Plattenkritik

Corpus Christii - Luciferian Frequencies

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Release Date: 20.06.2011
Datum Review: 21.06.2011

Corpus Christii - Luciferian Frequencies

 

Sinnfrage: Wieso soll man genau dieser einen Underground-Oldschool-Black-Metal-Kapelle seine Aufmerksamkeit schenken, und nicht all den anderen, sich von Artwork über lyrisch behandelte Themen über Promo-Fotos bis hin zur Musik selbst kaum unterscheidenden Bands? Die Black-Metal-Szene beweist doch immer wieder aufs Neue, dass Individualität doch gar nicht so schlimm sein kann wie man das manchmal hört. Was zählt ist also Glück: Glück, dass sich irgendwer dann doch mal zufällig einer dieser auf Gleichheit getrimmten Bands anhört, sie als gut befindet, weiter empfiehlt und so weiter. Denn Black Metal der alten Schule ist ja für sich eigentlich nichts Schlechtes. Das krampfhafte Mitschleppen des Spirits der 90er ohne Hinzufügung eigener Elemente hingegen sorgt nur dafür, dass vielleicht gar nicht mal so schlechte Musik genauso abgehandelt wird wie dass, was man eben so erwartet, wenn man zum abertausendsten mal dasselbe Promopaket vorliegen hat.

Versteckt sich denn hinter diesem Promopaket beim Paradebeispiel CORPUS CHRISTII (nicht zu verwechseln mit der christlichen Metalcore-Band CORPUS CHRISTI) gute Musik? Jaein. Zu loben sind hier vor allem die schön dreckige Produktion, die aber immer noch fett genug ist um nicht wie bei so vielen Genreproduktionen so zu wirken als sei man völlig in den 90ern hängen geblieben. Ansonsten überraschen leichte DEATHSPELL-OMEGA-Anleihen und schleppende Momente, die zeigen dass CORPUS CHRISTII gar nicht so Oldschool sind wie sie die ganze Zeit tun. Grundsätzlich macht „Luciferian Frequencies“ sogar Spaß, und ist weit entfernt davon ein schlechtes Album zu sein. Was fehlt sind nur wirkliche Durchbrüche im durchweg soliden, aber nie ganz besonders aufhorchen lassenden Songwriting. Fürs nächste Album gibt’s also noch einiges zu tun, CORPUS CHRISTII – ihr könnt es zwar, macht aber noch zu wenig draus!

Tracklist:

01 - The Gate
02 - The Owl Resurrection
03 - Crystal Glaze Foundation
04 - The Styx Reflection
05 - Picatrix
06 - Deliverer Of Light
07 - The Infidels Cross
08 - Be Dark Thy Light
09 - Paths Of Human Puzzles
10 - In The Rivers Of Red

Alte Kommentare

von TOM 21.06.2011 21:45

die Anmerkungen zur Gleichförmigkeit und Individualität lassen sich aber auch auf jedes andere Genre übertragen,sei es Hardcore,metalcore,Deathcore, Hip Hop etc...

von Olivier H. 22.06.2011 00:01

leider ja!

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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