Plattenkritik

Commodor - Driving Out Of Focus

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Release Date: 09.10.2008
Datum Review: 25.01.2009

Commodor - Driving Out Of Focus

 

Exzentrische Kunststudenten und die Artworks debütierender Bands - vielschichtige Collagen, Farbspektren wie Regenbögen, Gestalterei bis zur vollkommenen Unkenntlichmachung. Das Artwork von COMMODOR: Braun. Schwarze Striche. Bandname, Albumtitel, Credits, Songnamen, zur Hälfte fertiggestellte Skizzen. Man kann das drehen und wenden wie man möchte, künstlerische Meisterleistungen gibt es nicht zu bestaunen. Währenddessen betätige ich gedankenverloren Play und... Woah!

COMMODOR kommen aus der Schweiz. Wer schonmal Musik aus der Schweiz gehört hat, hat an dieser Stelle mehr gehört als ich. Die Schweiz ist für mich musikalisches Niemandsland. Und wer auch noch niemals Musik aus der Schweiz gehört hat, der sollte mit COMMODOR beginnen.

Denn was sich hier abspielt, ist gebündelte Energie. Keine Kompromisse oder Diskussionen - lieber direkt in die Fresse klotzen. Ein Opener wie aus dem Post-/Prog-/Noise-Bilderbuch: In gerade mal zwei Minuten "Liquid Fire" bekommt man wunderbare Stakkatogitarren, Drumgewitter und Dreckbässe serviert. Und dazu eine Stimme in der COREY TAYLOR-Liga (Die Wertigkeit dieses Kompliments darf sich der Sänger an dieser Stelle selbst definieren).

COMMODOR bestechen auf "Driving Out Of Focus" vor allem durch eiskalte Konstanz. Kein musikalisches Thema wird durch ein anderes ausgetauscht, bevor das vorangehende intensivst bis zum Bewusstseinsverlust der Musiker hochgeschaukelt wurde. "Don Starsky" organisiert womöglich tödliche Treffen mit Pantomimen, die ihre Glasscheiben lieben eintreten. "Goats On The Cliff" ist von einem unglaublichen Vorwärtsdrang bestimmt, dem sich nichts und niemand in den Weg stellen kann. "Dune" verzweifelt an seinem Spiegelbild und findet den Weg aus dem Kabinett nicht heraus.

Und trotz dieser hypnotischen Sogwirkung, die die nie enden wollende Repetition hervorruft, wirkt alles immer unglaublich kompakt. Als wären Dekaden vergangen, in denen COMMODOR an diesem Hit von Platte meißelten.

Tracks:
1. Liquid Fire
2. Panavisions
3. Don Starsky
4. Goats On The Cliff
5. Drifting Figures"
6. Dune
7. Tolt
8. Everlasting Swamps Of Sorrow

Alte Kommentare

von blake schwarzenbach 25.01.2009 21:02

die favez kommen aus der schweiz. sollte man gehört haben.

von Evil_K 25.01.2009 23:41

+ cataract + dj bobo...

von odb 28.01.2009 20:02

"Man kann das drehen und wenden wie man möchte, künstlerische Meisterleistungen gibt es nicht zu bestaunen" -anscheinend ein kenner am start

von molch 29.01.2009 18:19

hm? ich denke, dass man ganz gut zwischen einer künstlerischen meisterleistung und keiner künstlerischen meisterleistung unterscheiden kann.

von Ignaz 30.01.2009 12:21

Ich bin nicht vom Fach. Aber es ist einfach nicht sonderlich auffällig.

von odb 01.02.2009 03:23

also auffällig=gute kunst ?!

von Tom 09.02.2009 10:52

Schweiz: Celtic Frost (avantgarde-black death metal-vorreiter in den 80ies) Young Gods (Industrial vorreiter in den 80ies) Coroner (Frickel-metal-vorreiter in den 80ies) Cataract (Bollo vorreiter in den 90ies) Fear of god (die erste grindcore band in den 80ies,napalm death wurden von denen beieinflusst,mike patton ist ein riesenfan) Knut (relapse rec.!) Nostromo (die schweizer meshuggah) 3/5 von The Ocean kommen inzwischen aus der Schweiz Blue water boy (in den 90ies eine grossartige emoband) Favez Zatokrev (super sludge/doom aus basel) Monochrome inzwischen auch zu 2/5 schweizer,beste deutsche/schweizer indiepopband Shora (eine der besten instrumentalpostcorebands) leech (einflussreiche inrtrumentalpostcoreband in den 90ies) Poltergeist (grossartige thrashband in den 80ies,zweites singning auf century media) und noch unzählige mehr... (nein,ich bin kein schweizer,kenn mich da aber aus ;-))

von und 09.02.2009 10:57

nicht zu vergessen: REQUIEM (old school death) SAMAEL (black vorreiter) ELUVEITIE (pagan vorreiter)

von Tom 09.02.2009 13:05

ups,peinlich...samael natürlich auch!

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