Plattenkritik

Banquets - Banquets

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Release Date: 07.05.2013
Datum Review: 17.05.2013

Banquets - Banquets

 

Kein Neid, bloß ein Gemisch aus Assoziationen und Leben, das einem mit "Banquets" durchs Gesicht wischt. Keine Tränen, bloß ehrliche Worte und gut statuierte Rockmusik, die den Kopf in der Jersey Shore statt an der Bordsteinkante waschen.

Wenn die Sonne hinter den Bergen aufgeht, hat "Little Shallow" bereits das Gröbste hinter sich. Auf dem Nachfolger zu "Top Button, Bottom Shelf" ist der großzügig umarmende Chorus des Openers nur ein einzelner Tropfen auf den Felsen aus Punkrock, Bayarea-Emotionen und Festivalfußstapfen. BANQUETS aus New Jersey formen aus eigenen längst bekannten Qualitäten nichts, was ihrer Attitüde Fragezeichen anheften könnte. Mit dem kleinen Unterschied, das Ergebnisse wie der Jahrhundertrefrain von "Call It A Comeback" oder das verschleppte "March 19th" kaum weiter und höher hinaus wachsen können, als ihnen von den vier Ostküstlern um Sänger und Ex-LET ME RUN-Frontmann Travis Omillian Luft und Harmonie dafür zugesprochen werden.
Ihr selbstbetiteltes Album weist schnelle und deutliche - vor allem aber anhaltende Wirkung auf, wenn "Fade Of Gold" melancholisch und aus voller Brust von Taktschema zu Taktschema hüpft, "Big Big Waves" schmerzlich den Sommer aus dem Ärmel schüttelt oder "Daggers" mit seinen in Tinte zu verewigenden Textzeilen das viel zu frühe Finale einleitet.

Bei aller Hingabe und angewandtem Potential für Drama, Wärme und Persönlichkeit, das BANQUETS in ihren zehn Songs verpacken, vergisst die Band merklich, die Hand nach Ausfällen oder Fremdkörpern auszustrecken. "Banquets" bleibt so einheitlich und beständig, wie nur wenige Vergleichswerke im Härtetest und über Zeit. Noch wichtiger aber - und hier zücken die sonst überempfindlichen X, Y und Co. vielleicht ebenso ungefragt den Füller - schlängeln sich BANQUETS so unkompliziert und roh durch die knappe halbe Stunde, daß jede Wand lieber von selbst abdreht, anstatt sich "Start And Stops" und Konsorten in den Weg zu stellen. So bettet sich "Banquets" als Beweistück A wie "Außerordentlich" zu den Akten. Ehrliches Blut eben, was in Großteilen New Jerseys durch die Adern zu laufen scheint.

Trackliste:

01. Little Shallow
02. Big Big Waves
03. Call It A Comeback
04. Paths
05. March 19th
06. Starts And Stops
07. Fade From Gold
08. Burns In The Breeze
09. The Flicker And The Flame
10. Daggers

Alte Kommentare

von Fabian 17.05.2013 18:29

Ganz große Platte

von René 17.05.2013 18:54

Jup, gutes Album. Straight, schnörkellos, poppig - aber gut. An wen erinnert mich diese Stimme bloß?!

von Fabian 18.05.2013 18:22

Hat teilweise was von den großartigen LAWRENCE ARMS, oder?

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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