Plattenkritik

Caleya - Trümmermensch

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 08.04.2011
Datum Review: 29.05.2011

Caleya - Trümmermensch

 

Manchmal passieren im Leben Dinge, die auch die Sonne eines noch so frohen Gemütes verdunkeln und einen hinabziehen in die Dunkelheit der eigenen Gedanken. Über allem thront dabei die Frage nach dem Sinn und dem „Warum“. Dinge die so unerwartet und voller Wucht über einen hereinbrechen, dass man sich nicht mehr weiter zu helfen weiß, als durch absolute Kapitulation und Selbstaufgabe. „Bis nichts mehr bleibt. Außer Fragen. Außer Zweifel.“ Ein Licht am Ende dieses dunklen Weges ist nicht in Sicht und so verliert man sich immer mehr im Selbstmitleid, ohne zu merken, dass die Welt sich weiterdreht und man in Vergessenheit gerät, wenn man nicht irgendwie wieder aufsteht und aus diesem Trott rauskommt. Die traurige Wahrheit ist: Mehr oder minder passiert jedem Menschen genau so etwas mindestens einmal im Leben. Verlust, Ängste, Zweifel, Depression, wie auch immer man das nennen möchte.

„...in Scherben spiegeln sich die Mauern...“

CALEYA haben mit ihrem zweiten Album genau das sowohl musikalisch, als auch inhaltlich und textlich (mittlerweile komplett auf deutsch) vertont. „Trümmermensch“ ist traurig, niederschmetternd, verzweifelt und hoffnungslos. Es beschreibt Geschichten aus dem Leben. Geschichten, die das Leben schreibt. So bitter sie auch sein mögen. Passend dazu hat man sich ein Gewand aus Screamo und Sludge, kurz gesagt Post-Hardcore, übergezogen und macht somit reinen Tisch mit der Gedankenkotze, die einem durch den Kopf schwirrt. Nur um einmal alles rauszuschreien, was einen belastet. „Aporie“ ist dafür ein treffender Opener. Oszillierend zwischen verzweifeltem Geschrei und gesprochenen Passagen, untermalt von dem Wechsel zwischen laut und leise. Nichts neues eigentlich und dennoch mehr als beeindruckend, da gerade lyrisch sehr anspruchsvoll, vorgetragen. In jeder Silbe, in jedem Ton steckt die Wut, die man sich gerne trauen würde, seinem gegenüber einfach mal ins Gesicht zu schreien, es aber letztlich, aus Respekt oder anderen Gründen, einfach sein lässt. CALEYA haben damit keinen Vertrag und spucken es dir vor die Füße und ins Gesicht. Was bleibt ist eine Pfütze aus Hass und Verzweiflung. Bis eben nichts mehr bleibt.

„...scheiternd lässt du deine tauben Sinne sprechen, besingst die tröstende Leere...“

Schön dabei zu beobachten sind die ruhigen Passagen zwischen all der ausufernden Lautstärke, die in so ziemlich jedem Stück zu finden sind. Sie lockern die im Allgemeinen sehr dunkel gehaltene Atmosphäre ein wenig auf, geben Zeit zum Verschnaufen und zum Verarbeiten des Gehörten. Gleichzeitig geben sie einem aber auch die Möglichkeit, sich vorzubereiten, denn dass es immer noch schlimmer kommen kann, wissen auch die Nordlichter und zeigen das ihren Hörern ohne Rücksicht zu nehmen. Ganz ehrlich und ganz einfach. Und machmal schimmert eben hinterrücks doch die Hoffnung durch, ohne, dass sie wirklich da ist. Der Inhalt ist eben das, was man draus macht und nicht immer das, was man vorgezeigt bekommt.

„...die Worte sind leere Schallhülsen , denn in den Silben liegen die Scherben gebannt...“

Musikalisch virtuos und scheinbar immer eine halbe Note zu spät und doch so denkbar passend, schleudern CALEYA einem mit „Trümmermensch“ immer mehr ihr dunkles Inneres entgegen, legen ihre kaputten Seelen offen dar und sprechen dir damit aus dem Herzen. Deine eigene Verzweiflung wirkt mit einem Mal so unglaublich ungerecht und klein und doch ist es das Gefühl des Teilens, das Verständnis, dass man nicht alleine ist. Hier wird die Geige gezückt, da spricht ein Textfetzen das aus, wozu du nicht im Stande bist und schon verlierst du dich in der Musik und in dir selbst. Balsam für die Seele und Salz in die offene Wunde. Beides zugleich. CALEYA schaffen den Spagat und diesen mit Bravur. Wenn dann die Musik auch ohne textliche Untermalung genau diese Emotionen weiterträgt, kann man sich von einer Platte eigentlich nicht mehr wünschen. Dafür ist dieser Band größter Respekt zu zollen und das soll hiermit geschehen sein.

Tracklist:

01. Aporie
02. Archetyp
03. Apogaeum
04. Anima
05. Akrasia
06. Amygdala

Alte Kommentare

von -.- 29.05.2011 20:10

EEEEEEEMOOOOOOOO GAAAAAAAYYYYYYY

von hm 29.05.2011 20:11

emo-geheule? (:

von Alex G. 29.05.2011 20:22

Ich hab ganz vergessen, dass viele unserer Leser grundsätzlich einfach dumm sind.

von DrFaust 29.05.2011 20:28

Dumm macht aber glücklich. Und deshalb mögen die die Platte nicht!

von Alex G. 29.05.2011 20:35

Von der Seite hab ich´s noch gar nicht betrachtet. Schöne Sichtweise :)

von hm 29.05.2011 20:51

ich habs nich aus spaß als frage formuliert ^^

von Alex G. 29.05.2011 21:00

Ok. Dann möchte ich behaupten, dass das mit Emo im herkömmlichen Sinne, absolut nichts zu tun hat. Hör´s dir doch einfach mal an.

von -.- 29.05.2011 21:12

abba abba doof icvhniuchtbin eeeeeeeeh abba !!!!!!!!!!

Ich schenk Euch 10.000 €, damit Ihr daraus'n Werbespot macht !

von hm 29.05.2011 21:41

na ich meinte emo-rumgeheule im sinne von silverstein-knabenstimme un bubie-selbstmitleid-heul-ritz-lyrics

von Alex G. 29.05.2011 21:51

Auf keinen Fall!

von hm 29.05.2011 21:56

argh, ich bin nur skeptisch weil sich shouten im deutschen so wahnsinnig kacke anhört... :-/

von Alex G. 29.05.2011 22:03

DANN KLICK DOCH ENDLICH AUF DEN LINK!!!!!! HIMMEL!

von hm 29.05.2011 22:12

saure laune heute? jaah morgen is wieder arbeit, ich weeß :D un kann keinen link klicken weil mein i-net im arsch un lahm is. sonst würd ich nich so vlöd fragen sondern selber hören. klar soweit?

von Alex G. 29.05.2011 22:13

Haha, nein, ich dachte nur, es wäre mal an der Zeit. Kann ja nich wissen, dass da bei ir was nich stimmt mit dem Netz :)

von PMA 'til I'm DOA 29.05.2011 22:20

sorry wenn ich das mal so sage, aber jeder der sich ein bisschen mit der musik beschäftigt, die er mag (nennen wir mal hier den großen sammelbegriff hardcore), der weiß das Silverstein so weit von screamo entfernt ist, wie die sonne von der erde. wenn dann natürlich noch so ein begriff wie sludge fällt, dann sollte das doch mehr als deutlich sein. fremdschämen auf höchstem niveau.

von hm 29.05.2011 23:17

ah ich seh grad das mit dem sludge. ok, das kann ich mir auch nich vorstelln, aber wo steht dass silverstein screamo is? hab die texte/auftreten/einstellung gemeint. sowas eben... na ich hoff ma ich kanns mir bald endlich ma selbst anhörn :-3

von Cedric 30.05.2011 16:08

Die Kommentare auf allschools regen leider immer wieder zum fremdschämen an. Großartige Band!

von Wahsinn.... 31.05.2011 16:45

....wie verzweifelt der Sänger klingt. Gutes Teil!

von Wahsinn.... 31.05.2011 16:51

...mit "n" war gesucht. -.-

von hm 09.06.2011 21:05

na glückwunsch :D

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Alex G.

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