Plattenkritik

Coheed and Cambria - Year Of The Black Rainbow

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.04.2010
Datum Review: 10.04.2010

Coheed and Cambria - Year Of The Black Rainbow

 

Das Ende einer Saga. Nachdem die Geschichte um die beiden, der Band ihren Namen schenkendem, Hauptcharaktere eigentlich mit dem letzten Album als beendet galt, haben COHEED AND CAMBRIA sich dazu entschieden, dem ganzen mit einer Vorgeschichte noch einen oben drauf zu setzen. Konnte man während der letzten zwei Outputs zum Missfallen vieler einen offensichtlich zu poppigen Charakter ausmachen, besinnen sich die Herren nun ein Stück weit wieder auf ihre Wurzeln. „Year Of The Black Rainbow“ stellt dementsprechend eine passende Symbiose aus den düsteren Zeiten eines „In Keeping Secrets Of Silent Earth“ und der doch etwas leichter zugänglichen Ader der neueren Werke dar.

Die Zeichen sind auf Sturm gestellt und man zeigt sich wesentlich progressiver als zuletzt. Während das bei „Guns Of Summer“ zuerst nur an gewissen Stellen zum Vorschein kommt, nämlich dann, wenn es auf einmal von der eingängigen Strophe mit passendem Refrain ins Gitarrengefrickel und sich selbst überholende Schlagzeug übergeht, zeigt „Here We Are Juggernaut“ schon eher wohin die Reise gehen soll. Mit leicht industriellem Charme startet man in den Song, verwirrt den Hörer, bis er sich im Refrain wieder findet und wieder weiß, mit welcher Band man es zu tun hat. Diesen vom Industrial angehauchten Charakter führt auch das folgende „Far“ fort, wenngleich man hier eher balladesk zu Werke geht. Die Abwechslung zwischen den Songs ist also gelungen und macht den Einstieg in „Year Of The Black Rainbow“ denkbar kurzweilig.

Dann aber folgt die Dramatik. COHEED AND CAMBRIA erzählen ihre Geschichte weiter, knallen mit „The Shattered Symphony“ die perfekte Hymne raus, so kennt man sie. Fast episch, dann wieder unstrukturiert, aber immer typisch fordernd. Genau so will man die Band hören, auch wenn sie das nicht über die ganze Länge des Albums schafft. Ab der Hälfte nämlich besinnt man sich dann doch wieder vermehrt auf Stücke im poppigen Gewand, die zwar zu jeder Zeit gut gespielt sind, jedoch nicht durchweg zu packen wissen. Das ist etwas schade, da man nach dem starken Einstieg doch einfach mehr erwartet hätte. Dennoch, COHEED AND CAMBRIA wissen, wer sie sind und lassen keinen Zweifel daran, dass sie gänzlich hinter dem stehen, was sie hier fabriziert haben. Wie eingangs erwähnt stellt „Year Of The Black Rainbow“ eben ein pässliche Mischung aus allen bislang erschienenen Werken dar und da braucht es dann eben auch diese Stücke, die dem einen oder anderen sauer aufstoßen werden, so zum Beispiel „World Of Lines“ oder „When Skeletons Live“.

Abschließend lässt sich sagen, dass COHEED AND CAMBRIA erneut ein starkes Stück Musik auf den Markt geschmissen haben, welches sich vor Spielfreude und majestätischem Können oftmals selbst übertrifft, dieses Niveau leider aber nicht über die ganze Zeit halten kann. Abgesehen von diesen vereinzelten Schwächen reiht sich „Year Of The Black Rainbow“ hörbar nahtlos in die Riege seiner Vorgänger ein und bietet somit einen mehr als passenden Abschluss oder in dem Falle Beginn der Saga, der vielleicht nicht jedem gefallen dürfte aber zumindest Respekt verdient hat. Langweilig wird es mit dieser Band zumindest nie und genau das ist den Köpfen dahinter sehr hoch anzurechnen.


Tracklist:

01. One
02. The Broken
03. Guns Of Summer
04. Here We Are Juggernaut
05. Far
06. The Shattered Symphony
07. Made Out Of Nothing
08. Pearl Of The Stars
09. In The Flame Of Error
10. When Skeletons Live
11. The Black Rainbow

Alte Kommentare

von progpunker 10.04.2010 14:23

album vorbestellt, nichts im briefkasten am freitag ^^ freu mich aber schon riesig und das einzige album was wirklich nicht der rede wert ist ist das erste good apollo (das muss hier mal gesagt werden ^^)

von Marv 11.04.2010 18:13

Das Review triffts so ziemlich auf den Punkt. Als abschließendes Album der Saga hätte man sich vielleicht noch ein bisschen mehr erhofft, aber passt schon. Gutes, solides Album, macht Spaß zu hören! Und auch dem Herren vor mir kann ich nur beipflichten, bis auf das erste Good Apollo sind alle Co&Ca Alben spitze!

von ich 11.04.2010 18:36

find die erste apollo auch bombe... trotz starkem hang zum pop.

von Marv 12.04.2010 12:48

Ich finde die nichtmal zu poppig, oder zu wenig prog, oder was auch immer. Mir gefällt sie im vergleich zu den restlichen Alben einfach nicht so gut. Finde die Songs sind weniger eingängig, fehlt son bisl das gewisse Etwas. Aber "Welcome Home" z.B. ist auch ein richtig starker Song.

von man... 12.04.2010 21:44

... Meiner Meinung nach wieder ein Höhepunkt in der C&C Discografie. Bersonders lobend ist die Spielfreude, die der ex Dillinger Drummer zum Besten gibt. Das Album braucht sicherlich seine Durchgänge. Wäre es ein Debut, würde man es überall abfeiern, da bin ich mir sicher. Freu mich schon auf die Tour! 9/10

von psylopils 14.04.2010 11:10

würde mir die cd auch gerne holen, aber in der edition mit dem comicbuch, jemand nen plan wo es die gibt? außer bei ebay...

von strange 18.04.2010 22:12

Irgendwie ist es bei mir inzwischen komisch mit C&C. Jedes Album kaufe ich mir, erkenne auch ihre Leistung an, aber höre es dann leider kaum. Das geht jetzt schon seit 2 Alben so. Vielleicht sind sie doch nicht mehr so ganz mein Fall...

von progpunker 18.04.2010 23:00

naja die alben sind schon jedes mal ziemlich anders, kann sein das sie mit den stilwechseln einfach nicht mehr deinen geschmack treffen...hätten sie die anderen alben so wie good apollo gemacht wärs auch nicht mehr mein fall, hätte aber noch respekt vor der band als musiker :-) wie findet ihr eigentlich die alten shabutie sachen?

von progpunker 22.04.2010 00:44

so platte nach gefühlten 100 jahren im briefkasten ^^ review triffts genau ^^ noch 2 punkte mehr dann passts ;-D

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Alex G.

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rien.

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