Plattenkritik

Donots - Karacho

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Release Date: 20.02.2015
Datum Review: 24.02.2015

Donots - Karacho

 

Die DONOTS melden sich zurück. Und siehe da, diesmal auf deutsch! 
Was vorerst eigentlich nur ein Versuch werden sollte, entpuppte sich als eine funktionierende Neuauflage der Ibbenbürener.
Mit „Karacho“ tritt die Band also erstmals in ihrer Muttersprache in Erscheinung, für Sänger Ingo eine wesentliche Umstellung im Texten und Auftreten.



Nach dem ersten Durchhören stellt man schnell fest, dass das Album überraschend vielseitig ist und stets einen frischen Wind in jeden Song bringt. Gleich beim Opener „Ich mach nicht mehr mit“, der schon vorab als Single veröffentlicht wurde, wird man nach einem kurzen Intro gleich an die Gitarrenwand geworfen aus Höhen und Tiefen in harmonischer Absprache mit Schlagzeug und Bass. Wenig rau, dafür laut, offen und ehrlich.

Hier wird zumindest gleich klar, dass nicht nur die Umstellung auf die deutsche Sprache bei diesem Album ein zentrales Thema spielt, auch musikalisch hat sich die Band wieder einmal einige Gedanken gemacht. 

Die DONOTS war schon immer eher die Band im übergeordneten Genre „Rock“, die ihren Pop-Anstrich ganz selbstbewusst mit sich trug. Und das völlig zurecht! Auch auf „Karacho“ gibt es von Anfang bis Ende Ohrwurm-Anwärter, die für große Hallen und kleine Clubs bestens geeignet sind.
Das Beste an den DONOTS und ihrer Musik ist jedoch immer noch, dass man ihnen anmerkt, wie ernst und ehrlich sie es meinen. Und so ehrlich sind auch die Songtitel geworden, die mit „Junger Mann zum Mitleiden gesucht“, „Du darfst niemals glücklich sein“, „Hier also weg“ oder „Dann ohne mich“ eher eine getrübte Haltung einnehmen, aus der jedoch meist mehr zu holen ist, als aus ausschließlich positiven Sülz-Texten. Trotzdem schafft die Band es immer wieder, diese Art von Texten in ein Soundgewand zu hüllen, das nach vorne geht, voller Antrieb steckt und Lust auf mehr macht. Da muss man auch gar keine Vergleiche zu anderen Bands ziehen, was man hier hört, ist voll und ganz DONOTS Sound.

Besonders hervor sticht zum Ende noch das Schlussstück „Hansaring 2:10 Uhr“ Spaß - ein akkustischer Song als Liebeserklärung an den Hansaring in Münster. Sehr charmant! 

Die Angst, dass DONOTS auf deutsch nicht funktioniert, hat „Karacho“ definitv genommen. Wir sind gespannt, wie die CD im Ausland angenommen wird, das sollte aber auch über die Grenzen der deutschen Sprachen hinaus Anklang finden, so wie sich das neue Album anhört.




Tracklist

1. Ich mach nicht mehr mit

2. Dann ohne mich

3. Junger Mann zum Mitleiden gesucht

4. Problem kein Problem

5. Du darfst niemals glücklich sein 

6. Kaputt

7. Weiter

8. Kopf bleibt oben

9. Hier also weg

10. Straßenköter

11. Das Ende der Welt ist längst vorbei

12. Besser als das

13. Immer noch

14. Hansaring, 2:10 Uhr

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Sebastian W.

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