Plattenkritik

Calm Chaos - Melody Of Mokus

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Release Date: 18.05.2007
Datum Review: 24.07.2007

Calm Chaos - Melody Of Mokus

 

Leider kann ich nicht beantworten, was es mit einem ‘Mokus’ auf sich haben soll. ‚Google’ gibt diesbezüglich häufig Nicknames von Forenbesuchern her, die dort PC-Spiele kommentieren. Sind diese Menschen ein Mokus? Und CALM CHAOS demnach Musik für PC Freaks? Ich denke nicht. CALM CHAOS erinnern mich eher an RAGE AGAINST THE MACHINE vs. LIMP BIZKIT vs. CRAZY TOWN und vs. PLEYMO. Wem diese Namen noch etwas sagen, wird sich nun entweder interessiert vornüber beugen oder sich angewiedert abwenden. Ich behaupte, dass sich der ein oder andere Song durchaus lohnt.

Zuerst fällt auf, dass sich CALM CHAOS nicht nur zweier Gitaristen bedienen, sondern auch den Bass im Doppelpack haben. Ich habe eine zeitlang über den Sinn dieser Instrumentendopplung nachgedacht. Es kann eigentlich nur ein Liveeffekt sein, der (wenns gut läuft) mehr Druck erzeugt, aber auf der anderen Seite den ganzen Sound auch vermiesen kann (wenns schlecht läuft), weil dann einfach zuviel Bass über die PA kommt und alles unter sich begräbt. Auf dem Album jedenfalls hätte auch ein Bass gereicht. Ich will CALM CHAOS nun nicht unterstellen, diese Entscheidung wäre aus einer reinen ‚Coolness’ Frage heraus gefällt worden, aber ich hege dennoch den leisen Verdacht. Wie dem auch sei, bei MOLOTOV hat das auch funktioniert und das tut es auch hier; zumindest auf dem Silberling mit Namen „Melody Of Mokus“.

Die Gitarren sind gut. Wenn man mal von immer jünger werdenden Musikern, mit immer höheren Gitarrenskills absieht, ist das, was die Gitarristen von CALM CHAOS hier abliefern, eine solide runde Sache. Sie harmonieren miteinander und stellen die Stakkato Rythmen, Effektspielereien für ruhigere Mittelteile und simple Melodiebögen für Gesangspassagen. Wer auf ein Gitarrenduell, welches einem die Tränen in die Augen treibt, wartet, wird nicht belohnt. Effektiv und songdienlich, sind die insgesamt 12 Saiten hier arrangiert und ich denke, das geht voll und ganz in Ordnung. Es muss nicht immer übertrieben werden. Blues (mit die beste Musik überhaupt) bedient sich auch nur dreier Akkorde. Aber ich könnte den Eindruck erwecken, ich würde hier etwas in Schutz nehmen müssen. Das muss ich nicht, ich denke, die Gitarren werden für sich sprechen. Die Bässe: Melodiös verspielt (meist in den Strophen), gehen schön mit der Bassdrum des Drummers mit und liefern in den harten Chorus Passagen das dicke, wabernde Fundament. Nur kannich nicht 100% sagen, dass ich immer den ein oder anderen Basser rausgehört habe. Es klingt in meinen Ohren wie einer.

Die Drums. Simpel, präzise, nett. Die Vocals: Es wird gerappt, was das Zeug hält. Sozialkritische Texte und hier und da ein gesungenes Wort. Die Raps klingen wesentlich besser, als die gesungenen Passagen, wenn auch mit diesem leidlichen Fred Durst imitierten Klang, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. 12 Songs, mit denen man sich ohne weiteres die Gehörgänge beschallen lassen kann und durchihre Eingängigkeit auch Einprägsam. Auch wenn diese Musik wohl in absehbarer Zukunft nicht viele Anhänger finden wird, ist es trotzdem schön, mal wieder gut gemachten Crossover auf den Tisch bekommen zu haben.




Tracklist
1.Heroin(e)
2.Alone
3.Conversation
4.Raped Romance
5.Restored Destruction
6.When I´m Gone
7.Melody Of Mokus
8.To Be
9.Ghost Killer
10.Crush
11.Get Up
12.Freeride

Autor

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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