Plattenkritik

Bayside - Killing Time

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 15.04.2011
Datum Review: 03.02.2011

Bayside - Killing Time

 

Was braucht es schon groß, um allen Kummer, literweise Tränen oder die größten Ängste im Leben mal eben nebenbei im Klo runterzuspülen? Für Anthony Raneri manchmal nur einen echten New Yorker Everything-Bagel mit Light Cream Cheese. Für den Ottonormalpoppunker lieber eine Platte wie „Killing Time“.

Der Bayside-Chef, auch gerne als Hundeblickmodel und Vollzeitsympathisant gesehen, holt mit seinem Gespann nach dem 2008er„Shudder“ zu 10 Lektionen in Sachen Leben, Freundschaften und Melodie-Oskars aus. Sobald der Snarewirbel einen ersten Eindruck auf „Already Gone“ zulässt, stellen sich Lauscher und Augenbrauen senkrecht. Der glatte und dynamische Befreiungsschlag aus dem Kajalzirkus um Victory Records – spätestens nach „Mona Lisa“ wird klar, dass in das fünfte BAYSIDE Album mächtig investiert worden ist, wenn auch gen Ende der Großteil des Hitpulvers verschossen scheint. „It´s Not A Bad Little War“ oder der Vorab-Teaser „Sick, Sick, Sick“ aber sind schlicht blendende und viel zu selten produzierte Werke für ein Umfeld wie das der gezeichneten Big-Apple-Band. Wenn dann die kindlich brillianten Vocalbögen mit der Unbeschwertheit der Gitarrenmelodien und den verschmitzt ironischen Textfetzen um die Häuser ziehen, feiern Herz und Trommelfell wie von selbst die Release-Party zu „Killing Time“ (auf die unser Freund auf dem Cover unbedingt noch eingeladen werden will). Mit Produzent Gil Norton (u.a. Pixies, Foo Fighters, Jimmy Eat World) zusammen wurde hier ein klarer Blick nach Vorn erschaffen, der weder deutliche Tiefpunkte noch Ausredenmomente zu fürchten hat, aber Songs wie „Masterpiece“ oder „Devotion & Desire“ einfach nicht links liegen lässt.
Auch funkelnde Ruhepunkte wie „Sinking & Swimming On Long Island“ oder der Ausnahmeschluchzer „On Love, On Life“ brennen sich in Herz und Hirn und stellen sicher, dass der Astronaut in der einsamen Bar ganz sicher unter seinem Helm ein dickes Grinsen ins Gesicht geschrieben hat. Oder eben auf den New Yorker Cream Cheese Bagel wartet. Lecker.

Tracklist:

1. Already Gone
2. Sick, Sick, Sick
3. Mona Lisa
4. It’s Not A Bad Little War
5. Sinking and Swimming on Long Island
6. Seeing Sound
7. The Wrong Way
8. On Love, On Life
9. The New Flesh
10. Killing Time

Alte Kommentare

von Heiner 03.02.2011 23:26

bin gespannt...ist das releasedate passend?

von Torben 04.02.2011 09:36

mir gefällt das album. den labelwechsel hört man aber nicht großartig raus..

von Hanjo 04.02.2011 09:39

schönes Review, Danke! "Wenn dann die kindlich brillianten Vocalbögen mit der Unbeschwertheit der Gitarrenmelodien und den verschmitzt ironischen Textfetzen um die Häuser ziehen, feiern Herz und Trommelfell wie von selbst die Release-Party zu „Killing Time“ " Gut ausgedrückt... :-)

von TheDude 04.02.2011 18:22

Bisher waren ausnahmslos alle Alben von Bayside richtig gut, und nach den 2 oder 3 Songs die ich bisher gehört habe nach zu urteilen wird das Album hier sicher auch richtig fein. Bitte Headliner-Tour

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media