Plattenkritik

Dropkick Murphys - Going Out In Style

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Release Date: 25.02.2011
Datum Review: 02.03.2011

Dropkick Murphys - Going Out In Style

 

Ein neues Album der DROPKICK MURPHYS ist wie Weihnachten für Erwachsene: Vorfreude und Spannung bis zu jenem Tage, aber nach dem Platzen der Blase stellt sich raus: Jedes Mal dieselbe Leier.

Konzeptalbum hin oder her, musikalisch trägt auch dieser (moderne) Stempel nichts zu einem bahnbrechenden Schleuder- statt Feinwaschgang bei - was in der Akte Al Barr & Co. natürlich nicht unangenehm auffällt. Auch am Heiligen Abend 2011 der Irish-Punk-Folk-Core-Rock-Hockey-Institution stehen Stampfen im Pub, Gröhlen mit Freunden und eine Gaudi aus Tin Whistle und Dudelsack auf dem Speiseplan. Voila!

Eröffnen "Hang Em High" und der anschließende Titeltrack schon fast zu klassisch und pompös, so punkten "The Hardest Mile" und "Take ´Em Down" sehr traditionell mit tollen Instrumentalbesetzungen, wie sie aus dem grünen, kleeblättrigen Ostküsten-Zirkus mittlerweile bekannt sind. Geschunkelt und bedacht werden darf (auch dieses Weihnachten) im Mittelfeld bei "Cruel" oder "Broken Hymns" - ohne daß die Murphys zu platt oder lächerlich klingen. "Going Out In Style" verspricht wahrhaftig stilvolle Erledigung der Pflichten: Nicht nur Fat Mike (NofX) oder Bruce Springsteen (!) sind mit ihren Stimmen an Bord, mit "Sunday Hardcore Matinee" oder "Memorial Day" klopfen die DROPKICK MURPHYS mächtige Dampframmen aus dem 15-jährigen Teppich, der ihnen bereits eine eigene Bostoner Sportsbar, den Soundtrackanteil beim Scorsese-Erfolg "The Departed" oder Touren und Konzerte in aller Welt verschafft hat. Ist man dann – gefolgt von Mandoline, feucht-trampelnden Kneipenriffs und den jaulend ehrlichen Vocal-Spielchen aus Ken Caseys Kehle - bis zum Schemata Barr/Springsteen beim Evergreen „Peg O´My Heart“ und dem finalen Klassiker „The Irish Rover“ durchgedrungen, erfreut sich das pochende Herz der erwarteten Töne, wobei der Fülle des Kruges zu „The Gang´s All Here“-Zeiten einfach nicht gedient werden kann.
Die DROPKICK MURPHYS sind eben die DROPKICK MURPHYS sind die DROPKICK MURPHYS bleiben die DROPKICK MURPHYS. Konzeptalbum hin oder her.

Tracklist:

01. Hang ‘Em High
02. Going Out In Style
03. The Hardest Mile
04. Cruel
05. Memorial Day
06. Climbing A Chair To Bed
07. Broken Hymns
08. Deeds Not Words
09. Take ‘Em Down
10. Sunday Hardcore Matinee
11. 1953
12. Peg O’ My Heart
13. The Irish Rover

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.