Plattenkritik

Ellwood - Lost In Transition

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Release Date: 21.06.2011
Datum Review: 12.09.2011

Ellwood - Lost In Transition

 

Sandburgen am Strand, Gartenpartys mit Freunden und diese vermisste innere Ruhe. Ein Ensemble aus altbekannten Gestalten wohnt nicht nur im Dauersommer sondern gibt auch dickbäuchig mit der geglückten Vertonung an.


Ums Namedropping führt kein Weg vorbei wenn Chuck Robertson (MAD CADDIES) und Dustin Lanker (CHERRY POPPIN´DADDIES) ihr neues Pferd aus dem Stall lassen. Wenn auch leider nur in kürzerer Fassung (9 Songs in 30 Minuten...) klingt das bewährt und bekannt nach Sonne, Sonne und – ernsthaft – Sonne. „The Deal“ kann mit seinem reitenden Offbeat noch schnell genutzt werden, um die Flipflops unterm Bett vorzukramen und das Badetuch auf der Balkonliege auszubreiten. Das Distortionpedal sowie den Swingsuit tauschen ELLWOOD auf ihrem Debüt dann gegen klassische Reggae-Orgeln, Rocksteady-Rhythmen und ein Laid-Back-Gefühl aus dem Bilderbuch, wenn die vertraute Stimme in „Sunshine Garden“ den geforderten Frieden besingt ohne zur Hippie-Hymne zu werden oder bei „Dancin´ Girl“ skankend die Themen beschwört, die wirklich wichtig sind wenn man nichts außer Surfen, Ausschlafen und Weiterfeiern vor hat.
Die Catchyness seiner Hauptband wirft Robertson (hier ebenfalls mit im Bunde: ex-MAD CADDIES Trommler Todd Rosenberg) in denselben Schlapphut, in dem auch die relaxten Klaviersoli aus Lanker´s Orgel Platz finden und mit „Walking Away“ oder „Don´t Look Back“ mehr als nur vorbeiziehende Produkte die gute Laune erklären. Ist das etwa eine verzerrte Gitarre bei „Mag Girl“? Und darf man die eröffnende Tastenmelodie in „Wrong Night“ so durchgehen lassen? Mit ELLWOOD kann und will man sich nicht streiten - dafür bleibt kein Platz und kein Elan zwischen den ruhigen Wellen, dem Abendrot über dem Horizont und den SUBLIME-Songs aus dem Ghettoblaster.

Ob ELLWOOD trotz des qualitativen Erst-Outputs wirklich wichtig sind oder man lieber Geist und Tatkraft in ein neues MAD CADDIES-Release hätte stecken können/müssen/sollen – auch die Frage kann man auf ein leeres Blatt schreiben, sich jenes für später aufheben oder zu gegebener Stunde ins Beachfeuer werfen. Wo in unseren Breitengraden die heiße Jahreszeit betreffend ganz andere Problematiken auftauchen, darf mit Sonnenbrille, Kaltgetränk und Badeshort aber auch einfach mal die Klappe gehalten und genossen werden.

Trackliste:

1. The Deal
2. Walking Away
3. Sunshine Garden
4. There She Is
5. Mag Girl
6. Amsterdam Ray
7. Dancin´ Girl
8. Wrong Night
9. Don´t Look Back

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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