Plattenkritik

Brutal Truth - End Time

Redaktions-Rating

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Release Date: 27.04.2011
Datum Review: 24.09.2011

Brutal Truth - End Time

 

Schon der letzte Ableger der Grind-Heroen BRUTAL TRUTH (für die sich redaktionsintern irgendwie nie jemand anders zu finden scheint) schneidete bei mir nicht allzu gut ab, weil, weil, ja warum eigentlich?! Eine Bestandsaufnahme:

Grundsätzlich erst zur Band: BRUTAL TRUTH, das sind vier Grindcore-Urgesteine um den Ex-ANTHRAX- und NUCLEAR-ASSAULT-Bassisten Dan Lilker. 1990 gegründet, bauten sie über die Jahre eine große Reputation auf, lösten sich Ende der 90er allerdings wieder auf, um sich dann 2006 wieder zu formieren. Seit dem: Zwei Studioalben, von denen „End Time“ hier zur Diskussion steht.

Was sie so schwierig macht? Klar: BRUTAL TRUTH machen Grind – und das allein dürfte schon für die meisten halbwegs normalen Menschen auf diesem Planeten als Ausscheidungskriterium herhalten. Ganze 23 Songs wurden auf diesen Tonträger gepresst, davon die wenigsten länger als eine Minute. Darin verpackt: Massig Tempowechsel, unkontrolliert anmutende Aggressionsausbrüche, völlig unmelodisch durchs Bild huschende Frickeleinlagen, oftmals kaum nachvollziehbare Songverläufe. Eigentlich alles kein Problem für mich – ich steh auf vertrackte Musik, genauso sehr wie ich auf Grind stehe. Doch wo andere Vertreter zumindest einige Griffe und erinnernswerte Momente in ihre Stücke verteilen, können bei BRUTAL TRUTH höchstens die schleppende Stücke wie „Warm Embrace OF Poverty“ als so etwas herhalten. Doch wie auch bei Subgenres wie dem Technical Death Metal gilt die Friss-oder-stirb-Faustregel: Entweder man findet das (also dieses Soundbild) halt geil, oder nicht. Und auch wenn noisige Riffattacken, ein Rückkopplungsgewitter und der Mix aus schleppend und schnell in meinen Ohren wie Erklärungen an die Schönheit des Lebens klingen, so ist mir das auch dieses Mal im Falle BRUTAL TRUTH einfach zu krass.

Warum ich der Band trotzdem eine zweite Chance gegeben habe? Neben der Tatsache, dass ich dieses Album nicht unbesprochen lassen wollte: Weil ich da draußen von genügend Menschen hören durfte wie großartig diese Band doch sei, und ich solcher Musik ja eigentlich gar nicht abgeneigt bin. Meine Empfehlung daher: Selber reinhören! Ein Review über eine Band wie BRUTAL TRUTH zu schreiben ist im Grunde doch völlig sinnlos (und dient höchstens dazu, dem Promoter glücklich zu machen), da bei einem so polarisierenden Sound wie dem dieser Band eh nur selbst Hören eine zuverlässige Auskunft für einen selbst ist – sieht man ja auch in meinem Fall.

Tracklist:

01. Malice
02. Simple Math
03. End Time
04. Fuck Cancer
05. Celebratory Gunfire
06. Small Talk
07. .58 Caliber
08. Swift And Violent (Swift Version)
09. Crawling Man Blues
10. Lottery
11. Warm Embrace Of Poverty
12. Old World Order
13. Butcher
14. Killing Planet Earth
15. Gut-Check
16. All Work And No Play
17. Addicted
18. Sweet Dreams
19. Echo Friendly Discharge
20. Twenty Bag
21. Trash
22. Drink Up
23. Control Room

Alte Kommentare

von Tobe 24.09.2011 19:46

"schneidete" ?? :D brutal truth kann ich mir ehrlich gesagt schon seit der kill.trend.suicide. nicht mehr gebn, auch live warn die vor ein paar jahren nicht wirklich der bringer... die ersten beiden alben sind allerdings alles andere als schlecht.

von Dave 06.10.2011 17:08

Ich sehe das ähnlich wie Tobe. "Extreme Conditions..." war essentiell, "Need To Control" war gut und alles was danach kam, ein vorbeifahrender Zug... und ich bin weiß Gott kein Gegner von Grindcore. Interessanterweise finden sich unzählige positive Rezensionen zu der Platte im Netz, ich halte sie für Rohstoffverschwendung.

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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