Plattenkritik

DESCENDENTS - Hypercaffium Spazzinate

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 29.07.2016
Datum Review: 29.07.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Feel This
02. Victim Of Me
03. On Paper
04. Shameless Halo
05. No Fat Burger
06. Testosterone
07. Without Love
08. We Got Defeat
09. Smile
10. Limiter
11. Fighting Myself
12. Spineless And Scarlet Red
13. Human Being
14. Full Circle
15. Comeback Kid
16. Beyond The Music

Band Mitglieder

 

Karl Alvarez – Bass
Milo Aukerman – Vocals
Stephen Egerton – Guitar
Bill Stevenson – Drums

DESCENDENTS - Hypercaffium Spazzinate

 

Nerdpunks und Punknerds erwachet: Die Macht mit Hornbrille ist zurueck. Aelter als der Autor und sicherlich nicht viel juenger als die meisten Leser heisst nicht automatisch chronische Rueckenschmerzen oder Sofasucht. Milo Aukerman, Bill Stevenson, Karl Alvarez und Stephen Egerton vereinen auf ihrem siebten Studioalbum unverschaemt entspannt alle Eigenschaften, die die Band zwischen 1978 und heute besonders gemacht haben.
 
Gestatten: Der DESCENDENTS-Sound. Oder genauer gesagt: Ein Hi-Speed-Riff-Attentat mit Melodie, Witz und Verspieltheit zum Warmwerden ("Feel This"). Kaum eine zweite Punkband kann diese Art von Gitarre-Bass-Drums-Zusammenspiel so erfolgreich und klar definiert umsetzen. Kein Verschnaufen bei "Victim Of Me": Part Surfpunk, Part Poppunk, Part offensive BLACK FLAG-Dynamik. Mit "Shameless Halo" dann ein typisch "Milo-fornischer" Ohrwurm und dreister Hit, der die "Everything Sucks"-Ära wie eine ueberfaellige Backpfeife auf die Lauscher schmettert. Was essen Aukerman und Co bloss taeglich zum Fruehstueck? Wird man davon automatisch unsterblich? Wenn nicht, dann mit Hilfe von Songs wie dem warm und vollmundig an ALL erinnernden "Smile" oder dem haemisch-vorlauten "On Paper": "Statistically I'm far above the rest / I do my homework, never have to guess" erklaert der Track unabsichtlich den Leitfaden von "Hypercaffium Spazzinate". Die sechzehn Songs beinhalten Schubkarren voll mit zwischenmenschlichen, sozialkritischen, persoenlichen aber auch wuetenden Freundschaftsangeboten - zwischen die treue Gemeinschaft der Musikszene bis zum Tod von Karls Mutter setzen die Kalifornier ausgerechnet "No Fat Burger", der mit Witz und Adrenalin an Songs wie "I Like Food" oder "Rockstar" anknupeft. Kaum eine Band, der die grosszuegige Spanne zwischen dem chaotisch-abruptem "Human Being" und einem bruederlichen Refrain wie dem von "Without Love" so gut steht. Kaum ein Moment, der nicht zu Ende gedacht oder mit Finesse und Faust gleichermassen gespickt ist. "Hypercaffium Spazzinate" mag ein Titel zum Abgewoehnen sein. Dahinter allerdings stecken zweiunddreissig Minuten unsterbliches Kanonenfutter.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media