Plattenkritik

Finntroll - Blodsvept

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Release Date: 22.03.2012
Datum Review: 21.03.2013

Finntroll - Blodsvept

 

Eigentlich kann man sich den Wecker danach stellen, dass FINNTROLL im Dreijahrestakt ein neues Studioalbum veröffentlichen. So ist es auch 2013 wieder an der Zeit für ein solches. „Blodsvept“ heißt es, das sechste in Band-Diskographie ist es.
Einmal mehr haben die Finnen ihren ureigenen Stil um Nuancen verändert und sich so weiterentwickelt. Legten sie auf dem letzten Werk „Nifelvind“ noch viel Wert auf ausgearbeitete Melodiebögen, gehen sie auf „Blodsvept“ die ganze Sache etwas zielstrebiger an und spielen nicht so lange um den heißen Brei herum, kommen schneller auf den Punkt. Die Musik erscheint dadurch zwar nicht so episch wie vorher, ist aber nicht weniger detailliert ausgearbeitet. Der eröffnende Titeltrack kann man vertrackten (aber nie verkopft wirkenden) Strukturen überzeugen, „Mordminnen“ mit dosiertem Bläsereinsatz und „Skogsdotter“ mit einer Banjo-Einlage. FINNTROLL verlieren sich jedoch nie wirklich in diesen Spielereien, sondern setzen vordergründig, mehr denn je auf eine düstere und harte Gangart. Die kleinen Experimente im Hintergrund sorgen dabei dafür, dass die Musik abwechslungsreich bleibt und klar als FINNTROLL zu identifizieren ist. Qualitativ fällt keines der zehn Lieder ab, nach einiger Zeit entwickeln sich alle Lieder zu kleinen Hits.
Große Konkurrenz dürften die Trolle auch nach diesem nicht fürchten müssen. Nach wie vor spielen sie in ihrer eigenen kleinen Liga. Auch auf „Blodsvept“ schaffen sie es ihre Trademarks zu behalten, ihren Stil aber in soweit zu verändern, dass es nicht als Selbstplagiat durchgeht. Zwar mag das Album nicht so zugänglich sein wie „Jaktens Tid“ oder „Nattfödd“, dafür haben die einzelnen Lieder aber auf lange Sicht einiges zu bieten und dürften so die kommenden drei Jahre bis zu nächsten Album gut unterhalten.


Tracklist:
1. Blodsvept
2. Ett Folk Förbannat
3. När Jättar Marschera
4. Mordminnen
5. Rösets Kung
6. Skövlarens Död
7. Skogsdotter
8. Häxbrygd
9. Tva Ormar
10. Fanskapsfylld

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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