Plattenkritik

Cattle Decapitation  - Monolith Of Inhumanity

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 04.05.2012
Datum Review: 03.05.2012

Cattle Decapitation - Monolith Of Inhumanity

 

Wenn man sich die musikalische Entwicklung auf dem Extremsektor so anschaut, ist es schwierig zu sagen, ob man es mit einem Wandel oder einer normalen Weiterentwicklung zu tun hat. Ein Blick zurück auf die letzten Alben von Bands wie BENIGHTED, ABORTED oder auch JOB FOR A COWBOY, und man erkennt ganz deutlich, dass es nicht mehr nur darum geht, mit stumpfer Härte und purer Schnelligkeit das Letzte aus seinen Liedern heraus zu prügeln.

Vielmehr wurde die eigene Sicht erweitert, ohne aber den Fokus aus den Augen zu verlieren. Man zeigte sich gut darin, das Schlechte auszusieben und das Gute zu bündeln.
Auch die DEATH/ GRIND Recken von CATTLE DECAPITATION beweisen mit ihrem neuen Album, das auch sie auf ihrer Art eine ähnliche Entwicklung durchlebt haben müssen. Anders lässt sich der dargebotene Abwechslungsreichtum im Vergleich zum Vorgänger nicht erklären.
Stilistisch bleiben sich CATTLE DECAPITATION treu. Auch „Monolith Of Inhumanity“ ist ein unberechenbarer, fieser Bastard voller Boshaftigkeiten. Ein Album voller tückischer und ungnädiger Attacken. Ganz egal aus welcher Richtung das Quartett zum Angriff startet, das Ziel wird nie verfehlt. Technisch immer an der Grenze des Erdenklichen, wird auf Album Nummer Sieben in gewohnter Art und Weise alles in Stücke gerissen, was der Death/ Grindkosmos zu bieten hat. Blasts jenseits der Schallgrenzen, kaum verfolgbare Gitarren und ein Sänger der mit seiner Stimmvielfalt eine Bandbreite abdeckt, die schon unmenschlich wirkt. Da wird gegrunzt, gegurgelt, gerotzt und irgendwie auch gesungen. Wobei der Gesang keinesfalls dem eines Chorknaben ähnelt, sondern eher an einen total kaputten Herrn Osbourne erinnert. Aber es passt. Und das ist einer der Punkte, der dieses Release zum bisher Besten, weil abwechslungsreichsten in der Diskografie von CATTLE DECAPITATION macht. Sie haben es mit Geschick und Können geschafft, sich in ihrer brutalen und mit Abartigkeiten spielenden Vertonung, so viele Freiräume zu erspielen, dass man unter anderem auch Platz für melodische Momente und eingängige Parts hat. Sei es das erdrückende End-Riff in „The Carbon Stampede“, der sich ins Hirn brennende Gesangspart von „A Living, Breathing Piece of Defecating Meat“ oder die tiefschwarze Atmosphäre in „Your Disposal“, um nur einige prägende Momente des Albums aufzuzählen.
CATTLE DECAPITATION zeigen sich auf „Monolith Of Inhumanity“ von einer ungeahnten, neuen Seite, die ihr Gesamtbild um einiges aufpoliert. Wie schon erwähnt, ein unberechenbarer Bastard, aber ungemein unterhaltend.

Trackliste:
01. The Carbon Stampede
02. Dead Set On Suicide
03. A Living, Breathing Piece of Defecating Meat
04. Forced Gender Reassignment
05. Gristle Licker
06. Projectile Ovulation
07. Lifestalker
08. Do Not Resuscitate
09. Your Disposal
10. The Monolith
11. Kingdom of Tyrants

Alte Kommentare

von Manuel F. 03.05.2012 23:27

Schöne Review zu einem sehr guten Album. Irgendwie sind Cattle Decapitation für mich mittlerweile eine der wenigen Bands in dem Bereich, die noch tatsächlich eine gewisse Atmosphäre aufzubauen vermögen. Dass sie mittlerweile auch noch generell sehr gute Songwriter sind schadet natürlich auch nicht.

von endlich 05.05.2012 11:55

ist das album raus und wie beschrieben ein ganz schöner hammer. aber es scheint, als ob der vorgänger nicht so gut bei dir abschneidet. die harvest floor ist immer noch ein brett und sehe es auf dem gleichen level wie die aktuelle. vor allem war sie ähnlich abwechslungsreich. top!

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