Plattenkritik

Cloud Nothings - Attack On Memory

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Release Date: 24.01.2012
Datum Review: 21.05.2012

Cloud Nothings - Attack On Memory

 

I thought I would be more than this. Dylan Baldi ist ein gebrochener Mann. Vor ziemlich genau einem Jahr veröffentlichte, der damals erst 19-jährige, im Alleingang ein selbstbetiteltes Album. Ein Album welches, zumindest in sich gekehrt, ziemlich fröhlich schien. Aufmunternde Melodien und erfreuliche Gedankengänge Baldi’s sorgten für ein rundum gelungenes Lo-Fi/Pop-Punk Album.
Dann, im trostlosen und sehr kaltem Winter desselben Jahres, erneut ein Lebenszeichen von ihm: No Future/No Past. Keine Zukunft und keine Vergangenheit. Unmelodisch, sehr düster und gänzlich anders, als das nicht einmal ein Jahr alte Album. Es schien als hätte er mit seiner fröhlichen Vergangenheit gänzlich abgeschlossen und dass zeitgleich an eine bessere Zukunft gar nicht erst zu denken ist. Was war passiert?

CLOUD NOTHINGS sind mittlerweile zu viert und somit kein reines Soloprojekt von Baldi mehr. Des Weiteren konnte für Attack On Memory ein namhafter Produzent (Steve Albini: PIXIES & NIRVANA) gewonnen werden.
So weit, so gut. Was bzw. wer sich aber wirklich verändert hat, ist Baldi. So schrieb er mit No Future/No Past einen Paukenschlag von Song, der sehr nach Veränderung schrie und eben deswegen auch einen guten Opener für dieses Album abgibt. Das allerdings einschüchternste und imposanteste Werk zugleich ist Wasted Days geworden. Aufgeteilt in 2 Teile könnte dieses 9-minütige Epos ebenso ein Radio Hit à la FOO FIGHTERS und eine ziemlich abgedrehten pyschedelic Nummer sein. Baldi vereint es aber zu einem Song, der durch einen sehr langen, Instrumental (wahnsinns Bass) Teil miteinander verbunden wird. Gegen Ende schreit er, wenn man bedenkt, wie viel mehr dieses Album geworden ist, fast schon paradox, I thought! I would! Be more! Than this!

Es folgen eingängige und melodiöse Lieder, die ein wenig an die alte Zeit des selbstbetitelten Albums erinnern, von denen im speziellen Stay Useless hervorzuheben ist. Er ist einer der wenigen Songs auf Attack On Memory welcher eine gängige Songstruktur von Strophe - Refrain - Strophe - Refrain aufweist und der absolutes “Mitsing”-Potenzial hat. Wer also dachte, dass CLOUD NOTHINGS ab sofort nur noch traurig, schwer und vertrackt geworden sind, der irrt.

Beim Hören fühle ich mich angenehm an JAWBREAKER erinnert, manchmal aber auch an die großartigen GET UP KIDS. Ich bin zwar viel zu jung, um die wirklich aktive Schaffensphase dieser überlebensgroßen Bands miterlebt zu haben, aber dank Attack On Memory kann ich mir zumindest vorstellen, was es für ein Gefühl gewesen sein muss, damals zum ersten Mal Unfun oder Something To Write Home About gehört zu haben.
Für was CLOUD NOTHINGS bzw. Attack On Memory schlussendlich für jeden von uns geworden ist, das muss natürlich jeder selbst für sich entscheiden. Was für mich aber feststeht, ist wo auch immer die Reise von Dylan Baldi und seinen Leuten hinführt, ich werde folgen.

Tracklist:
1. No Future/No Past
2. Wasted Days
3. Fall In
4. Stay Useless
5. Separation
6. No Sentiment
7. Our Plans
8. Cut You

Alte Kommentare

von simon 22.05.2012 18:53

hab sie vor 2 oder 3 wochen in Dortmund gesehen, sehr gute live band. album ist für mich AOTY contender.

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Fabian

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