Plattenkritik

Black Book Lodge - Tûndra

Redaktions-Rating

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Release Date: 28.07.2014
Datum Review: 20.07.2014

Black Book Lodge - Tûndra

 

BLACK BOOK LODGE schreiben ihre Songs nicht direkt nach Begutachtung des heimischen Wetterberichtes. BLACK BOOK LODGE vertonen viel mehr das Unerforschte und nicht unbedingt Absehbare. Dabei sind sich die Kopenhagener fuer nichts zu fein oder zu grob und stets fuer eine Ueberraschung gut.

"Tûndra" wirkt oberflaechlich betrachtet wie ein grosser See im Dunkeln: Ausser einer ungefaehren Fassade ist nicht viel zu sehen und kein wirkliches Urteil zu bilden. Schnell jedoch finden sich Ritzen und Luecken im Debuetalbum, dass von protzigen Stonermomenten bis zu glattem Alternativrock mehr als nur ein Glitzern an der Oberflaeche enthuellt. "Black Sheep/Prodigal Sons" bietet Schwere und gleichzeitig zugaengliche Momente mit Riffs wie uebergrosse, verrostete Zahnraeder, Grooveabonnement und epischer Gitarrensoloaufloesung. Das mag fuer den Moment etwas viel klingen, allerdings koennte der Song sein Volumen ueber die knapp sechs Minuten nicht leichter verdauen. "Pendulum" schleift sich wie angeschossen in Richtung Wueste und Staub, "The Call" versteckt sich unter vermeindlich progressivem Metal, stellt sich jedoch genauso schnell als freundlich gesinnter Bodyguard in den Weg. BLACK BOOK LODGE verbinden etwa SOUNDGARDEN und OPETH mit Detail und ausgeweiteten Armen ("Thalassa") ohne Scheuklappenjuengern dabei eine Residenz in den Vorgarten zu mauern.

"Battering Ram" koennte der Versuch OZZY OSBOURNEs sein, stark verkaterten Studioerfolg zu erzwingen, der Titelsong tauscht kurz vor Finale Pegel und Pedale gegen schuechterne Streicher, Percussion und Kopfstimme. Hier treten Saenger und Gitarrist Ronny Jønsson, Basser Trygve Borelli, Drummer Jakob Gundel und Gitarrist Jonas Budtz Møller nicht das einzige Mal heraus aus ihrem mitunter oft misanthropischen bis eiskalten Schatten.
"Tûndra" spielt ueber seine gesamte Laufzeit mit dem Hoerer und dessen Erwartung, enttaeuscht aber hoechstens mit seinen wenigen verhaltenen Momenten, in denen BLACK BOOK LODGE nicht so belastbar klingen wie sie es sicherlich sind. Wenn es hell wird, wird die Naturszene vielleicht Gesicht zeigen und sich zwischen Sandsturmmetal und Klingonenrock einpendeln. Solange lassen sich mit den neun Stuecken der Daenen endlose Assoziationen dazu erklimmen.

Trackliste:

01. Battering Ram
02. Black Sheep/Prodigal Sons
03. Pendulum
04. Lupus
05. Thalassa
06. The Call
07. Cripplegate
08. Tûndra
09. Empire

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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