Plattenkritik

Hexes - White Noise/Black Sound

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Release Date: 16.03.2009
Datum Review: 27.07.2009

Hexes - White Noise/Black Sound

 

Wenn man sich mit der Band Hexes auseinandersetzt stößt man zuerst auf den Frontmann und Kopf der Band, Daniel P. Carter. Radiomoderator bei BBC. War Bassist der Band A. Spielte den Tour-Schlagzeuger für den Englischen "Ich bin ein Star, holt mich..."-Gewinner und Ex-BUSTED-Mitglied Matt Willis. War Gitarrist bei THE LUCKY NINE. Spielt Gitarre bei der Band BLOODHOUND GANG. Und der grünet nun eine Hardcore-Band, die man bitte für voll nehmen soll?

Für die, die jetzt noch lesen: Ja, diese Band sollte man für voll nehmen. Mit "White Noise/Black Sound" hauen die Briten von HEXES einen wahren Kotzbrocken an Album raus, der irgendwo zwischen REFUSED, HOT CROSS und den BLOOD BROTHERS bestehen kann, dem man die Blutsbrüderschaft zu THE GHOST OF A THOUSAND, GALLOWS und CANCER BATS anhört. Erst 2008 gegründet spielten HEXES bereits über 50-Konzerte, vor allem mit den eben angesprochenen Bands, aber auch als Tour-Support für die Helden von FINCH. Als Label haben sie das bekannte Englische Undergroove im Rücken, auf welchem auch klangvolle wie LACK, MINUS THE BEAR und HE GHOST OF A THOUSAND veröffentlichten. Nach diesem ganzem Namedropping stellt sich nun die Frage: Und wie klingt eigentlich das Album?

HEXES schmeißen auf ihrem Debüt dreckigen Rock'n'roll mit gefrickeltem Postcore in einen Topf. Durch die markante Stimme Carters klingt das ganze nach einer frustrierten Abrechnung mit der Gesellschaft. Eine gewisse Eingängigkeit der Melodien kann man nicht verleugnen, für den Gelegenheits-Hardcore-Hörer, der ein paar catchy Melodien abfeiern möchte, ist das hier jedoch eher nichts. Der Opener Semaphore Kids steckt ab, wohin die Reise geht. Gerne wird mal ein Sample reingeschmissen, es gibt vereinzelte Groupshouts und Gesangspassagen. Den Rest der Zeit rollt es zügig voran, der Gesang ist aggressiv, die Texte pissed und kritisch.

Beim Durchhören des Albums bekommt man das Gefühl, das es sich steigert, die eingängigen Melodien seltener werden, die aggressiven Ausbrüche sich steigern. Der Song Sirhan Sirhan Sirhan wandelt auf einem schmalen Grat zwischen Eingängigkeit und Aggression, kann am Ende aber bestehen und ist schon fast ein Highlight der CD. Ab und an lässt sich vor allem als Einstieg in die Songs ein Keyboard heraushören, welches die Melodiearbeit unterstützt, sich jedoch (zum Glück) selten in der Vordergrund spielt. Den stärksten Eindruck macht das Album nach etwa der Hälfte des Albums, wo die beiden Kracher The Score und Kiss the Guns aufeinanderfolgen. Alles in allem wirkt das Album sehr sehr homogen, was sich jedoch auch ein wenig auf den Spannungsbogen auswirkt. Am stärksten bricht wohl der etwas zurückgefahrene Abschluss-Track The invisible war, welcher den Hörer mit der Zeile "and then it all comes clear" entlässt.

Eine Erwähnung verdient noch das beklemmend wirkende Artwork, welches das Album abrundet. In schwarz-weiß gehalten, die Texte in rot und mit düster-morbiden Zeichnungen versehen bildet es mit dem dreckigen Gesagt einen Kontrast zur Eingängigkeit der Songs. Alles in allem ein starkes Album, was jedoch seine Zeit braucht bis es wirkt. Vom ersten, fast schon poppigen Eindruck sollte man sich nicht abhalten lassen, hier steckt ein verwöhntes, zorniges Kind mit erhobenem Mittelfinger im Detail, was einem den Arsch aufreißt. White Noise/Black Sound kann neben den aktuellen Werken der GALLOWS und THE GHOST OF A THOUSAND bestehen und zeigt, das mit dem Britischen Hardcore und eben auch HEXES in Zukunft zu rechnen ist.

Für Fans von: THE GHOST OF A THOUSAND, GALLOWS, CANCER BATS, REFUSED

Anspieltipps: Sirhan Sirhan Sirhan, The Score, Kiss the Gun

Tracklist
01. Semaphore Kids (02:58)
02. Eye’s Like Knives (03:19)
03. Sirhan Sirhan Sirhan (03:31)
04. Curse The Rotten (03:31)
05. Carrion Abroad (03:22)
06. ‘Hey Drama…’ (03:49)
07. The Score (02:20)
08. Kiss The Guns (02:45)
09. Lipgloss Ghosts (03:13)
10. Hot Ice Punishment Soiree (03:03)
11. The New Immediatists (04:02)
12. The Invisible War (03:12)

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Torsten H.

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