Plattenkritik

GOLDFINGER - The Knife

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Info

Release Date: 21.07.2017
Datum Review: 14.07.2017
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. "A Million Miles"
02. "Get What I Need"
03. "Am I Deaf"
04. "Tijuana Sunrise"
05. "Put The Knife Away"
06. "Don't Let Me Go"
07. "Beacon"
08. "Who's Laughing Now"
09. "Say It Out Loud"
10. "Orthodontist Girl"
11. "See You Around"
12. "Liftoff"
13. "Milla"

Band Mitglieder

 

John Feldman - Guitar, Vocals
Phillip Sneed - Guitar
Mike Herrera - Bass
(Travis Barker / Cyrus Boloki - Drums)

GOLDFINGER - The Knife

 

Wenn John Feldmann nicht gerade die Radiocharts dieser Welt mit 5 SECONDS OF SUMMER, HILARY DUFF oder ASHLEE SIMPSON fuettert, kuemmert sich der PMA-Papst um seine zwei Kinder oder seine Karriere als Skapunk-Supermann. Letzterer hat der Kalifornier zuletzt weniger Aufmerksamkeit entgegengebracht als eigentlich laengst ueberfaellig. Mit neuem (sporadischem) Lineup und frei von optischen Alterserscheinungen meldet sich Feldmann mit seinem urpsruenglichen Baby GOLDFINGER zurueck.
 
Zum Releasedate von "The Knife" wird der Frontmann und Saenger fuenfzig Jahre alt sein. Die Befuerchtung, dass Feldmann auf dem Nachfolger zum 2009er "Hello Destiny" erste Lieben und pubertaere Suburb-Punker-Erfahrungen besingt, bestaetigt sich zunaechst nicht - dennoch laesst es sich der wasserstoffblonde Produzent und Songwriter nicht nehmen, bei einem Teil der diesjaehrgen Warped Tour-Daten aufzuspielen. Die Kollaboration mit BLINK-182 (deren aktuelles Album "California" Feldmann produzierte) jedoch, kann an einigen bis vielen Stellen von "The Knife" jedoch unmoeglich geleugnet werden. Als da waeren "Put The Knife Away" oder der eroeffnende Cali-Punk-Taifun "A Million Miles", die sich mit Choeren und Drumlicks eben genau so schmuecken, wie sie Mark Hoppus, Matt Skiba und Travis Barker (hier tatsaechlich ebenfalls am Schlagzeug) mit breitem Grinsen abgesegnet haetten. Zwar sind GOLDFINGER bemueht, mit Offbeatgitarren und Sonnenschein-Einstreuern aufzulockern, aber die Nachwehen der grossspurigen Popproduktionen haben bei Feldmann und seiner Schreibfeder Spuren hinterlassen.
 
"Get What I Need" beginnt vielversprechend und skankt tiefenentspannt zwischen REEL BIG FISH oder MIGHTY MIGHT BOSSTONES, "The Beacon" ist klassisch kalifornisch gepraegter Poppunk mit typischen, aber unaufgeregten Feldmann-Merkmalen. "Music used to make me free / The Who, Black Flag, Dead Kennedys / does anyone have something left to say?" fragt "Am I Deaf" und riskiert im Hinblick auf die textlichen Inahalte von "The Knife" eine grosse Klappe. Die Dringlichkeit der Songs weicht oft der Dynamik. Synthetische Blaeser und lauwarme "Ohohoh's" stehlen "Who's Laughing Now" den Charakter, in Sachen Melodie und Inhalt hat Feldmann frueher verlaesslicher abgeliefert als "Tijuana Sunrise". Die luftige Poppigkeit von "Liftoff" (mit berechtigtem Gastauftritt von 311's Nick Hexum) gewinnt gegen den blubbernden Lueckenfueller "Orthodontist Girl", die nettgemeinte Ode an seine Tochter "Milla" sorgt eher fuer Fremdschamesroete als Herzwaerme. "See You Around" verbeugt sich hoeflich in Richtung THE ATARIS und triggert beinahe die Traenenfluessigkeit. Statt saftiger Rueckkehr von "Superman", "Mable" und "Counting The Days" lodert auf "The Knife" zwar noch eine bekannte Flamme - gegen die explosive Mischung aus knackigem Songwriting und lemmingartigen Ohrwurm-Armeen von anno "Hang Ups" aber kaempft "The Knife" vergeben an. Dennoch: Besser als einen Samstagabend alein zu Hause bleiben ist die knappe dreiviertel Stunde alle Male.

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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