Plattenkritik

Einherjer - Norrøn

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Release Date: 09.09.2011
Datum Review: 06.09.2011

Einherjer - Norrøn

 

Wenn man Leute danach befragt, ob sie eher EINHERJER oder KORPIKLAANI für die relevantere Pagan-Metal Band halten, wird die Antwort bei den meisten wohl KORPIKLAANI lauten. Doch weit gefehlt, denn die Norweger spielen schon vor dem Hype, den die Szene in den letzten Jahren erfahren hat, diese Musik. Außerdem schaffen es EINHERJER ohne Flöten, lustige Tanzmelodien und dergleichen auszukommen.
EINHERJER spielen Pagan-Metal in seiner ursprünglichsten Form. Sie verlassen sich auf vollkommen auf Gitarre, Bass und Schlagzeug. 2004 hatten sie sich vorläufig aufgelöst, nun steigen 2011 erneut aus Asgard herab um dem geneigten Hörer die Geschichten um Odin, Thor und Co darzubieten.
Eröffnet wird „Norrøn“ vom überlangen, vertrackten „Norrøn Kraft“. Hier setzt das Trio vollkommen auf große Melodiebögen, starke Gitarrenleads und stampfendes Schlagzeug. Es kann zwar einige Durchläufe benötigen um dieses monströse Stück Musik vollends zu erschließen, danach erkennt man aber, dass es wohl kein besseres Lied als Opener gegeben hätte. Ein Statement gegen all die Schunkel-Wikinger der letzten Jahre. Mit „Naglfar“ geht es dann weiter mit einem Lied über das gleichnamige Schiff der Toten. Wer gedacht hat, EINHERJER hätten nach dem ersten Track schon ihr Pulver verschossen, irrt. „Naglfar“ überzeugt, wie das folgende „Alu Alu Laukar“ ebenfalls, durch kraftvolle Rhythmik und Riffs die sich ins Gedächtnis schneiden. Mit „Varden Brenne“ schließt danach ein Song an, der das Tempo wieder etwas herausnimmt und mit großartigem Refrain überzeugen kann. Das sehr dynamische „Malmting“ bildet das letzte richtige Metalstück des Albums. Abgeschlossen wird dieses von „Balladen Om Bifrost“. Der Titel ist wohl auch hier selbsterklärend. Getragen von einer Akustikgitarre und mehrstimmigen Chören entfaltet das Lied eine unglaublich dichte Atmosphäre.
EINHERJER haben mit „Norrøn“ ein Album geschaffen, welches ganz klar den Geist BATHORYs in sich trägt. Sie grenzen sich absolut vom gängigen Pagan-Metal ab und fahren damit ausgezeichnet. „Norrøn“ wirkt in seiner Gänze rund und schlüssig und sollte jeden Metalfan, der auf härtere atmosphärische Musik steht, überzeugen können.

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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