Plattenkritik

Hellveto - 966

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Info

Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 07.07.2007

 

Bisher dachte ich ja eigentlich, dass Mastermind und STRAPPING YOUNG LAD Frontmann DEVIN TOWNSEND zu den arbeitswütigsten seiner Zunft gehört. Aber der gute Herr wird wohl nicht alleine sein, gesellt sich doch HELLVOTO Multitalent L.O.N hinzu. Was der Pole in den letzten Jahren alles zu Silber gebracht hat, ist schon recht beeindruckend. Seine Discographie listet alleine für das Jahr 2006 ganze 4 Veröffentlichungen. Auch mit seinen Zahlreichen Nebenprojekten (BLAKAGIR, SARKEL, WINDS OF GARDEN) ist er durchaus hyperaktiv. Und damit nicht genug, erscheint mit „966“ das neuste Werk der polnischen Ein-Mann-Band.

Dass in den nächsten 46 Minuten eine recht düstere und dichte Atmosphäre aufziehen wird, verspricht nicht nur der Opener „Krucjata“. Der neue Silberling hat dabei auch anno 2007 feinsten Mid-Tempo Black Metal im Gepäck. Schleppende aber dennoch melodienvolle Gitarrenwände, die unterlegt mit düsteren Keyboardarrangements für die gewisse Grundstimmung sorgen. Die folgenden 8 Minuten zeigen auch wie bei den Vorgängeralben aufs Neue, dass auch auf dem neusten Werk komplexe Soundstrukturen erwartet werden dürfen. Fängt der Opener erst recht verhalten mit leichten Folkloreklängen an, zieht nach einigen Momenten ein fieser Black Metal Sturm auf, der die angenehme und verträume Atmosphäre schnell vergessen lässt. Die leicht heisere Stimme von L.O.N. liegt dabei aber recht angenehm im Hintergrund und wirkt dadurch nicht wirklich aufdringlich und lässt Raum für die verschiedenen musikalischen Arrangements. Nach einigen Minuten ist dann der Sturm auch wieder verzogen, und die düstere Atmosphäre aus den Anfangsmomenten zieht wieder auf.

Das insgesamt 8 Songs umfassende Werk gleicht förmlich einem Spaziergang bei wildem Herbstwetter, der durch einen dunklen und dicht bewachsenden Wald führt. Zunächst eine Lichtung, auf der man die Ruhe und das leichte rauschen des Windes genießt, nur um sich dann an der nächsten Abzweigung tiefer in das Dickicht des Waldes zu verirren. Bei einem leichten erholsamen Spaziergang wird es dabei aber nicht bleiben. Der gleichnamige Song „966“ zeigt schon recht deutlich, dass zwar auf dem ersten Blick ein recht einfach gestricktes Lied dem Opener folgt, aber bei genauem hinhören entdeckt der interessierte Hörer dann komplexe und clever inszenierte 6 Minuten. Wenn nicht schon längst passiert, wird man spätestens jetzt in den Bann der Songs gezogen. Kopfkino ist dabei inklusive.

Durchaus kein Album für den schnelle Hörgenuss und auch keine leichte Kost. Die Songs sind zwar durchaus zugänglich, bieten aber gerade durch die verschiedenen Arrangements und Soundkulissen die nötige Tiefe. Die Songs werden dabei auch schön ausgespielt, wirken aber selbst mit stellenweise 6 oder 8 Minuten nicht künstlich aufgebläht. Bei einem Durchlauf wird es garantiert nicht bleiben. Fans von Mid-Tempo Black Metal mit der gewissen Mischung Pagan Metal werden bestimmt ihren Gefallen an dem neusten Werk finden.



Tracklist:

01. Krucjata - 08:02
02. 966 - 06:11
03. Ostatnia Wola - 05:31
04. W Blasku Gasnacej Pochodni - 06:17
05. Krzuk Stali - 04:44
06. Perunia - 05:33
07. Zgubna Nowina - 03:03
08. U Bram Obledu - 07:00

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Christoph

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