Plattenkritik

Capricorn - On Mercury

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 30.03.2007
Datum Review: 14.02.2007

Capricorn - On Mercury

 

Pathos! Große Gefühle! Gitarrenpop! Stadien! All das und noch viele Ausrufezeichen mehr erwarten den Hörer des Zweitwerks der Mönchengladbacher CAPRICORN. Nun gut, da gibt’s schon so einige die dieses Feld beackern, angefangen bei COLDPLAY, über U2 und noch viele mehr, das macht aber nichts, Platz für die tägliche Portion Herzschmerz gibt es ja bekanntlich immer.
Sänger und Gitarrist Gero von Werden schmachtet so ergrefeind es die Stimmbänder nur zulassen den ganzen Schmerz mit erhobener Hand gen untergehende Sonne ins Mikro, sodass selbst KILLERS Frontmann Brandon Flowers vor Pathos-Overkill rot werden würde. Die Themen sind da schon klar abgesteckt: die ewige, alte Tennage-Angst. „I don’t now what I´m doing here / and I don’t care at all”, nicht nur, dass das wohl jeder mal gefühlt hat bzw. fühlt, dasselbe schrie wohl so gut wie jede Band mal heraus, mal mehr, mal (in diesem Fall) weniger poetisch und elaboriert.

Musikalisch ist das alles wirklich ganz nett anzuhören, gelegentlich tanzbar („On Mercury“, inklusive „Zeigefinger zur Decke-Heben“), teilweiser aber auch auf Dauer durch sich wiederholenden Pathos nervtötend. Weniger ist oft Mehr schnellt einem da in den Kopf. Dengelnde Gitarren, Keyboard-Einsatz, Wohlfühl-Riffs und Trauerpop aus jeder Ritze, das Schema ist bekannt, wirkt aber trotz, oder eben auch deswegen, nicht grundsätzlich unangenehm. In guten Momenten fühlt man sich an Herzschmerzsongs alá DEATH CAB FOR CUTIE erinnert, in den schlechten an Stadion-Schmachtfetzen.
Das „schwierige-zweite-Album“ ™ „On Mercury“ präsentiert eine junge, deutsche Band, die noch einige Erfahrungen machen (im etwas zu simpel geratenen Songwriting z.B) und ein paar Kitsch-Attitüden ablegen muss, sich aber definitiv auf dem richtigen Weg befindet. Obwohl die Themen nicht unbedingt vielfältig sind, so kann sich fast jeder (erschreckenderweise) mit einigen Aspekten identifizieren. Besser als das, was heute so als „neue deutsche Rock-Hoffnungen“ verkauft wird, sind die 3 Jungs vom Niederrhein sowieso.

6/10

1. We Will Follow
2. In A Glance
3. On Mercury
4. Black Birds
5. Big Drive
6. Over It
7. Back To You
8. Roads
9. Viola
10. Come Home
11. A City Dressed In White

Autor

Bild Autor

Dennis

Autoren Bio

Suche

Social Media