Plattenkritik

Impending Doom - Baptized In Filth

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Release Date: 29.06.2012
Datum Review: 25.10.2012

Impending Doom - Baptized In Filth

 

Bisher habe ich mich stets vor den Alben von IMPENDING DOOM gedrückt, doch nun hab ich mich an das vierte Album der lammfrommen Amerikaner gewagt und, um es milde auszudrücken, ich wurde überrascht.

Zum einem überraschte mich der Sound der Platte bzw. der Band an sich. Ich erwartete ein typisches Deathcore-Album und das ist nicht unbedingt etwas Positives. Ich muss nun ja nicht wieder dieselbe Platte abspulen, dass es dem Genre an Innovationen fehlt. Das heißt also: Es gibt reichlich brutales Riffing, fiese Blast-Attacken und Growls, die direkt aus den Untiefen der Hölle stammen. Naja oder bei IMPENDING DOOM wohl eher von der Himmelspforte höchst persönlich. Aber trotzdem schafft „Baptized In Filth“ mit einigen Highlights wie z.B. dem gut platzierten Gekeife des Frontmanns Brooke Reves (das derweilen an SLIPKNOT erinnert), dass die Platte nicht im Einheitsbrei untergeht und man sie sich sie gerne mehrmals anhört. Allerdings wirkt „My Light Unseen“ ungefähr so fehl am Platze, wie Anton Szandor LaVey bei einem Sonntagmorgen-Baptisten-Gottesdienst (bis auf dem Bruder im heiligen Geiste Ryan Clark von DEMON HUNTER).

Nun aber zu der wirklich bösen Überraschung: Ich habe mich stets vor den Alben des Quintetts aus Kalifornien gedrückt, weil ich von ihren christlichen Überzeugungen weiß und ich finde das dieses Gepredige auf Platten oder Konzerten nichts zu suchen hat. Zuallererst, hat ja jeder Mensch sein Recht auf jeden Glauben mir ganz egal, mit AS I LAY DYING, die im Gegensatz zu IMPENDING DOOM wie Hobby-Theologen wirken, habe ich kein Problem. Das liegt aber vor allem daran, dass die mir nicht in 35 min die vertonte Offenbarung des Johannes um die Ohren hauen. Ja ganz Recht auf „Baptized In Filth“, geht es darum das wir Menschen, ob nun bewusst oder unbewusst, in Sünde leben und es Zeit wird, dass das jüngste Gericht sich blicken lässt. Da wird fröhlich geträllert: „Falling away I pray for judgment day […] Angels and demons fighting for your prayers. […] Treating your iconic images, like they are a God. Come to know the truth and witness the brilliance.” Oder auch: “Anti christian, un American“, womit IMPENDING DOOM von nun an ewig, den Stempel der christlichen Hinterwälder von mir drauf kriegen. Und der kommt auch erst ab, wenn die vier Reiter der Apokalypse ihn höchst persönlich abwischen.

Wer also auf Deathcore steht und willens ist die Lyrics komplett auszublenden, um diesen Mist nicht zu hören, dem empfehle ich „Baptized In Filth“. Alle anderen sollten einen ziemlichen großen Bogen drum machen, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit.

1. Murderer
2. For The Wicked
3. Chaos: Reborn
4. Deceiver
5. Falling Away
6. Absolute Horror
7. Angry Letters To God
8. Baptized In Filth
9. My Light Unseen
10. Death. Ascension. Resurrection

Alte Kommentare

von ... 27.10.2012 21:01

um Gottes Willen..

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Jonas

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