Plattenkritik

Delilahs - Delilahs

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 15.10.2010
Datum Review: 18.02.2011

Delilahs - Delilahs

 

Zuerst einmal: Bitte lieber Gott – mach, dass diese Schweizer DELILAHS sich nicht nach dem „Hit“ der Plain White T´s benannt haben, der einem mittlerweile psychosomatischen Schüttelfrost am ganzen Körper beschert. Danke. Selbst wenn die Schweizer Damen/Herren-Fraktion mit der Radioseuche eines gemeinsam haben: Ohrwurmcharakter.

Das selbstbetitelte (Debut-)Album der Band um Sängerin Muriel setzt auf trashige Pop(punk)melodien mit Garagen- und Gameboyfaktoren. Hier mal Superchunk, da mal The Sounds – so bunt und fröhlich gestaltet sich die Welt der DELILAHS. Der eröffnende Titel „2 Bodies“ oder auch „Is That A Reason For Love?“ stampfen gerade und nicht zu dreckig, schweifen aber mitunter auch mal unverlangt und kindisch in Richtung stilistisches Fragezeichen aus. Brät sich der melodisch-treibende „B Like Banana“ direkt ins Trommelfell, so werfen „I Wanna Be A Housewife“ oder „75 E“ (ja, Jungs – genau was ihr denkt...) eher Auffüllungstechniken in den Raum, jedoch ohne nervig und direkt überschüssig abzudanken.
Immerhin 6 Jahre sind die DELILAHS schon unterwegs (also nicht etwa länger als die Plain White T´s...), nennen THE BOSS HOSS ihre dicken Kumpels und fühlten bereits nicht zu knapp MTV- und Festivalwind im Gesicht. Völlig außer Frage ist hier eine Band am Heranreifen, die mit Potential und Durchsetzungsvermögen ebenso jongliert, wie mit den Eiern der tanzwütigen Jungs, die ihre Shows anziehen dürften. Auf LP-Länge bedeutet dies zwar auch einige honigsüße Kuchenhäppchen, aber – und gerade im letzten Drittel – auch Stagnation, wenn auch auf unbeschwert jugendlicher Ebene. Klingt „Delilahs“ nach knapp 40 Minuten und Hidden Track aus, rattert im Hirn die Liste der klebengebliebenen Produkte los, wird fündig, selektiert, sucht weiter, wird aber nicht satt. Gibt das Quartett aus dem idyllischen Zug weiter so Gas, dürfte manche Rotation bald auf . „Hey there, Delilahs“ heranwachsen. Auf alle Fälle besser als Gehörgangkrebs - rücksichtslos verursacht durch die Plan White T´s.

Tracklist:

1. 2 Bodies
2. Void Of feeling
3. B Like Banana
4. You´re A Liar
5. Calm Me Down
6. Is That A Reason For Love?
7. I Wanna Be A Housewife
8. Tell Me
9. My Own Desitiny
10. 75 E
11. I´m Lovestruck
12. Fury

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media