Plattenkritik

Callejon - Wir sind Angst

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Release Date: 09.01.2015
Datum Review: 13.01.2015

Callejon - Wir sind Angst

 

Diese Welt ist ein schlechter Ort. Davon können auch CALLEJON mehr als nur ein Lied singen und haben gleich ein ganzes Album draus gemacht.

Kritik geäußert haben CALLEJON schon immer. Zuletzt und besonders offensiv auf ihrer Coverplatte „Man spricht Deutsch“, auch wenn es Campino damals irgendwie nicht richtig verstehen wollte. Auf dem neuen Album geht das Quintett jedoch deutlich direkter zu Werke. Gleich das Albumcover (KICKBACK lassen grüßen) spricht eine deutliche Bildsprache und weist den Weg, den CALLEJON auf den nächsten dreizehn Tracks zurücklegen werden.
Mit Maidenriffs geschwängerter Metalcore war schon immer das Steckenpferd von CALLEJON. Auch „Wir sind Angst“ ist wieder voll doppelläufiger Gitarrenhetzjaden, knalligen Moshparts und einem perfekt sitzendem Songwriting. Wenn der Fünfer etwas in den letzten Jahren gelernt hat, dann wie man knalligen und Hook geladenen Metalcore inszeniert. Auf Songs wie „Dunkelherz“, dem rasanten „Raketen“ oder dem in Richtung SLIPKNOT schielendem „Ich lehne leidenschaftlich ab“ sitzt jedes Riff und passt jedes Break. Aber auch die etwas zurückgelehnten und an Melodie reichen Songs wie „Unter Tage“ oder das tragische „Krankheit Mensch“ passen perfekt in das Gesamtkonzept des Albums.
Textlich bekommt der Hörer wieder einmal die gewohnt zynischen, doppeldeutigen Ergüsse von Sänger Bastian Sobtzick zu hören, welche dieser in seiner charakteristisch schonungslosen Art ins Micro keift. Was mittlerweile jedoch aufstößt, ist die durchweg infantile Wortwahl. „Fickt Dich dein Leben, dann fick es zurück!“ ist eines der Highlights der zielgruppengerechten Sprache. Auch die typischen Festival Animationssongs wie „1000 PS“ oder „Veni Vidi Vici“ oder die überflüssige Theatralik in „Erst wenn Disneyland brennt“ nehmen der Platte etwas von ihrem Charme.
Bei der Produktion haben CALLEJON, plus Produzent Markus Schlichtherle und Mischer Andreas Vieten darauf geachtet, ein analoges Klangbild einzufangen, um sich von den üblichen sterilen Plastik-Klang aktueller Metal-Produktionen abzuheben. Davon zu hören ist im todkomprimierten Sound jedoch recht wenig. Wie dem auch sei.
Im Song „1000 PS“ betonen CALLEJON, dass dagegen sein gerade in ist. Analoge Produktionen und reduzierte Cover auch. Also haben die Fünf mit „Wir sind Angst“ eigentlich fast alles richtig gemacht. Ihren Fans der „Generation Yolo“ wird es mit Sicherheit gefallen.

Trackliste:
1. Trauma
2. Wir sind Angst
3. 1000 PS
4. Dunkelherz
5. Babel
6. Raketen
7. Unter Tage
8. Neonblut
9. Ich lehne leidenschaftlich ab
10. Veni Vidi Vici
11. Krankheit Mensch
12. Schreien ist Gold
13. Erst wenn Disneyland brennt

Alte Kommentare

von Ich find 15.01.2015 13:57

des klingt alles bissel billich das album

von United 16.01.2015 14:38

immer diese harten hater :D sehr gutes album nach dem eher enttäuschenden blitzkreuz:) 7/10 sind absolut gerechtfertigt

von Michael B. 17.01.2015 13:30

Ich stimme United zu. War von Blitzkreuz auch nicht sonderlich angetan. Wir sind Angst dagegen läuft bei mir wieder rauf und runter. Mir gefällts. Konzertkarten sind auch schon gekauft. ;-)

von Shit 18.01.2015 18:49

Sehe ich genau umgekehrt. Blitzkreuz hatte deutlich mehr "ich-bleib-im-Ohr"-Potential, als dieses Album. Das rauscht durch, ohne Highlights zu bieten.

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Mulder

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