Plattenkritik

Die Apokalyptischen Reiter - Moral & Wahnsinn

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Release Date: 25.02.2011
Datum Review: 06.03.2011

Die Apokalyptischen Reiter - Moral & Wahnsinn

 

Wahnsinn machte sich schon immer in den Alben der DIE APOKALYPTISCHEN REITER breit. Seien es die anfänglich wüsten Death/Grind Tage bei denen der Wahnsinn schier greifbar war oder die abwechslungsreichere Ausrichtung auf ihren letzten Alben „Samurai“, „Riders On The Storm“ und „Licht“ - damit konnten sie immer Punkten und in den Jahren eine Zahl von Anhängern um sich scharren!.
Mit ihrem achten Studioalbum „Moral & Wahnsinn“ wird mit den Vorgängern eingeschlagene Richtung nun konsequent weitergeführt.
Beginnend mit dem bereits von Liveauftritten und einer Vorabveröffentlichung bekanntem „Die Boten“ wird dies auch sofort klar. Eine Livehymne ala „We Will Never Die“ mit galoppierendem Rhythmus und tanzbarem Ska-Moment im Mittelteil. Im Allgemeinen kann man über die Lieder von „Moral & Wahnsinn“ sehr auf Livetauglichkeit getrimmt sind und auf den großen Brettern dieser Welt – diesen Status haben sich DIE APOKALYPTISCHEN REITER durch hartes Touren über die Jahre erspielt – wunderbar funktionieren werden. Sei es das schmissige „Hammer Oder Amboß“ mit seinem mitreißendem Refrain oder das sich immer weiter, von Strophe zu Strophe, steigernde „Wir Reiten“ - DIE APOKALYPTISCHEN REITER werden die Zuschauer zum Singen bringen. Selbst ein an BOLTTHROWER erinnerndes Riff kommt im gesellschaftskritischen „Hört Auf“ um die Ecke. Das ungewöhnlichste Stück des Albums ist wohl die dem Keyboarder gewidmete Halbballade „Dr. Pest“. Nach einem eher verhaltenen Anfang mit einer skurrilen Klaviermelodie entwickelt sich schließlich ein episch Hymne rund um die angeblich so morbiden Tätigkeiten des Doktors an den Tasten.
Insgesamt haben es die Thüringer geschafft ein wesentlich rundes Album als das vorangegangene „Licht“ zu komponieren. Die Fröhlichkeit geht dem, an einigen Stellen doch sehr pessimistischen, „Moral & Wahnsinn“ zwar ab, jedoch wird wesentlich mehr Abwechslung geboten. Ein großes Manko des Releases ist die doch sehr starre und immer gleiche Struktur der Lieder, die alle nach dem selben Schema aufgebaut sind. Dadurch gerät der eine oder andere Song doch sehr durchschaubar und nutzt sich nach mehrmaligem Hören doch schnell ab. Die Produktion der CD ist gelungen, es wurde auf die im modernen Metal so häufig verwendeten Trigger-Klänge auf dem Schlagzeug verzichten, allgemein klingt das Album sehr warm und einladend. Wer mit den DIE APOKALYPTISCHEN REITER bisher etwas anfangen konnte wird sicher auch an „Moral & Wahnsinn“ seinen Gefallen finden. Auch für Hörer die bisher noch keine Kontaktpunkte mit den DIE APOKALYPTISCHEN REITER hatten ist dieses Album zu Empfehlen, da es perfekt den Abwechslungsreichtum dieser einzigartigen deutschen Band widerspiegelt.




1. Die Boten
2. Gib dich hin
3. Hammer oder Amboss
4. Dir gehört nichts
5. Dr. Pest
6. Moral & Wahnsinn
7. Erwache
8. Heimkehr
9. Wir reiten
10. Hört auf
11. Ein liebes Lied

Alte Kommentare

von Clement 07.03.2011 08:34

mit "All You Need Is Love" waren sie auf ihrem höhepunkt. die alben danach sind nicht schlecht, aber "Rausch", "Die Schönheit der Sklaverei" und "Vom Ende Der Welt" sind einfach unerreicht. finde ich zumindest.

von Mastei 07.03.2011 09:22

Ich glaube, da bin ich der letzte mit dem du darüber diskutieren musst! :)

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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