Plattenkritik

Ephel Duath - Through My Dog's Eyes

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Release Date: 26.01.2009
Datum Review: 30.12.2008

Ephel Duath - Through My Dog's Eyes

 

Die italienischen Experimentiermetaller EPHEL DUATH haben sich bereits auf vielen Spielwiesen getummelt. 1998 gestartet als vom Black Metal inspiriertes Projekt erforschten sie auf ihren Alben jazzige und elektronische, immer verwirrende und sehr intensive Klänge. Die Band lag mit ihren Alben völlig neben der Spur und auch neben dem Zeitgeist, waren dabei jedoch höchst innovativ und immer herausragend anders. Waren!

Auf „Through My Dog's Eyes“ präsentiert Bandkopf/Gitarrist Davide Tiso (an dem Album beteiligt waren weiterhin Luciano Lorusso George als Sänger und Marco Minnemann am Schlagzeug) ein völlig neues Konzept, denn das Album liefert den Soundtrack der Gedankenwelt eines Hundes! Aber dieser scheint nicht auf den müllverhagelten Straßen Neapels groß geworden zu sein, sondern wegen der ruhigen und völlig kraftlosen Arrangements im Schoße der Kessler-Zwillinge vor sich hin zu dösen. Hunde wollen fressen, dann kommt erst einmal nichts, dann wollen sie fressen, saufen, ihre Unterseite lecken, Aas kauen oder sich darin oder anderem Unrat suhlen. Hunde denken doch nicht in diesen auf dem Album herrschenden völlig relaxten Sphären. EPHEL DUATH sind immer noch vom Jazz beeinflusst, scheinen aber davon auszugehen, dass Hundegedanken und vom Southern Rock inspirierte Gitarrenriffs zusammen passen. Die einzelnen Strukturen der Songs verlaufen sich und münden in zahllose Enden, ohne wirklich zusammen gehalten oder verknotet zu werden. Am meisten stört jedoch die durchgängige Lässigkeit des Materials, die nach dem zweiten Song in totale Langeweile umschwängt. Somit krankt „Through My Dog's Eyes“ an der Tatsache, um jeden Preis innovativ sein zu wollen, allerdings zu Lasten der Songs und letztlich auch zu Lasten der Herausragendheit.

Wenn Hundegedanken wirklich so arm an Höhepunkten sind, dann bitte eine Reinkarnation als Katze!

Tracklist:
1. Gift (2:27)
2. Promenade (3:33)
3. Breed (3:28)
4. Silent Door (2:48)
5. Bella Morte (2:24)
6. Nina (4:27)
7. Guardian (3:20)
8. Spider Shaped Leaves (4:56)
9. Bark Loud (4:55)

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Clement

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