bomb Ticking Away
8. Leave Them All Behind
9. Horses & Chariots
10. This Is Our War
11. February Winds

Band Mitglieder

 

Benjamin Kowalewicz - Gesang
Ian D’Sa - Gitarre, Gesang
Jonathan Gallant - Bass
Aaron Solowoniuk/Jordan Hastings - Schlagzeug

BILLY TALENT - Afraid of Heights

 

Wo BILLY TALENT drauf steht ist auch BILLY TALENT drin. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Da müsste schon viel passieren, wenn sich BILLY TALENT nicht mehr wie BILLY TALENT anhören. Vielleicht ist es auch schlicht unmöglich. Denn egal wie sehr sich die Musik verändern würde, die Stimme von Sänger Ben ist so markant, dass sie allen Liedern den Stempel BILLY TALENT aufdrückt. Deshalb ist auch das neueste Werk der Kanadier, „Afraid of Heights“, eindeutig in diese Kategorie einzuordnen. Fans der ersten Stunde werden sich trotzdem fragen, wo die anfängliche Hingabe und Leidenschaft geblieben ist. Nein, BILLY TALENT sind jetzt nicht nicht leidenschaftlich. Aber wutausdrucks-Hymnen wie „Red Flag“, „Fallen Leaves“ oder „The Ex“ sucht man auf „Afraid of Heights“ vergeblich. Das war aber auch schon bei den letzten zwei Alben der Fall. Mit dem Alter werden Menschen eben etwas gelassener, das geht sicher auch BILLY TALENT so. Es scheint fast so, als wissen die vier nicht mehr so recht worüber sie sich überhaupt aufregen sollen. Es hört sich so an, als würden ihnen die Themen ausgehen. Die Lösung? Man entwickelt sich songtextlich so weiter, dass alle möglichen Interpretationsansätze möglich sind. Jeder kann sich die Songs so zu eigen machen. Der Preis: das kollektive Gefühl geht verloren. Sieht man darüber hinweg, ist „Afraid of Heights“ ein ordentliches Album. Musikalisch, wie schon erwähnt, trägt es eindeutig die Handschrift von BILLY TALENT. „Big Red Gun“ beginnt mit den markanten Basstönen, die man oft in den Liedern der Torontoer findet. In „Ghost Ship of Cannibal Rats“ findet sich auch das altbekannte Stimmenspiel von Ben und Ian wieder. Alles beim Alten also? Nicht ganz. Aus der Reihe fällt „Leave Them All Behind“. Mit einer Melodie zum verlieben und Bens Stimme ganz glatt und sanft, gepaart mit dezentem Schlagzeug und Gitarre ist es ein ziemlich ungewöhnlicher Ohrenschmaus. Normalerweise lösen die Lieder ja eher grimmige Gesichtszüge aus, aber „Leave Them All Behind“ zaubert ein leichtes Lächeln auf die Lippen. Das ist auch gut so. Denn der arme weiße Hase aus Alice im Wunderland wurde zuvor in „Rabbit Down The Hole“ zum bissig-menschenstehlenden-Bösewicht-Langohr. Man muss die Welt nicht immer verstehen. Das wird beim Hören von „Afraid of Heights“ klar.

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Katharina

Autoren Bio

Studentin, süchtig nach Musik & englischen Büchern, und immer von Fernweh geplagt :)

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