Plattenkritik

ICE NINE KILLS - The Silver Scream

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Info

Release Date: 05.10.2018
Datum Review: 01.10.2018
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. The American Nightmare
2. Thank God It’s Friday
3. Stabbing In The Dark
4. SAVAGES
5. The Jig Is Up
6. A Grave Mistake
7. Rocking The Boat
8. Enjoy Your Slay
9. Freak Flag
10. The World In My Hands
11. Merry Axe-Mas
12. Love Bites
13. IT Is The End

ICE NINE KILLS - The Silver Scream

 

 

Es ist der Horror, der sie anzieht. Dieses mal sind es aber nicht Romane, denen sich ICE NINE KILLS annehmen, sondern Filme. „The Silver Scream“ kommt am 5. Oktober pünktlich zu Beginn des Herbstes und noch rechtzeitig vor Halloween, um schon mal auf die anstehende gruselige Zeit einzustimmen. Das 13 Lieder umfassende Werk stellt amerikanische Horror-Klassiker in den Fokus, wechselt jedoch die Sichtweisen auf die ursprünglichen Geschichten. So entstehen neue Erzählungen, die zwar mit den alten verbunden sind, aber dennoch eigenständig für sich stehen.

„The American Nightmare“ basiert beispielsweise auf dem ersten Film der Nightmare-Reihe „A Nightmare on Elm Street“. Begleitet wird der Song von einem 12-minütigen Video, in dem Sänger Spencer als Schauspieler auftritt. Fortgesetzt wird die Geschichte im Video zu „Thank God It’s Friday“, das auf dem Film „Freitag, der 13.“ basiert. Schade dabei ist, dass die Songtexte aufgrund der genre-üblichen Screams oft untergehen, die Verbindung zu den Filmen also nur durch das Lesen der Lyrics möglich ist. Zusätzlich dazu muss man natürlich auch die cineastischen Werke kennen, um die Geschichten zu verknüpfen. So viel zur Theorie. Musikalisch werden ICE NINE KILLS ihrem gewohnt epischen Klang wieder gerecht. Gesang und Instrumente sind voll, theatralisch, dramatisch und dicht, eng gedrängt, schwer und monumental. Dann gibt es aber auch die lichteren Momente, in „The Jig Is Up“ zum Beispiel mit einem emotionalen gefühlsvollen Refrain. Auch „A Grave Mistake“, das übrigens sehr an BREAKING BENJAMIN erinnert, zeigt Spencers Stimme schön, passende Melodie dazu, es wird nicht schnulzig, aber doch deutlich weicher als in manch anderem Song. Schon fast beruhigend ist „Love Bites“ – ein Duett mit Chelsea Talmadge. Es wird aber auch teilweise sehr düster, in „Enjoy Your Slay“ und „Merry Axe-Mas“, um nur zwei Beispiele zu nennen. „The Silver Scream“ ist ein Kunstwerk, das tief geht und trotzdem irgendwie nur an der Oberfläche kratzt – zumindest für den Hörer, der sich nicht die Mühe macht oder machen will, sich mit den Filmen und Songtexten auseinanderzusetzen. Das muss aber auch gar nicht sein, denn auch so sind die Lieder atemberaubend und zeugen von Tiefe. Alleine schon für den konzeptuelle Aufwand aus Liedern und Videos verdienen ICE NINE KILLS Applaus. Es macht Spaß das fertige Album zu hören und setzt die Messlatte für das nächste Projekt hoch.

Autor

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Katharina

Autoren Bio

Anglistin, freie Journalistin, Uni-Angestellte...kurz gesagt lesen, schreiben, reisen