Plattenkritik

EMPLOYED TO SERVE - The Warmth of a Dying Sun

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Info

Release Date: 19.05.2017
Datum Review: 08.05.2017
Format: CD Digital

Tracklist

 

01. Void Ambition
02. Good For Nothing
03. Platform 89
04. Lethargy
05. I Spend My Days (Wishing Them Away)
06. Never Falls Far
07. The Warmth of a Dying Sun
08. Church of Mirrors
09. Half Life
10. Apple Tree

Band Mitglieder

 

Jamie Venning
Justine Siân Jones
Richard Jacobs
Robbie Back
Sammy Urwin

EMPLOYED TO SERVE - The Warmth of a Dying Sun

 

EMPLOYED TO SERVE scheint die Sonne offensichtlich nicht grade aus dem Arsch und die Musik auf "The Warmth of a Dying Sun" ist in etwa so fröhlich, wie es der Albumtitel suggeriert. Statt an einen Tagesausflug zum Strand erinnert der zweite Streich der Briten dann auch eher an ein Treffen des Fight Club in einem verregneten Hinterhof einer Plattenbausiedlung; entsprechend ist "The Warmth of a Dying Sun" brutal, mitunter chaotisch und doch irgendwie unerwartet belebend.

 

Das brachiale Hardcore-Gebräu von EMPLOYED TO SERVE drückt gewaltig und beschwört mit tiefer gestimmten Gitarren, zerstörerischem Groove, kurzen Frickelausbrüchen und den sich fast überschlagenden Screams von Fronfrau Justine Jones eine bedrohliche Grundstimmung, die stets zu explodieren droht. Das Herzstück des Albums bildet dabei gewissermaßen das apokalyptische Titelstück, bei dem sogar kurzzeitig ruhige Töne angeschlagen werden und Frau Jones eine angenehme Singstimme offenbart. Zum Sound der Band gehören neben wüstem Hardcore auch Einflüsse aus Sludge, Noisecore und New Metal der fieseren Sorte. CONVERGE haben hier ebenso ihre Spuren hinterlassen wie die frühen DEFTONES und ganz besonders deren Buddies WILL HAVEN; manche Nummer auf "The Warmth of a Dying Sun" hätte nämlich auch problemlos vor über 15 Jahren auf den ersten beiden Alben der Krawallbrüder aus Sacramento stehen können. Zwar haben es WILL HAVEN Anfang der 2000er nie so richtig aus dem Schatten der großen Brüder um Chino Moreno herausgeschafft und klangen damals wohl schlichtweg zu chaotisch und aggressiv, um so richtig auf den grade anfahrenden New Metal Hypetrain mit aufzuspringen, bei EMPLOYED TO SERVE haben sie jedoch offenbar tiefen Eindruck hinterlassen.

 

Das soll natürlich nicht heißen, dass hier stumpf nostalgische Vorbilder kopiert werden. Die Briten haben durchaus ihren eigenen Sound, jegliche Vergleiche sollen lediglich eine ungefähre Idee vom Sound vermitteln, der den Hörer auf "The Warmth of a Dying Sun" erwartet. Nicht unbedingt "angenehm" im klassischen Sinne, voller Wut und Energie, manchmal etwas sperrig, aber mindestens genauso oft prägnant und stets zum wilden Moshen einladend.

 

Besondere Highlights: Void Ambition, Good For Nothing, The Warmth Of A Dying Sun, I Spend My Days (Wishing Them Away)

 

Autor

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Hans

Autoren Bio

Meine großen Leidenschaften: Literatur und laute Musik. Plattenkritiken liegen nahe.

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