Plattenkritik

Boy Jumps Ship - Lovers & Fighters

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Release Date: 02.06.2014
Datum Review: 01.05.2014

Boy Jumps Ship - Lovers & Fighters

 

Geplantes Taeuschungsmanoever: Der Reinkarnation aller Neunziger-Emobands zum Trotz beweisen vier Jungspunde aus Newcastle, dass der Norden Englands seine ganz eigenen WE ARE THE WONDER YEARS AVALANCHE hat.

Anhand von fuenf Schritten durch Alternativerock, Poppunk und Herzschmerzhymnen erklaeren Si Todd, Jonathan Douglas, Gav Gates und Jonny Rob der Welt ihre Eingenschaften und Absichten. Das hat man mehr "so" als "aehnlich" schonmal gehoert, was fluffige und trotzdem charmante Refrains wie etwa bei "Make You Proud" nicht weiter stoeren duerfte: Die Gitarren haengen tief, aber bestimmt und zusammen singt es sich intensiver und lauter - soviel Information ist auch ins - laut der Band - gottverlassene Newcastle vorgedrungen.
Aus allen Parallelen zu den Kollegen von CANTERBURY oder US-Exporten wie TAKING BACK SUNDAY machen BOY JUMPS SHIP keinen Hehl, sondern zimmern eher einen Vorteil fuer die eigenen Reihen. "Call To Arms" klingt nach befreiter, jugendlicher Kante, schlichten und trotzdem verspielten Riffs sowie Mitmach-Faktor. "We're Not Giving Up" kommt im Anschluss ebenso schnell in Schwung wie der aktuelle Poppunkwahn jede Woche groessere Schuhe braucht.
"Lovers & Fighters" setzt Akzente mit akustischen oder aufbrausenden Details und ist kein vorschneller Output aus dem Hause BOY JUMPS SHIP, denen man gelegentlich einen Stauts als Vinnie Caruana-Double nahelegen koennte. Gerade fuer eben jenen gesetzten Bombast gemischt mit junger Spielfreude und naiver Balance machen die Briten derzeit Schlagzeilen. Wo ALL TIME LOW oder WE ARE THE OCEAN bekanntermassen vorlegen, rueckt "Lovers & Fighters" nach - ohne mit Blick auf die (weiblichen?) ersten Reihen zweihundert Prozent auf die Pelle zu ruecken.
Mit etwas intensiviertem Training kann bald am Bandnamen erkannt werden, welche Schublade dahinter lauert. Solange kaemmt auflockerndes Tanzen zu BOY JUMPS SHIP die grauen Wolken vom Himmel.

Trackliste:

1. Call To Arms
2. Still Alive
3. We're Not Giving Up
4. Make Me Proud
5. Start A Riot (Sick Of Trying)

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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