Plattenkritik

HIEROPHANT  - Mass Grave

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Info

Release Date: 04.11.2016
Datum Review: 27.12.2016
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Hymn of Perdition
02. Execution of Mankind
03. Forever Crucified
04. Mass Grave
05. Crematorium
06. In Decay
07. Sentenced to Death
08. The Great Hoax
09. Trauma
10. Eternal Void

Band Mitglieder

 

Lorenzo: vocals, guitar
Ben: drums
Steve: guitar
Giacomo: bass, backing vocals

HIEROPHANT - Mass Grave

 

2016 war für Anhänger extremer Klänge sicherlich kein schlechtes Jahr. Besonders die metallische aber eher Hardcore lastige Hörerschaft wurde monatlich mit neuen Leckerbissen verwöhnt. Doch obwohl es wahrscheinlich wieder US Bands wie NAILS, GATECREEPER oder MAGRUDERGRIND sein werden, die mit ihren Alben ganz oben in den Jahresbestlisten verschiedener Blogs und Magazine zu finden sind, haben vier Italiener eigentlich das Album abgeliefert, welches den nachhaltigsten Rundumschlag präsentiert. Die Rede ist von HIEROPHANT und ihrem vierten Langspieler „Mass Grave“.

 

Bereits sechs Jahre lang gehören HIEROPHANT nun zu den bekanntesten Vertretern des europäischen HM-2 Core. Ihr Weg und die Entwicklung vom selbstbetitelten Debüt, welches noch eher unter dem Genre „blackened Hardcore“ lief und dem zwei Alben langen Gastspiel beim metalluntypischen Bridge 9 Records war stets aufsteigend und nachvollziehbar. Dennoch blieb ihr Status trotz des eindrucksvollen Albums „Peste“ (2014) recht überschaubar, was den Labelwechsel zum französischen Metalriesen Seasons Of Mist durchaus nachvollziehbar macht.

Das Labeldebüt und November veröffentlichte „Mass Grave“ präsentiert HIEROPHANT nun auf der nächsten Stufe. Angefangen mit dem beschwörenden Intro „Hymn Of Perdition“ deutet das darauf folgende „Execution Of Mankind“ in gut vierzig Sekunden unbarmherzig hin, worauf der Hörer sich auf dem zehn Track langen Album freuen darf: ein Inferno. Wild und ungezügelt prügeln HIEROPHANT alles aus den Boxen was in den letzten Jahren im modernen Death Metal erfolgreich an Popularität gewonnen hat. „Mass Grave“ ist schwedischer Old School mit einer großen Portion Grind und angepisstem Crust. Nicht schön, aber wirksam. Dabei verfügen die neun Songs an ähnlichem Hitpotential, wie es sonst nur Todd Jones und seine NAILS kreieren können. Natürlich muss man hier auch ganz deutlich sagen, dass sich die Italiener schon sehr deutlich an den Alben der US Vertreter orientiert haben müssen. Eine Nummer wie „In Decay“ hätte es ohne NAILS wahrscheinlich niemals gegeben. Auf der anderen Seite ist das zähe „Sentenced To Death“ ein Song, welcher der letzten GATECREEPER deutlich mehr Blut durch die Adern gepumpt hätte. Etwas gewöhnungsbedürftig wirkt die arg dröhnende Produktion. Hier wäre etwas weniger wahrscheinlich mehr gewesen.

Wie dem auch sei. Wer die letzte GATECREEPER zu dröge, die neue HOMEWRECKER zu experimentell und die letzte NAILS wie immer zu kurz fand, wird in „Mass Grave“ das Maximum des aktuell immer noch anhaltenden HM-2 Trends finden.

 

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Mulder

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