Plattenkritik

BRUTAL YOUTH - Sanguine

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 24.07.2017
Datum Review: 24.07.2017
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Denial
02. Chlorine
03. The King
04. Anger
05. Rogue Thoughts
06. Whiteway
07. Hostile Work Environment
08. Sandpit
09. Bargaining
10. Sanguine
11. Depression
12. Thick As Thieves
13. Todd Serious
14. Acceptance

Band Mitglieder

 

Vocals: Patty
Guitar: Greg
Bass: Kyle
Drums: Kaitie

BRUTAL YOUTH - Sanguine

 

Mit der Berechenbarkeit ihrer Musik hatten BRUTAL YOUTH noch nie ein Problem. "Sanguine" zeigt die positive Entwicklung der Hardcoreband und ist dabei weder Ausnahme noch Offenbarung.

Die Kanadier stellen gerne Beine und Stolperfallen mit Hilfe von Knueppelbeat und Distortionpedal. Ihr angepisster Hardcorepunk missfällt Schwiegermutter ganz bestimmt auch weiterhin. "Denial" oder "Hostile Work Environment" sind wie unvorhersehbare Sommergewitter: Kompromisslos und von null auf hundert, dann eben so fix verschwunden wie aufgetaucht. Gesanglich geht der (urspruenglich bereits im September 2016 erschienende) Nachfolger zu "Bottoming Out" mehr in Richtung PEARS als in Richtung KID DYNAMITE - Wut und duester schnaubende Vocals gewinnen größtenteils gegen Melodie und Harmonien. Dennoch sorgt "The King" für ein angenehmes, fast kalifornisch anmutendes Pendant. Der Kopf wippt mit, statt chaotisch und losgelöst umherzubangen. Die Hookline mach ihrem Namen alle Ehre. "Anger" wirkt anschließend dank Thrash-Riffs, Bassgewitter und gespenstischer Introsirene wie eine schizophrene Schürfwunde und spielt die Qualitäten der Band aus Toronto wunderbar gegeneinander aus. Mit vierzehn Songs in nur dreiundzwanzig Minuten macht "Sanguine" nur kurzweilig, von daher am besten direkt 2-3 mal am Stück hintereinander weg Spaß.

Der Titelsong und "Depression" sind ein genauso empfehlenswertes Doppelpack, hier zeigen BRUTAL YOUTH auf, was sie an Sachen Songwriting und Instrumentierung mittlerweile zu bieten haben. Vorbei am stumpfen Dampfhammerpunk schlaegt die Rhythmusfraktion clevere Haken, die Vocals wackeln erhaeblich weniger als zu den Anfaengen anno 2012. Minuspunkte heimst "Sanguine" in keinster Weise ein - als einziges Manko duerften Engstirnige die "Aufgeraeumtheit" aka Reife der Songs nennen. Die Post-SHOOK ONES - Version von BRUTAL YOUTH allerdings ist ganz sicher alles andere als leicht verdaulich.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media