Plattenkritik

Dragonforce - Maximum Overload

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Release Date: 15.08.2014
Datum Review: 22.07.2014

Dragonforce - Maximum Overload

 

Das sechste Studioalbum der britischen High Speed Metalformation DRAGONFORCE, ist das erste Album, welches die Band nicht wie gewöhnlich mit Karl Groom sondern mit dem Schweden Jens Bogren aufgenommen hat. Ob es nun daran liegen mag, dass der berühmte Drops auch bei der Drachenkraft scheinbar gelutscht ist, kann man jetzt wohl noch nicht sagen. Fakt ist: Die Drums sind zu laut, der restliche Sound ist satt und dass TRIVIUM Sänger Matt Heafy hier und da ein paar Gast-Vocals einstreut ist zwar ganz nett, aber irgendwie...

Gleich beim Opener 'The Game' kam schon keine große Freude auf. Das Thema an sich spannend (dass wir überall und zu jederzeit mit Informationen voll gemüllt werden und alle lieber auf ihre Smartphones schauen, als sich zu unterhalten), wird musikalisch langweilig, für DF „typisch“ umgesetzt. Bei der Band heißt das selbstredend hohes, technisches Niveau, aber der Guitar Hero Pow Effekt bleibt aus. Das ändert sich auch nicht mit 'Tomorrow's Kings' und 'No More'. Hat „Twilight Dementia“ bei mir für Begeisterung gesorgt, ist „Maximum Overload“ eher das Gegenteil: Ich beginne mich sehr schnell zu langweilen und habe das Gefühl, dass viele Arrangements schon mal irgendwo aufgetaucht sind. Hauptsache schnell und viel. Da bringt es auch nichts, wenn man sich noch weitere renommierte Gastsänger ins Studio holen würde oder irgendwann in Lichtgeschwindigkeit seine Skalen spielt. Der einzige Song der mir wirklich gefällt, ist der Midtempo Track 'Three Hammers'. Ich glaube das liegt aber eher an dem überraschenden Tempo. Denn an sich ist dieser Song neben denen von anderen Szene-Bands nun auch nicht wirklich besonders. Sieht man mal davon ab, dass Sänger Marc Hudson unverschämte Höhen erreicht (die aber nicht mehr schön sind), ist die Scheibe bis hierhin cniht sehr aufregend. Dann: 'Symphony of the Night' hat ein Intro das Aufmerksamkeit erregt. Das melodiöse Arrangement erinnert an QUEEN und typischen Webber Akkordfolgen, nur eben metallisch. Das gefällt mir gut. Den Song habe ich gleich nochmal gehört. 'The Sun is Dead' gefällt wegen der Bassläufe (endlich Groove), wenn auch die Synthies ein bisschen zu sehr an DT erinnern. 'Defenders' kursierte schon bei YouTube rum und ist wohl der heimliche Hit auf der Platte. Mit seinen Thrash Elementen hebt er sich ein bisschen von den anderen Songs ab. 'Extraction Zone' ist ein Blastbeat Song bei dem mir die Drums nicht zusagen und 'City of Gold' klingt wie alle anderen Songs auf der Platte auch, hier ist der Refrain jedoch sehr eingängig und auch das Solo mag ich mir mal ganz anhören.

Aber ganz ehrlich: JOHNNY CASH covert man nicht, wenn man nicht wirklich ein Gefühl für seine großartige Musik und richtig dicke Eier. Eine gute Idee zu haben wäre da auch nicht schlecht. Hatte man nicht. Da haben die Briten aus meiner Sicht richtig daneben gehauen und den Song wie ein japanisches Videospiel aus den frühen 90ern klingen lassen. Für diese Kaugummi-Automaten-Frechheit gibt es einen Punkt Abzug.

Insgesamt finde ich Hudson als neuen Sänger nur solide, die Songs uninspiriert und es ist egal ob man der schnellste Schnitzel-Brater der Welt bist: Irgendwann wird auch das langweilig. Dann hat man auf einmal Appetit auf eine mediterrane Gemüsepfanne.

Fazit: DRAGONFORCE steht drauf, ist auch drin. Keine wirklichen Überraschungen oder Steigerung, eher ein Schritt zurück. Großartige Band, eher mittelmäßiges Album. Es sei ihnen gegönnt.

Tracklist
1. The Game
2. Tomorrow's Kings
3. No More
4. Three Hammers
5. Symphony Of The Night
6. The Sun Is Dead
7. Defenders
8. Extraction Zone
9. City Of Gold
10. Ring Of Fire

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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