Plattenkritik

Escapado - Montgomery Mundtot

Redaktions-Rating

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Release Date: 22.10.2010
Datum Review: 18.10.2010

Escapado - Montgomery Mundtot

 

Viel hat sich getan im Hause ESCAPADO. Die deutschsprachige Vorzeigeschreiband hat sich zu 50% umbesetzt. Vor allem des Sängers Position wurde neu besetzt. Gerne nimmt eine Band so etwas zum Anlass, ihren Sound zu überarbeiten und klingt danach meist etwas befremdlich.

So lauscht man auch ganz besonders gespannt auf den Opener der neuen Platte „Montgomery Mundtot“. Allerdings tut sich da zunächst mal wenig. Die Härte bleibt und selbst des neuen Schreihalses Stimme unterscheidet sich nicht allzusehr von seinem Vorgänger. Mit gewohnter Härte legt man los und brüllt sich durch die Ungerechtigkeit der Gesellschaft, gegen „die da, die alles immer wieder versauen“. Allerdings wird direkt beim zweiten Titelgebenden Stück „Montgomery Mundtot“ klar, dass der neue Sänger in den ruhigeren Gesangsparts keineswegs so weinerlich klingt, wie sein Vorgänger. Bremsten ESCAPADO sich in den Vorgängeralben „Hinter den Spiegeln“ und „Initiale“ mit solchen Weinparts gerne selbst aus, so wird hier die Energie weit oben gehalten, auch wenn mal nicht geschriehen wird. Adios Emoschwuppe! Und es growlt till death.

An der Gitarre erzeugt ein Mann Klangwelten, welche es besser nicht geben könnte. Harte, verzerrte Riffs gibt es wohl. Doch Sebastian legt weiterhin Wert auf viel Unverzerrtes. Klarheit und Struktur, die einem mit der Präzision einer Guilliotine in den Nacken rauscht, obwohl man den Kopf eigentlich gerade in Richtung der „Sphären“ drehen möchte. Grauenvoll. Grauenvoll gut! Die hochgezogenen Gitarren in „Elite setzt sich durch“ könnte schon fast eine Hommage an die Großen der harten Metalriffs sein.

ESCAPADO befinden sich allerdings immer noch textlich in der Sturm und Drang Phase. Thematisch Orientierungslosigkeit, Angst, Wut, Hass, Verzweiflung, bis hin zur Verschüchterung, die man sich nicht eingestehen möchte. Vor den Hürden, unzähligen Möglichkeiten des Prozesses der Selbstfindung, die Adoleszenz als große Unbekannte, deren Grenzen zu verschwimmen drohen. Und immer wieder DIE. Eine Gruppe von Menschen die bedrohlich wirken, es im Zweifelsfalle sind, denen man Tod und Pestilenz wünscht.

Zum Durchatmen gibt es auf „Montgomery Mundtot“ mit Sicherheit nichts. Keine paar Minuten geben die Jungs für das kleinste bisschen Quotenballade her. Der Song mit dem Titel „Durchatmen“ täuscht auch nur ganz dezent in die Richtung an und drückt die Gehörgänge doch so sehr auseinander.

ESCAPADO knüpfen grandios an das an, was sie sich als roten Teppich selsbt ausgelegt haben. Es bleiben keine Wünsche offen. Sie sind dem Tod von der Schippe gesprungen und schlachten ihr neu gewonnenes Bandleben nun umso intensiver aus. Chapeaux!


1.Petenwell
2.Montgomery Mundtot
3.Gezeichnet
4.Weil es so einfach ist
5.Freiraum
6.Viola del Poteus Maximus
7.Sphären
8.Die Elite setzt sich durch
9.Ferngesteuert
10.Durchatmen
11.Zwischen den Profilen

Alte Kommentare

von Raphael 18.10.2010 20:47

oh, da warst du wohl schneller. bekam die platte erst heute und bin, wie ich es erwartet hatte, absolut enttäuscht. höchstens 6 punkte, man hätte besser aufgehört

von Jule 18.10.2010 21:29

aber warum? da wäre doch eine gegensdarstellung ganz toll...

von t. 18.10.2010 21:45

der titeltrack ist top. bin gespannt auf den rest...

von Alex G. 18.10.2010 22:07

Ich finde mitnichten, dass sie sich mit Helge in den "Weinparts" ausbremsten. Ich find eher, dass er eine "unvergleichliche" stimme im deutschan Raum hat/hatte. Aber das wird wohl für immer Geschmackssache bleiben :)

von t. 18.10.2010 22:17

ihre zeit ist auch schon vorbei...

von Olafxyz 18.10.2010 22:38

emoschwuppe? weinparts? was ist dir denn schreckliches passiert, dass du in solchen momenten nicht ergriffen bist?

von lululu 18.10.2010 22:40

gerade die ungeschliffenen "weinparts" haben es ja ausgemacht! wärs wenigstens unter anderem namen weiter gegangen, müsste man nicht so arg zum vergleich ziehen :) ich geh mal grand griffon hören!

von gnihihi 18.10.2010 23:03

ui, da bin ich als alter fanboy doch mal gespannt.

von 19.10.2010 00:38

von Fabian 19.10.2010 06:56

Haha hab mich schon erschrocken und dachte das wäre dein Review Raphael :D

von m. 19.10.2010 08:51

"Adios Emoschwuppe! Und es growlt till death. " hahahahahhahahahaha. tut mir leid, aber ab da konnte ich leider nicht mehr weiter lesen... haha...

von wuff 19.10.2010 09:39

ich geh mal grand griffon hören! (2)

von wuffwuff 19.10.2010 09:46

grand griffon? ist das nicht die band, die vor kurzem hier noch jeder scheiße fand?

von Kollege 19.10.2010 10:46

"Adios Emoschwuppe! Und es growlt till death"? Mensch Jule, wir sind hier doch nicht bei der Rock Hard oder in nem Biker Magazin: Selbstverständlich muss nicht immer alles intellektualisiert werden, aber deine "dicke Eier" Wortwahl ist noch nicht mal unfreiwillig komisch... PS: Freue mich aber schon sehr auf das Album! Gerade die völlig unterschiedlichen Bewertungen und Diskussionen klingen doch endlich mal interessant...

von emotionen bleiben emotionen 19.10.2010 11:24

mann, dieses ständige niedermachen! escapado sind eine textlich-orientierte kopfband! und wir sollten froh sein, eine derart authentische und szeneunabhängige hc/screamo-band zu haben. freu mich riesig auf das album, die vorgängeralben waren schon ganz großes kino! und "weinerlich" fand ich das ganze nicht wirklich... . Oder müssen die Muskeladern platzen um von testosterongetränkter emotion zu sprechen? Diese Band hat es mehr als verdient!

von Scholli 19.10.2010 16:42

Hab das album noch nicht gehört, aber die jungs werden schon wissen, was sie tun. Bin gespannt

von Angerührt 20.10.2010 13:58

Die Sache mit den "Weinparts" seh ich wie Jule. Insbesondere 'Hinter den Spiegeln' wird dadurch für mich regelrecht versaut.

von 13.11.10 22.10.2010 04:15

Köln Underground!!!

von 030SquadHC 22.10.2010 14:02

Also ich finde die Weinparts oder wie man sowas auch nennt, das hat die alten Sachen irgendwie besonders gemacht. Aufjedenfall fand ich das ganz gut.Bis jetzt hab ich mir noch nicht die neuen Sachen angehört aber das werde ich noch nachholen. Und naja ich würde nochmal ne CD Review von jemanden reinstellen der vielleicht mehr Sachlich bleibt und Ahnung hat und nicht irgendwas als Emoschwuppe abstempelt, nur weil mal was anderes gemacht wird, als growlen,screamen, shouten und weiß ich was.

von Blub 23.10.2010 10:26

Review ist jetzt nit so toll geschrieben, aber das ändert nichts an der Qualität der Platte. Beste deutschsprachige Platte der letzten Zeit. 9/10

von @blub 23.10.2010 14:39

und natürlich die neue antitainment - und die sollten sich gewisse voreilige hater und besserwisser mal genauer anhören :)!

von b-dog 23.10.2010 19:53

ich find das album super. anders aber super. werde live party machen. bei grand griffon selbstverständlich auch!

von jochen Saal 24.10.2010 04:32

absolut escapado. also warum neuer name!? die stimme ist schon anders u. aber passt trotzdem sehr geil... vor allem beim titeltrack. weiter so escapado! endlich wieder ne richtig geile platte! Chapeaux!

von Heinzelmann 24.10.2010 15:01

läuft doch voll rein. so arg anders find ich sie jetzt gar nicht nach dem zweiten kompletten durchgang. die drums waren früher besser. vocals sind voll in ordnung

von t. 25.10.2010 07:53

nach dem ersten durchhören gefällts mir gut. wesentlich besser als grand griffon.

von DrFaust 25.10.2010 10:59

Woah! Ich war ja auch einer von den "Nee-Sagern" als ich die ersten Clips gehört habe. Aber die Platte klingt echt wie Escapado. Klar ist der Gesang etwas anders, aber die Screams sind tatsächlich ziemlich ähnlich! Die extrem ruhigen Momente fehlen etwas und somit auch das was das Review als "Emoschwuppe" bezeichnet. Ist ein bisschen Schade, aber der neue Sänger arbeitet eben etwas mehr mit Spoken-Word-Passagen. Ist für mich jetzt schon die Überraschung des Jahres, dass die Platte so gut geworden ist! Lass sie alle verrecken! :D

von mike 25.10.2010 11:42

same here! richtig gute platte! hätt ich nicht gedacht..

von steigi 29.10.2010 00:07

War Anfangs auch etwas misstrauisch, aber es ist doch ein ordentliches Album geworden. Durch den neuen Sänger hat die Band zwar etwas an Unverwechselbarkeit verloren, vorallem die Gesangsparts erinnern mich stark an Captain Planet oder Mikrokosmos23, trotzdem können die Melodien immernoch begeistern. 8/10

von Deathinteresse 29.10.2010 08:00

wenn kein escapdo draufstehen würde wäre es sogar echt ok aber so kann ich einfach nicht darüber hinwegsehen 6/10

von Mark 29.10.2010 11:29

Junge, du kannst doch sowieso nicht lesen was drauf steht, wenn die CD im Player ist, also hör mal auf hier den großen trueness experten raus hängen zu lassen und genieße einfach.

von Lars 29.10.2010 16:29

steht ja gar nicht escapdo drauf, sondern escapado.. und die habens immer noch echt druff :p

von Rob 05.11.2010 09:52

Schon ein gutes Album und definitiv Escapado aber ich finde sie haben jetzt irgendwie ihren "Zauber" verloren. Keine Ahnung woran es liegt, denn die Texte und Botschaften sind auch ansprechend.

von weihnachtsmann 25.11.2010 17:12

epische platte. und der klare/cleane gesang damals war zwar möglicherweise weinerlich, aber das war es gar nicht was gestört hat. eher die tatsache, dass er verhältnismäßig schwach auf der brust vorgetragen wurde, im direkten vergleich zu den geschriehenen parts. ich finde jetzt mit dem neuen sänger ist alles etwas homogener. texte wie immer super, live überragend...was will man mehr.

von fuck! 28.02.2011 23:40

vorhin nochmal nebenbei angemacht und 2 lieder später war ich das erste mal voll drin. muss inzwischen echt sagen, super platte... 9/10

von felix 04.03.2011 11:33

fett!

von Robin 19.04.2011 21:46

Emoschwuppe ist mehr als Unglücklich gewählt! Helge ist für mich der sympatischste Sänger den unser Land zu bieten hat und seine Texte liegen weit vor denen die Felix bietet. Mir tut es weh solch eine Review zu lesen. Im internen Grand Griffon Escapado Duell geht für mich der Punkt an Grand Griffon!

von @Robin 21.04.2011 12:45

Na dann hör doch grand griffon und gut is. ich persönlich find die einfach nur peinlicjh.. einfallsloser hc-punk für 17jährige.. texte bei denen reichen auch nich an esc heran, weil helge sie nie alleine geschrieben hat un das merkt man. live mal ganz zu schweigen..

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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