Plattenkritik

HAMMERHEAD - Opa War In Ordnung

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Info

Release Date: 10.06.2016
Datum Review: 27.06.2016
Format: Vinyl Digital

Tracklist

 

A1 Morgen Is Untergang 1:28
A2 Hier Geht's Da Lang 0:44
A3 So Kann Man Auch Sein 2:21
B1 Undank Ist Der Welten Lohn 1:38
B2 Dennis 0:49
B3 Die Alte Im Vegancafé 1:13
B4 Dinge Sachen Zeug 0:46

HAMMERHEAD - Opa War In Ordnung

 

Setzt die Parkinson-Tabletten ab, jetzt wird wieder mitgewippt! HAMMERHEAD und damit die guten, alten Zeiten, als Punk-Sein noch kredibel war und Jutebeutel-tragende-Studenten vor den Jugendzentren der Stadt noch auf die Fresse bekommen haben, anstatt reingelassen zu werden, sind wieder zurück. Iro (aus den paar verbliebenen Haaren) kämmen, Nietengürtel an und raus aus dem Reihenhaus, Famile noch ein Abschiedsküsschen geben und rein ins Jugendzentrum. Früher war ja bekanntlich eh alles besser,… aber was erzähl ich hier eigentlich,… 1989 war ich selbst noch Quark im Schaufenster.

1989 gegründet, 2004 aufgelöst, 2008 neugegründet und 2016 mit neuer 7inch – 15 Jahre nach der letzten Platte. HAMMERHEAD haben sich Zeit gelassen und die alte Politiker Strategie angewendet - aussitzen und schauen was passiert. Und,… siehe da,… 27 Jahre nach der Gründung erinnern sich immer noch eine handvoll Alt-Punks an die Bad Honnefer, besuchen ihre Konzerte und feiern mit Ihnen ihre alten Lieder. Zeit der mittlerweile eingestaubten Setlist wieder etwas Glanz zu verleihen und sie mit 7 neuen Songs zu bestücken.

„Opa War In Ordnung“ ist, nach der 2000 veröffentlichten 10 inch Vinyl/Mini-CD „Farbe Color“, die erste Veröffentlichung, hat exakt 9 Minuten Spielzeit und bietet 7 neue Songs. Das Tempo, das HAMMERHEAD spielen, kann sich somit jeder selbst ausrechnen –HAMMERHEAD geben (noch immer) Vollgas und sind in all den Jahren nicht langsamer geworden. 7-mal maximal knapp mehr als eine Minute Spielzeit, die einem noch schneller vorkommen, als sie eigentlich sind. 7-mal Hardcore-Punk gepaart mit asozialen, aber gleichzeitig irgendwie-beinahe tiefgründigen Texten, die irgendwo zwischen Provokation und Metaebene einzuordnen sind. 7-mal motherfucking HAMMERHEAD.

Während die einen nach Jaaaahren Abstinenz mit neuer Platte zurückkommen, um sich noch einmal jung zu fühlen, dabei aber ihre letzte Street-Credibility verspielen, hauen HAMMERHEAD einem (mit „Opa War In Ordnung“) derart ein Brett vor den Kopf als wären sie nie weg gewesen. 9 Minuten Faustkampf vom Feinstein. Extrem unterhaltsam – sowohl musikalisch, als auch textlich. HAMMERHEAD sind noch immer die gleichen abgefuckten Jungs, die Bock haben zu provozieren und anzuecken, auch wenn der Sound etwas glatter und die Worte erstmals verständlich geworden sind. (Ein bisschen Veränderung muss nach 15 Jahren ja auch mal sein.)

„Opa War In Ordnung“ ist eine 7“ die weder die alten Verehrer, noch die Neuen, die nun mit Sicherheit dazu kommen werden, enttäuscht. HAMMERHEAD sind nicht die nervigen Campino-Alt-Punker, die endlich mal die Klappe halten sollten, sondern auch im Jahr 2016 eine Bereicherung für die Punk- und Hardcore-Szene. Willkommen zurück!

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Janik

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Janik E. // 21 // love music. hate facism.

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