Plattenkritik

Forever Came Calling - Contender

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Release Date: 24.07.2012
Datum Review: 26.07.2012

Forever Came Calling - Contender

 

Schwitzen, frieren, bangen, bluten: „I Came In Here Alone, And That´s Exactly How I´m Leaving“ feuert Jon Candelaria aus der Kehle in den Pott. Damit meint er sicher nicht die Strapaze, die seine Band und er als die „Vans Warped Tour Zwanzig-Zehn“ in den Lebenslauf eintragen dürfen. Doch inmitten der Hitzewellen, Pleiten und Schicksalsschläge fuhren Candelaria und seine drei Mitmusiker ja vor allem wegen einer Sache tausende von Meilen durch Amerika: Wegen ihrer Band.

Diese, namentlich FOREVER CAME CALLING getauft, möchte sich nicht lediglich gegenüber den Veranstaltern des Musikwanderzirkus´ auf der „No Room For Rock Stars“-DVD beweisen. Mit „Contender“ sind die vier jungen Poppunks aus dem beschaulichen Twentynine Palms inmitten der kalifornischen Wüste zurück in der Realität – und funktionieren, als hätte ihnen der Trip nicht eine Note aus den Segeln genommen: „For The Wolves“ oder „The Office“ haben Hummeln im Hintern die NEW FOUND GLORY-Shirts tragen und zum Aufwachen THE WONDER YEARS-Songs durch ihre Kopfhörer jagen.
Das beinahe zu kurz geratene LP-Spektakel lässt kaum einen Spalt für Füllmaterial oder Atemluft, „Dead Poets Honor“ sitzt naht- und bewegungslos in dem gegenwärtigen Posi-Core-Rennboot und fährt so schnell, dass barfuss stagediven mit Strohhut erst den Anfang des Sommertages markiert. „Harbours“ sorgt für ausreichend Ohrwurmsnacks und die bunte Tischdecke im Picknickkorb, die zusammen mit „Contender“ auch den deutschen Sommer unterfeuern kann.

FOREVER CAME CALLING sind also weder zimperlich, noch binden sie ihren Gefolgen einen antriebslosen Bären auf. Für die im Schnitt zweieinhalb Minuten zählenden Erträge auf dem Debüt von Candelaria, Bassmann John Swaba, Drummer Bryce Esquivel und Ron Grieger an der zweiten Gitarre ist erneut Schweiß und intensive Arbeit in der Probegarage eingekehrt. Wenn FOREVER CAME CALLING jedoch erneut einen Sommer lang die Wege in die Welt (und auf deren Bühnen) auf sich nehmen um „Contender“ auf seine Daseinsberechtigung zu testen, müssten schon massivere Pannen als ein defekter Van durch den Touralltag schwappen, um diese strebsamen Kids einsam und ohne neu gewonnene Freunde vom Venue-Parkplatz rollen zu lassen. „If Bukowski Could See Me Now“ – ganz sicher wäre er stolz auf Dich, Jon.


Trackliste:

01. Learning
02. For The Wolves
03. Harbours
04. The Office
05. Ides
06. If Bukowski Could See Me Now
07. I’ll Be Better, I Promise
08. Front Porch Sunrise
09. Contender
10. Dead Poets Honor

Alte Kommentare

von Tolle Band 31.07.2012 00:21

tolles Album- sollte man kennen

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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