Plattenkritik

Fleshgod Apocalypse - Agony

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 19.08.2011
Datum Review: 10.08.2011

Fleshgod Apocalypse - Agony

 

Kennt jemand eigentlich noch WALTARI’s Meisterwerk „Yeah! Yeah! Die! Die! (Death Metal Symphony In Deep C)”? Einen Nachfolger zu diesem grenzüberschreitenden Album, das auf überragende Weise Klassik, Death Metal und Spaß in den backen mischte, liefern nun die Italiener FLESHGOD APOCALYSE, deren auf „Agony“ getaufter symphonischer Extremmetal orchestralen Bombast, technischen Wahnsinn und Brutalität vom Feinsten (wobei der Spaß von Finnland nach Italien verloren ging und dafür Ernst zugestiegen ist) serviert. War der Vorgänger „Oracles“ (und die EP "Mafia") noch ein songdienlicher Happen, offenbart „Agony“ lediglich einen Track, der in 9 Stationen unterteilt wurde. Ein wenig Stand die Befürchtung im Raum herum, ob die italienischen Wunderknaben nach ihrem Wechsel zu Nuclear Blast überhaupt gewillt seien, weiter Chinaböller in den Hirnregionen, die für den brutalen Metal zuständig sind, detonieren zu lassen oder ob der eingeschlagene Weg, völlig plemplem zu sein, wieder verlassen und in ein Land mit gemäßigten Gefilden ausgewandert würde. Auch das Cover verdient lediglich die Note "extrem unbefriedigend". Aber was auf „Agony“ inhaltlich vom Stapel gelassen wird, ist ein schieres Ungeheuer an Wucht, das es bei genügend „Volume +“ bis in den Orbit der Wahnwitzigkeit schaffen dürfte.

Herausragend und unnachahmlich ist die durchweg theatreske Atmosphäre, die den Hörer in die Sitze drückt und sich über eine nagelkauende, hochexplosive Spannung in ein brutales Gemetzelinferno entlädt. Nach „The Oppression“ ist Wrack sein angesagt und durchgeschüttelt vom immer auf Highspeed geschalteten Inferno, das noch nicht einmal vor Kopfstimmen bzw. opernhafter Diventheatralik Stop macht, wird nur noch der instrumentale Titeltrack gereicht, der Wunden leckt. Wenn der Vorhang dann gefallen ist, müsst ihr nur noch aufstehen (wenn ihr denn könnt!), und Beifall klatschen. Minutenlang!!

Tracklist:
Temptation
The Hypocrisy
The Imposition
The Deceit
The Violation
The Egoism
The Betrayal
The Forsaking
The Oppression
Agony

Alte Kommentare

von Enno 10.08.2011 18:55

Erstmal: Gutes Review. Aber die Begeisterung kann ich zu keiner Sekunde teilen. Das was Fleshgod Apokalypse hier abliefern ist einfach brutal überladen und viel zu steril. Die Übergänge wirken teilweise arg gekünstelt, das Orchester wurde scheinbar wahllos in die Songs eingefügt. Dennoch kann ich die Begeisterung schon nachvollziehen. Aber ich möchte hier auf Septic Flesh hinweisen, die mit ihrem aktuellen Album im Extrem-Metal/Klassik Mischmasch absolute Maßstäbe gesetzt haben.

von Mulder 10.08.2011 22:31

Ich würde SEPTIC FLESH jetzt nicht unbedingt mit FLESHGOD APOCALYPSE vergleichen, nur weil beide Elemente klassischer Musik in ihren Death Metal einarbeiten, da die herangehensweise eine ganz andere ist. Mich stört der matschige Gitarren- und der klinische Drumsound. Gerade live ist das die große Schwäche von FLESHGOD APOCALYPSE. Trotzdem ist Agony eine gute Platte geworden - mit richtig guten Soli!

von Randy 14.08.2011 14:32

Erstmal: Klasse Review !!! Das vordergründigere Orchester schafft eine wahnsinns Atmosphäre und immer wieder diese genialen Soli. Die Tracks sind zwar ein wenig vorhersehbarer und vor allem leicht eingängiger als beim Vorgänger Oracles und der Mini-EP Mafia, aber ich finde das nicht schlecht. Mir macht die Scheibe einfach nur Spass zu hören. Und ich pflichte der Review bei, der Drummer ist irre, ich habe die Band dieses Jahr live gesehen, der reinste Wahnsinn.

von Anonymous 19.08.2011 11:14

Auch mir 9 Punkte wert!

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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